Football Los Angeles bekommt nach 21 Jahren wieder ein NFL-Team

Die St. Louis Rams haben grünes Licht von den NFL-Klubs für einen Umzug nach Los Angeles bekommen. Damit bekommt die kalifornische Millionenstadt nach mehr als zwei Jahrzehnten wieder ein NFL-Team.

Rams-Fans in Los Angeles: Vorfreude auf die Rückkehr
AP/dpa

Rams-Fans in Los Angeles: Vorfreude auf die Rückkehr


Die kalifornische Metropole Los Angeles bekommt nach 21 Jahren wieder einen Klub in der National Football League (NFL). Am Dienstag einigten sich die Besitzer der 32 Klubs bei einem Treffen in Houston darauf, dem Umzugsantrag der St. Louis Rams zur neuen Saison stattzugeben. Sie votierten mit 30:2 Stimmen für das von Rams-Eigner Stan Kroenke vorgelegte Stadionprojekt in der Nähe des Flughafens.

Neben den Rams hatten sich auch die San Diego Chargers und die Oakland Raiders für einen Standortwechsel nach Los Angeles beworben. Alle drei Vereine waren bereits in Los Angeles zu Hause. Die Rams hatten hier von 1946 bis 1995 ihre Heimat, ehe der Umzug nach St. Louis erfolgte. Die Raiders verließen LA nur ein Jahr später.

Rams-Besitzer Kroenke plant ein neues, 70.000 Zuschauer fassendes Stadion im Vorort Inglewood, das bis 2019 für insgesamt 1,86 Milliarden Dollar gebaut werden soll. Bis dahin sollen die Rams im Rose Bowl in Pasadena oder im Los Angeles Coliseum spielen. "Das war die schwierigste Entscheidung, vor der ich jemals stand", sagte Kroenke.

Während in Los Angeles die Freude groß war, gab es aus St. Louis harsche Kritik. "Die NFL ignoriert die Fakten, die Loyalität der Fans in St. Louis, die das Team durch weit mehr Tiefen als Höhen unterstützt haben, einen starken Markt und einen realistischen Plan für ein neues Stadion", sagte Bürgermeister Francis Slay.

Los Angeles könnte zur neuen Saison sogar noch einen zweiten NFL-Klub bekommen. Die San Diego Chargers haben eine Option auf einen Umzug nach Norden, bis zum Treffen der Klubbesitzer im März soll eine Entscheidung fallen. Die Oakland Raiders zogen ihren Antrag auf eine Rückkehr nach LA indes zurück. Sollten die Chargers allerdings verzichten, könnten sie einspringen.

bka/sid/dpa

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insgesamt 39 Beiträge
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Bueckstueck 13.01.2016
1. Hin und her
Oder: Manche Clubs wechseln ihre Städte wie andere die Unterwäsche. Seltsame Sache. Und da nöhlen hier einige vom überkommerzialisierten Fussball... lachhaft.
ajantis 13.01.2016
2. wieso?
Kann mir, als jemand der überhaupt nicht in dieser Szene auskennt, jemand erklären, wieso eine Stadt wie LA 20 Jahre kein NFL Team hat und nun gleich mal 3 dort hin wollen?
elCaputo 13.01.2016
3. Erklärungsversuch
Das Ganze ist recht schnell erklärt. Die NFL ist ein Franchise-Unternehmen, das den beteiligten Partnern den Standortwechsel ausdrücklich erlaubt. Seit jeher wird diese Möglichkeit von den Club-Besitzern als Druckmittel gegenüber den Städten ausgespielt, in denen sie "gastieren". Unter Androhung von Abwanderung erpresst man sich da schon mal eine schöne neue Spielstätte oder andere Investitionen in die Infrastruktur aus dem Stadtsäckel. Los Angeles ist aber sogar im Reigen der anderen US-Städte aufgrund von Größe, Wirtschaftskraft und alternativen Sport- und Freizeitangeboten ein Sonderfall. Los Angeles hat sich in der Vergangenheit von den NFL-Granden nicht erpressen lassen, weshalb LA lange Jahre ohne NFL-Team auskommen musste/konnte/wollte. Da hat sich die Stadtpolitik offensichtlich geändert. Den Club-Besitzern geht es schlussendlich selten um den Sport, Traditionen, die Fans oder ähnlich Unwichtiges, sondern um den schnöden Mammon, was wiederum erklärt, weshalb sie jegliche Standort-Loyalität vermissen lassen.
sliqz 13.01.2016
4. Gründe
@2: LA ist einer der größten Märkte in den USA und vor allem weltweit. Die NFL ist seit einigen Jahren stark auf Expansion ausgelegt und im Rest der Welt ist LA deutlich bekannter als St. Louis. Da die Clubs dort wie Unternehmen geführt werden, sind solche Standortwechsel zugunsten besserer wirtschaftlicher Bedingungen nicht so selten. Ich kann dir nicht genau sagen, wieso die Clubs LA damals verlassen haben, der Wunsch zur Rückkehr besteht allerdings schon seit einigen Jahren. Jedoch gab es bisher größtenteils Ablehnung zu einem Umzug seitens der NFL bzw. der anderen Clubbesitzer. Dies hat sich in den letzten Monaten jedoch geändert, so dass ein Wechseln nun möglich war.
beegee 13.01.2016
5.
Zitat von BueckstueckOder: Manche Clubs wechseln ihre Städte wie andere die Unterwäsche. Seltsame Sache. Und da nöhlen hier einige vom überkommerzialisierten Fussball... lachhaft.
So was Ähnliches habe ich mir auch gedacht: Welcher Fußballfan würde einem Verein beim Umzug in eine andere Stadt noch weiter die Treue halten bzw. wer würde plötzlich Fan eines Clubs, der aus rein finanziellen Interessen von A nach B zieht. "Du kannst deine Wohnung, dein Auto und sogar deine Frau wechseln, aber nicht deinen Verein!"
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