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American Football: Die Männer mit dem goldenen Arm

Von , Boston

American Football: Star-Quarterbacks im Duell Fotos
AFP

Sie sind die beiden besten Spielmacher ihrer Generation: Peyton Manning und Tom Brady. In den NFL-Playoffs treten die Star-Quarterbacks mit ihren Teams im direkten Duell gegeneinander an, der Sieger steht im Finale. Wer ist besser?

Wer etwas über die New England Patriots erfahren will, sollte mit Scott Zolak sprechen. Der 48-Jährige ist ein Footballreporter, wie man ihn sich vorstellt. Die Stimme tief, die Leidenschaft da wie am ersten Tag. Wer Zolak zuhört, wenn er Spiele der Patriots kommentiert, hat das Gefühl, der 1,96-Meter-Hüne mit dem All-American-Lächeln stehe selbst auf dem Platz. Das tat er in den Neunzigern tatsächlich, kam dabei jedoch nie über die Rolle des Ersatz-Quarterbacks hinaus.

Diese Woche hat Zolak in seiner Radioshow beim Bostoner Sender "98,5 - The Sportshub" viel über das AFC-Championship-Spiel zwischen den Denver Broncos und den New England Patriots geredet. Das Playoff-Halbfinale am Abend steht ganz im Zeichen des Aufeinandertreffens der Quarterbacks Peyton Manning und Tom Brady (Beginn 21.05 Uhr, Live auf ProSieben Maxx).

Es ist inzwischen das 17. Duell der beiden grandiosen Spielmacher. Manning merkt man die Jahre inzwischen an. Er sei nicht mehr auf dem Niveau von Brady, ist die verbreitete Meinung. Zolak freut sich dennoch auf das Spiel, das in den Medien inzwischen nur noch auf den Showdown heruntergebrochen wird: Manning/BradyXVII. Zwei Namen. "Alle dachten schon beim letzten Mal, dass es das letzte Duell sein wird. Jetzt aber haben wir es wieder. Nicht in der regulären Saison, sondern im AFC-Championship-Match. Es gibt einfach nichts Besseres", sagt Zolak.

Manning und Brady sind die besten Quarterbacks ihrer Generation; wenn die Frage nach den größten Spielmachern der NFL-Geschichte aufkommt, fallen regelmäßig ihre Namen. Keiner in der Liga-Historie hat so viele Pässe für Touchdowns (539) und Yards Raumgewinn (71.940) geworfen wie Manning und niemand ist öfter (fünf Mal) wertvollster Spieler der Saison (MVP) geworden. Allerdings, betonen die Kritiker, habe Manning all dies in der regulären Saison erzielt.

Manning mit schwacher Bilanz in Playoffs

Brady indes glänzt vor allem in den Playoffs. Hier hat er die meisten Spiele (30), Siege (22), Super Bowl-Teilnahmen (6). Von den NFL-Quarterbacks können mit Bradys vier Meistertiteln nur Joe Montana und Terry Bradshaw mithalten. Und hätte nicht ausgerechnet Mannings jüngerer Bruder Eli 2008 und 2012 mit den New York Giants jeweils in der Schlussminute den Super Bowl gegen Bradys Patriots gewonnen, wäre die Frage nach dem besten Quarterback aller Zeiten längst beantwortet.

Peyton Manning wiederum wurde lediglich 2007 mit den Indianapolis Colts Meister, verlor die Endspiele 2010 und 2014 und hat so viele Niederlagen in der Ko-Runde (13) wie kein anderer Playmaker. Brady lobt Manning als unglaublichen Spieler, gegen dessen Teams man immer seine beste Leistung bringen müsse. Manning sieht es als große Ehre und Privileg an, so oft gegen Brady gespielt zu haben.

Die Premiere des Quarterback-Klassikers gab es am 30. September 2001. Brady war bei New Englands 44:13-Heimsieg gegen Indianapolis erstmals Starting-Quarterback, blieb aber unauffällig. Seine Abwehr fing zwei Manning-Pässe ab und trug den Ball jeweils zum Touchdown in die Colts-Endzone. Von den 16 Duellen sind vor allem drei besonders in Erinnerung geblieben.

  • Januar 2007: Im AFC-Championship-Match liegen die Patriots bei den Colts nach 22 Minuten mit 21:3 vorn - nie zuvor hatte in einem Halbfinale ein Team einen 18-Punkte-Rückstand aufgeholt. Doch Manning bringt seine Mannen heran, die Colts gehen 77 Sekunden vor Spielschluss erstmals in Führung (38:34). Bradys letzter Versuch wird abgefangen und Manning zwei Wochen später Super Bowl-Champion.

  • November 2009: Am zehnten Spieltag führt New England bei den unbesiegten Colts zu Beginn des Schlussviertels 31:14. Erneut kommt Mannings Team zurück. Der Quarterback bedient 13 Sekunden vor Schluss Reggie Wayne - Touchdown, 34:34. Kicker Matt Stover verwandelt den extra Punkt zum 35:34-Sieg der Colts.
  • November 2013: Mannings Broncos gehen bei den Patriots mit 24:0 in die Pause. Anschließend schaffen die Gastgeber das größte Comeback der Vereinsgeschichte. Brady wirft drei Touchdown-Pässe, New England siegt 34:31 nach Verlängerung. "Ihr könnt euren Manning haben, ich nehme meinen Brady", schreit Scott Zolak in sein Mikro.

Viele erwarten, dass Manning/BradyXVII der Schlussakt dieser großartigen Rivalität sein wird.

"Sowas gibt's nie wieder"

Während der 38-jährige Patriots-Star erfolgreich dem Älterwerden trotzt und unverzichtbar ist, spielt der fast 40 Jahre alte Manning die schlechteste Saison der Karriere. Seinem Wurfarm fehlen inzwischen Power und Präzision für lange Pässe. Und sogar die kurzen Anspiele kommen immer öfter ungenau.

Manning weiß selbst, dass er das direkte Duell gegen Brady nicht für sich entscheiden wird - dennoch hat er eine Siegchance. Doch um zu gewinnen, muss die beste Abwehr der Liga Bradys Offensive stoppen und Manning versuchen, keine großen Fehler zu machen. Er kann zwar nicht mehr besonders weit werfen, aber die Ausrichtung der gegnerischen Abwehr an der Line of Scrimmage immer noch exzellent lesen und darauf umgehend reagieren.

Brady will zum siebten Mal in den Super Bowl, dort seine fünfte Meisterschaft gewinnen. Manning kann ihn in beiden Statistiken nicht mehr einholen - und die Bilanz (11:5-Siege Brady) allenfalls aufhübschen. Aber er könnte seinen Dauerrivalen ärgern und mit einem Sieg eine eigene, letzte Chance auf seinen zweiten Super Bowl-Sieg bekommen.

Doch Manning/BradyXVII ist mehr als der wohl letzte Kampf zweier alternder Alleskönner. Es wirft die Frage auf, was wohl künftig das Quarterback-Duell sein könnte, das Millionen Menschen über Jahre faszinieren wird? Seattles Russel Wilson gegen Carolinas Cam Newton vielleicht?

Scott Zolak winkt ab. "Vergiss' es. Sowas wie Manning gegen Brady gibt's nie wieder."

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insgesamt 13 Beiträge
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1.
Boesor 24.01.2016
Wie im Fußball ist es schwer DEN BESTEN über Generationen eines sich verändernden Spiels, noch dazu in einer Mannschaftssportart, zu bestimmen. Die Zahl der Meisterschaftsringe wird diese Frage nicht beantworten. Was man so hört sollte man Manning und Brady nicht unterschätzen, selbstverständlich nicht. Aber viele sagen, dass Joe Montana der beste aller Zeiten war. vielleicht stimmt auch das nicht.
2. ProSieben MAXX überträgt Live?
Loddarithmus 24.01.2016
Aber nicht im TV. Zumindest zeigen die Programmabfragen keine NFL-Übertragungstermine an.
3.
Boesor 24.01.2016
Steht bei mir im EPG, wurde bei Twitter verkündet und steht im Internet. 20:44 Uhr Pro7maxx und dann ab 22:15 Uhr bei SAT1
4. Ja..
Lankoron 24.01.2016
ab 20.30 Uhr auf Pro7Maxx, später wird umgeschaltet auf SAT1...den Superbowl gibts auch auf SAT1. Schön, dass jeden Sonntag Spiele übertragen worden. Und zum Thema Nachfolger: Während für manning wohl Schluss sein wird nach dieser Saison, hat sich Brady ja noch nicht geäußert. Und was die Zukunft bringt, muss man abwarten...bislang hat sich noch keiner der "jungen" QB überhaupt stabil genug für mehrere Saisons gezeigt. Sicher ist Cam Newton aktuell sehr gut, doch ober er dieses kraftraubende Spiel 10 Jahre durchhält und dabei dann auch seine Mannschaft zuverlässig immer wieder führen kann, muss er erst mal beweisen.
5. Danke für die Info!
Loddarithmus 24.01.2016
Zitat von BoesorSteht bei mir im EPG, wurde bei Twitter verkündet und steht im Internet. 20:44 Uhr Pro7maxx und dann ab 22:15 Uhr bei SAT1
EPG zeigt's bei mir noch nicht, Internet hat gerade eben das Programm in diesem Sinn aktualisiert. Werde dann mal beide Kanäle programmieren.
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National Football League
AP
Die 32 Teams in der National Football League (NFL) spielen in zwei Conferences: der American Football Conference (AFC) und der National Football Conference (NFC). AFC und NFC umfassen jeweils 16 Teams, die wiederum in vier Divisions unterteilt sind: East, North, South und West.

AFC East: Buffalo Bills, Miami Dolphins, New England Patriots, New York Jets
AFC North: Baltimore Ravens, Cincinnati Bengals, Cleveland Browns, Pittsburgh Steelers
AFC South: Houston Texans, Indianapolis Colts, Jacksonville Jaguars, Tennessee Titans
AFC West: Denver Broncos, Kansas City Chiefs, Oakland Raiders, San Diego Chargers

NFC East: Dallas Cowboys, New York Giants, Philadelphia Eagles, Washington Redskins
NFC North: Chicago Bears, Detroit Lions, Green Bay Packers, Minnesota Vikings
NFC South: Atlanta Falcons, Carolina Panthers, New Orleans Saints, Tampa Bay Buccaneers
NFC West: Arizona Cardinals, St. Louis Rams, San Francisco 49ers, Seattle Seahawks

Super-Bowl-Sieger seit 2000
Jahr Gewinner Verlierer MVP
2016 Denver Broncos Carolina Panthers Von Miller
2015 New England Patriots Seattle Seahawks Tom Brady
2014 Seattle Seahawks Denver Broncos Malcolm Smith
2013 Baltimore Ravens San Francisco 49ers Joe Flacco
2012 New York Giants New England Patriots Eli Manning
2011 Green Bay Packers Pittsburgh Steelers Aaron Rodgers
2010 New Orleans Saints Indianapolis Colts Drew Brees
2009 Pittsburgh Steelers Arizona Cardinals Santonio Holmes
2008 New York Giants New England Patriots Eli Manning
2007 Indianapolis Colts Chicago Bears Peyton Manning
2006 Pittsburgh Steelers Seattle Seahawks Hines Ward
2005 New England Patriots Philadelphia Eagles Deion Branch
2004 New England Patriots Carolina Panthers Tom Brady
2003 Tampa Bay Buccaneers Oakland Raiders Dexter Jackson
2002 New England Patriots Saint Louis Rams Tom Brady
2001 Baltimore Ravens New York Giants Ray Lewis
2000 Saint Louis Rams Tennessee Titans Kurt Warner
NFL: Die wertvollsten Spieler
Jahr Spieler* Team Position
2015 Cam Newton (1) Carolina QB
2014 Aaron Rodgers (2) Green Bay QB
2013 Peyton Manning (5) Denver QB
2012 Adrian Peterson Minnesota RB
2011 Aaron Rodgers Green Bay QB
2010 Tom Brady (2) New England QB
2009 Peyton Manning (4) Indianapolis QB
2008 Peyton Manning (3) Indianapolis QB
2007 Tom Brady New England QB
2006 LaDainian Tomlinson San Diego RB
2005 Shaun Alexander Seattle RB
2004 Peyton Manning (2) Indianapolis QB
2003 Peyton Manning Indianapolis QB
Steve McNair Tennessee QB
2002 Rich Gannon Oakland QB
2001 Kurt Warner (2) St. Louis QB
2000 Marshall Faulk St. Louis RB
1999 Kurt Warner St. Louis QB
*Zahlen in Klammern geben mehrfache Auszeichnungen an.
QB=Quarterback, RB=Runningback


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