Protestverbot während der Nationalhymne NFL und Spielergewerkschaft wollen Eskalation vermeiden

Die NFL will keine Profis auf Knien, die Spieler wollen die neuen Regeln ignorieren: Der Hymnenstreit in der US-Football-Liga droht zu eskalieren. NFL und Spielergewerkschaft suchen nach einem Kompromiss.

Spieler der Kansas City Chiefs
AFP

Spieler der Kansas City Chiefs


Die amerikanische Football-Liga NFL und die Spielergewerkschaft NFLPA wollen die neue Regelung zu den Hymnenprotesten vorerst nicht durchsetzen. "Wir arbeiten an einer gemeinsamen Lösung bezüglich der Hymnenproblematik. Um diesen konstruktiven Dialog nicht zu stören, haben wir uns darauf geeinigt, die derzeitige Regelung erst einmal ruhen zu lassen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Organisationen.

Die NFL hatte zuletzt entschieden, dass der Kniefall und andere Protesthandlungen beim Abspielen der US-Hymne künftig verboten sind und die Profis ihren Protest stattdessen nur noch durch einen Aufenthalt in der Kabine kundtun dürfen. Daraufhin hatte die NFLPA Beschwerde eingelegt. Die Regelung sei ohne Absprache mit ihr erfolgt, vertrage sich nicht mit dem Tarifvertrag und verletze die Rechte der Spieler, hieß es in einer Stellungnahme der Gewerkschaft.

Klubs kündigen Regeln an, Spieler wollen sie ignorieren

Am Donnerstag hatten US-Medien von einem internen Dokument des NFL-Klubs Miami Dolphins berichtet, in dem angekündigt wurde, während der Nationalhymne protestierende Sportler mit Sperren von bis zu vier Spielen und Geldbußen zu bestrafen. "Jedes Team musste vor dem Start des Trainingslagers seine Regelung zum Hymnen-Verhalten bei der NFL einreichen", hatten die Dolphins erklärt.

Gleichzeitig hatten einzelne Profis wie Jurrell Casey von den Tennessee Titans bereits angekündigt, auch trotz des Verbots weiter protestieren zu wollen. "Dann zahle ich eben die Geldstrafe", sagte der 28-Jährige.

Liga und Spielergewerkschaft wollen nun zum Start der neuen Saison den offenen Konflikt vermeiden. Es werde in den kommenden Wochen keine neuen Regelungen geben und die bestehende werde auch nicht durchgesetzt. Die Konzentration gelte nun der Findung einer gemeinsamen Lösung in beiderseitigem Einvernehmen, nicht durch die Gerichtsbarkeit, hieß es weiter.

chh/dpa/sid/AP



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