NHL-Lockout: Liga zieht im Tarifstreit vor Gericht

Seit Monaten verhandeln NHL und NHLPA im Tarifstreit, nun erscheint die Lage aussichtsloser als je zuvor. Die Liga ist vor das Bundesgericht in New York gezogen und wirft der Spielergewerkschaft zudem unlautere Arbeitskampfmethoden vor.

NHL-Profis Doan (l.), Crosby: Weiterhin keine Einigung im Tarifstreit Zur Großansicht
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NHL-Profis Doan (l.), Crosby: Weiterhin keine Einigung im Tarifstreit

Hamburg - Der seit Monaten andauernde Tarifstreit der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL wird nun auch vor Gericht ausgetragen. Die Clubbesitzer sind vor das Bundesgericht in New York gezogen, um die Legalität des Lockouts bestätigen zu lassen. Zudem werfen sie der Spielergewerkschaft NHLPA unlautere Methoden im Arbeitskampf vor.

Mit dem Vorstoß reagieren die Vereinsbosse auf Berichte, nach denen die NHLPA die Spieler darum bitten wolle, sie als offiziellen Vertreter in den Gehalts-Verhandlungen abzuwählen. Das würde es den Spielern ermöglichen, Kartellrechts-Klagen gegen die Liga zu führen.

Nach Meinung der Spielergewerkschaft hat die Liga mit ihrer Position keine Berechtigung. "Die NHL scheint der Meinung zu sein, dass man die Spieler daran hindern sollte, darüber nachzudenken, ob sie von einer Gewerkschaft repräsentiert werden wollen oder nicht", teilte die NHLPA mit.

Auch das Eingreifen staatlicher Mediatoren hatte zuletzt nicht zu Fortschritten geführt. Bislang wurden alle Spiele bis zum 30. Dezember abgesagt, weil es noch immer keinen neuen Tarifvertrag gibt. 526 Begegnungen sind dem Lockout bereits zum Opfer gefallen.

Die Spieler sind seit dem 15. September von den Clubs ausgesperrt. Im Streit zwischen der NHL und NHLPA geht es um die Verteilung der jährlichen Gesamteinnahmen von ursprünglich rund 3,3 Milliarden Dollar. Die Saison hätte am 10. Oktober beginnen sollen.

leh/dpa/sid

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Eishockey-Glossar
Getty Images
Ein Torwart, zwei Verteidiger und drei Angreifer stehen zeitgleich auf dem Eis. Die Stürmer sind in einen Center, der die Bullys spielt, und zwei Flügelstürmer aufgeteilt - eine sogenannte Reihe. Jede Mannschaft verfügt über je drei bis vier Sturm- und Verteidigungsreihen, die abwechselnd zwischen etwa 30 und 60 Sekunden auf dem Eis stehen.

Gängig ist dabei, dass einzelne Reihen besondere Aufgaben haben und daher in speziellen Situationen eingesetzt werden. So sollen die ersten beiden Reihen vorwiegend die Tore schießen und spielen deshalb auch in Überzahl. Die dritte, oft als "checking line" bezeichnet, ist dagegen eher defensiv orientiert und soll die Top-Reihen des Gegners ausschalten. Eine ähnliche Aufgabe hat Reihe vier, die oft auch deshalb aufs Eis geschickt wird, um den Top-Spielern eine Verschnaufpause zu ermöglichen.

Die Stanley-Cup-Sieger seit 2000*
Jahr Gewinner Saison-MVP
2013 Chicago Alexander Owetschkin
2012 Los Angeles Jewgeni Malkin
2011 Boston Corey Perry
2010 Chicago Henrik Sedin
2009 Pittsburgh Alexander Owetschkin
2008 Detroit Alexander Owetschkin
2007 Anaheim Sidney Crosby
2006 Carolina Joe Thornton
2004 Tampa Martin St. Louis
2003 New Jersey Peter Forsberg
2002 Detroit José Théodore
2001 Colorado Joe Sakic
2000 New Jersey Chris Pronger
*2004/2005 fiel die komplette Saison wegen eines Tarifstreits zwischen Team-Besitzern und Spielern aus
Der NHL-Modus
Die 30 Teams der National Hockey League (NHL) spielen in sechs Gruppen (Divisions) zu je fünf Mannschaften. Die Aufteilung richtet sich nach der geografischen Lage der Heimatorte. Jeweils drei Divisions bilden die Eastern und die Western Conference. In der Hauptrunde (Regular Season) absolviert jedes Team 82 Spiele. Die Playoffs werden zunächst in der jeweiligen Conference ausgespielt: Qualifiziert sind die drei Division-Sieger sowie die fünf nächsten punktbesten Mannschaften der Conference. Gespielt wird nach dem Modus Best of seven. Der Sieger der Eastern und der Sieger der Western Conference bestreiten das Finale um den Stanley Cup. Dieser wird seit 1894 ausgespielt und ist damit eine der ältesten Mannschaftstrophäen der Welt.