Nike Oregon Project Schwere Vorwürfe gegen Weltklasseläufer

Dopingermittler in den USA werfen mehreren Leichtathleten vor, systematisch zu betrügen. Der Sportartikelkonzern Nike steckt als Sponsor mittendrin und soll nach SPIEGEL-Informationen sogar Ermittlungen behindert haben.

Olympiasieger Matthew Centrowitz
REUTERS

Olympiasieger Matthew Centrowitz


Die amerikanische Anti-Doping-Agentur Usada erhebt schwere Manipulationsvorwürfe gegen Langstreckenläufer des Nike Oregon Project - eine Gruppe von Weltklasseathleten wie den Olympiasiegern Matthew Centrowitz und Mo Farah sowie dem Marathon-Olympiadritten Galen Rupp.

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Heft 10/2017
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Der SPIEGEL berichtet über einen vertraulichen Untersuchungsbericht, in dem die Usada der Gruppe "riskante Prozeduren" vorwirft, mit denen unter anderem "der Testosteronlevel der Läufer erhöht werden" soll. Die Spitzenathleten, die von dem ehemaligen Marathonläufer Alberto Salazar trainiert werden, hatten bei den Olympischen Spiele in Rio de Janeiro vier Medaillen gewonnen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die Usada berichtet in ihrem Report über extrem hohe Infusionsdosen der Aminosäurenverbindung L-Carnitin und über die Vergabe von Schilddrüsenhormonen. Diese Mittel seien "eine Art Gaspedal für Salazar", heißt es in dem Bericht. Trainer Salazar und die Athleten bestreiten jegliches Doping.

Der 269-Seiten-Report ist ein "Zwischenbericht" der Usada an die texanische Ärztekammer. Die Usada teilte dem SPIEGEL mit, man ermittele weiter gegen das Nike Oregon Project. Wann die Dopingfahnder ihre Arbeit beendet haben werden, sei nicht absehbar.

Die Usada fühlt sich in ihrer Arbeit vom Sportartikelkonzern Nike behindert. Deren Anwälte, so heißt es in der E-Mail eines Usada-Mitarbeiters, hätten "unverschämte Ansprüche", sauberen Sport wolle die Firma nicht unterstützen.

Der Nike-Gründer Phil Knight ist ein Freund Salazars, er unterstützt seit vielen Jahren das Nike Oregon Projekt, das sich auf dem Gelände der Firma in Beaverton befindet. Höchstes Ziel des Projekts ist es, einen amerikanischen Olympiasieger im Marathon hervorzubringen.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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insgesamt 16 Beiträge
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siebke 04.03.2017
1. warum....
.....sollten nicht auch in Amerika Doping dazugehören ? Hatten in ihrer Vergangenheit schon genügend Dopingsünder. Egal ob China, Russland, Amerika, Weltmächte wollen auch im Sport die Besten sein !
heiko1977 04.03.2017
2.
Nun dies ist ja keine neue Erkenntnis, dass in den USA aber auch in GB, systematisch gedopt wird.
TOKH1 04.03.2017
3. Vermengungstendenzen
Ich bitte davon Abstand zu nehmen, hier ein staatlich erwiesenes Doping wie in Russland oder China mit dem Doping von einzelnen Athleten zu vergleichen. Das ist unseriös und idiologisch geprägt durchschaubar....
taglöhner 04.03.2017
4. Wo ist der Staatsbezug?
Aaaah, da hat wohl jemand das Entscheidende bei diesem Vorgang nicht mitgekriegt. Oder tut nur so ;). Trainer und Athleten ermitteln, sperren. Wenn der Verband dahintersteckt, sperren. Wenn der Staat dahintersteckt, sperren. Wenn die nationale Dopingagentur mitmacht oder wegguckt, sperren. So einfach sollte es sein, wenn nicht die Spitzenfunktionäre korrupt sind. Neu ist, dass eventuell ein Sponsor mitmacht.
M. Vikings 04.03.2017
5. Ziemlich leer hier im Forum. Sind ja keine Russen.
Zitat von heiko1977Nun dies ist ja keine neue Erkenntnis, dass in den USA aber auch in GB, systematisch gedopt wird.
Die staatliche Dopingunterstützung der brasilianischen Sportler vor den olympischen Spielen, durch aussetzen der Dopingkontrollen in den 4 Wochen vor den Spielen, hat ja auch keine Konsequenzen nach sich gezogen.
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