Nach Weltrekord Nordkorea will WM im Gewichtheben austragen

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat eine neue Lieblingssportart: Gewichtheben. Sein Landsmann Om Yun-Chol hält den Weltrekord, er kann das Dreifache seines Körpergewichts stemmen. Nun hätte Nordkorea die WM gern im eigenen Land.

Große Pläne: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
REUTERS

Große Pläne: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un


Almaty - Nordkorea würde gerne eine Weltmeisterschaft im Gewichtheben austragen. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf den Internationalen Gewichtheber-Verband (IWF).

"Sie haben ihr Interesse signalisiert, dass sie gerne eine Weltmeisterschaft austragen würden", sagte Attila Adamfi, Direktor der IWF, der Zeitung. Eine offizielle Bewerbung gebe es noch nicht, aber "es ist ihr erfolgreichster Sport. Sie haben die Infrastruktur und das sportliche Know-How".

Der Nordkoreaner Om Yun-Chol hat in der vergangenen Woche bei der Gewichtheber-WM in Kasachstan eine Goldmedaille gewonnen und erst vor wenigen Wochen bei den Asienspielen in Incheon (Südkorea) einen Weltrekord im Gewichtheben aufgestellt. In der Klasse bis 56 Kilogramm bewältigte der 22-Jährige im Stoßen 170 Kilogramm und übertraf seine eigene Bestmarke um ein Kilogramm.

Schon bei den Olympischen Spielen in London hatte er für Furore gesorgt: Er startete damals in der Gruppe B, in der die nicht so stark eingeschätzten Athleten beginnen. Doch niemand aus der leistungsstärkeren Gruppe A konnte Om Yun-Chol, der nach dem Wettbewerb schon in sein Hotel zurückgefahren war, noch übertrumpfen. Zur Verleihung der Medaille musste er zurückgeholt werden.

Sportstätten für 10.000 Zuschauer

Dank seiner internationalen Erfolge soll Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mittlerweile Gefallen an dem Sport gefunden haben. Nordkorea war noch nie Gastgeber einer internationalen Meisterschaft, aber ein erster Schritt ist schon getan: 2013 veranstaltete das Land den "Asian Interclubs Cup" mit Gewichthebern aus zehn Ländern - unter anderem auch aus Südkorea.

Obwohl das Land den Nachbarn aus dem Süden nicht offiziell anerkennt, sei für die Sportler die Flagge Südkoreas gehisst und die Hymne gespielt worden, so IWF-Chef Adamfi. Pjöngjang habe "großartige Sportstätten" mit Platz für 10.000 Zuschauer. Eine internationale Meisterschaft in Nordkorea auszutragen, sei "eine enorme Herausforderung", so Adamfi, "aber es könnte innerhalb der nächsten fünf Jahre passieren, vielleicht noch früher".

Wie in einem Land, in dem so gut wie alles aus dem Westen verboten ist, ein sportliches Großereignis mit Werbebannern, Fernsehübertragungen und allem, was sonst noch dazugehört, organisiert werden soll, ist schwer vorstellbar, das gibt Adamfi zu. Realistisch sei aber, dass Nordkorea zumindest einen Nachwuchswettbewerb austragen könne.

vet



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insgesamt 11 Beiträge
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bronk 18.11.2014
1. Stell Dir vor...
Es ist Gewichtheber-WM und keiner geht hin, weil es zu gefährlich ist.
Senf-Dazugeberin 18.11.2014
2. Nachwuchswettbewerb
Welche Eltern würden ihr Kind denn freiwillig nach Nordkorea reisen lassen...
jskor 18.11.2014
3. Reisen
Nach nordkorea sind ungefährlich, da gibt es eher andere gründe warum man dem regime nicht erlauben sollte, dieses event für seine zwecke zu missbrauchen. Andererseits kann sport immer ein zeichen der öffnung und verständigung sein.
gekreuzigt 18.11.2014
4. Jetzt mal ernsthaft,
das Volk verhungert und der Pharao will Weltmeisterschaften abhalten? Man kann nur hoffen, dass die internationalen Verbände diesen Größenwahn nicht noch unterstützen, auch nicht mit Nachwuchsmeisterschaften.
ch.scheer74 18.11.2014
5.
Wenn ich dieses kleine schlitzäugige Schweinchen sehe, könnt ich kotzen!
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