Olympia 2008 Pistorius nicht nominiert, erneuter Dopingfall in Griechenland

Olympia-Absagen: Der südafrikanische Läufer Oscar Pistorius wurde nicht für das Aufgebot seines Landes nominiert. Ein griechischer Boxer wurde positiv auf Doping getestet. Die Basketball-Nationalmannschaften Kroatiens und Puerto Ricos haben bei der Olympiaqualifikation das Halbfinale erreicht.


Hamburg - Der unterschenkelamputierte Leichtathlet Oscar Pistorius wird nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen. Nach der verpassten Qualifikation über 400 Meter hatte er gehofft, für die Viermal-400-Meter-Staffel nominiert zu werden. Die Berufung in das Olympiateam Südafrikas blieb allerdings aus.

Leichtathlet Pistorius: Keine Nominierung für Olympia
AFP

Leichtathlet Pistorius: Keine Nominierung für Olympia

Der 21-Jährige, dem wegen Geburtsschäden im Alter von 17 Monaten Teile seiner beiden Unterschenkel amputiert werden mussten, läuft auf Hightech-Karbonprothesen. Nachdem der Leichtathletik-Weltverband IAAF ihm eine Teilnahme untersagt hatte, klagte er vor dem internationalen Gerichtshof CAS das Startrecht erfolgreich ein.

Bei der Basketball-Olympiaqualifikation in Athen haben Kroatien und Puerto Rico das Halbfinale erreicht. Im Viertelfinale gewann Kroatien 83:62 (36:29) gegen Kanada. Damit trifft die Mannschaft von Trainer Jasmin Repeša auf den Gegner der Partie Deutschland gegen Brasilien (18.30, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Puerto Rico bezwang Slowenien 81:70, der Gegner im Halbfinale wird in der Partie Griechenland gegen Neuseeland ermittelt. Die ersten drei Mannschaften des Turniers qualifizieren sich für die Olympischen Spiele in Peking.

Drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele ist in Griechenland erneut ein Dopingfall bekannt geworden. Nach Angaben des griechischen Fernsehens wurde ein für Olympia qualifizierter Boxer positiv getestet. Sein Name wurde zunächst nicht genannt. Bereits vor sechs Tagen war eine griechische Schwimmerin positiv auf Testosteron getestet worden. Zuvor war bekanntgeworden, dass der 400-Meter-Läufer Dimitris Regas positiv auf Trenbolon getestet wurde.

Anfang Juni wurden im Urin des Ruderers Giannis Tsamis das in Haarwuchsmitteln vorhandene Finasterid gefunden. Im März war bei sechs Frauen und fünf Männern aus der Gewichthebernationalmannschaft bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle das Steroid Trenbonol im Urin festgestellt worden.

Dwain Chambers darf nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen. Der Londoner High Court hat der Klage des britischen Sprinters gegen seine lebenslange Olympiasperre durch das nationale Olympische Komitee (BOA) nicht stattgegeben. Sportlich hatte sich Chambers bei den britischen Leichtathletikmeisterschaften in Birmingham in 10,00 Sekunden über 100 Meter für Peking qualifiziert.

Seine Anwälte erklärten vor Gericht, dass die lebenslange Olympiasperre unfair sei und zudem seine "Geschäftsfreiheit" beschränken würde. Das Komitee führte die Gefahr eines generellen Doping-Verdachts gegenüber dem britischen Olympia-Team als Hauptargument an. Zudem würde der Ruf der Olympischen Spiele 2012 in London in Gefahr geraten.

Chambers war 2003 wegen Dopings mit der Designerdroge THG für zwei Jahre gesperrt worden. Damals wurden dem Briten und seinem Team die 2002 in München gewonnenen EM-Titel über 100 und Viermal-100-Meter aberkannt. Als erster Brite hatte Chambers gegen das BOA geklagt, um dessen generelle Olympiasperre gegen Dopingsünder zu Fall zu bringen.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques Rogge, entscheidet erst nach den Olympischen Spielen in Peking, ob er sich für eine zweite Amtszeit bis 2013 zur Verfügung stellen wird. Dabei will er den Verlauf der Spiele in seine Entscheidung mit einfließen lassen: "Peking ist ein Kriterium, ob ich weitermache oder nicht." Der 66-Jährige ist seit 2001 Präsident des IOCs.

Nordkorea hat einen südkoreanischen Vorstoß für einen gemeinsamen Auftritt bei der Eröffnungs- und Schlussfeier bei den Olympischen Spielen in Peking abgelehnt. Auf Anregung von IOC-Präsident Jacques Rogge hatte Südkorea Anfang des Monats eine Anfrage auf den Weg gebracht. Pläne der Teilstaaten für ein gemeinsames Olympiateam waren bereits gescheitert. Beide Olympiamannschaften waren 2000 in Sydney und 2004 in Athen gemeinsam ins Olympiastadion eingezogen: 2000 hinter einer Flagge mit den olympischen Ringen, 2004 hinter einer mit der koreanischen Halbinsel.

Die kolumbianische Olympiamannschaft hat Speerwerfer Noraldo Palacios wegen einer positiven Dopingprobe mit sofortiger Wirkung aus dem Peking-Aufgebot gestrichen. Der 28-Jährige war während des Grand Prix in Brasilien positiv getestet worden. Der Bronzemedaillengewinner der Mittelamerika-Spiele beteuert seine Unschuld und verweist auf eine medizinische Behandlung einer Schulterverletzung. In der kommenden Woche will der nationale Verband endgültig über den Fall entscheiden.

kna/sid/dpa/AP



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