Olympia-Skandal: Badminton-Teams wollten absichtlich verlieren

Beim olympischen Badminton-Turnier ist es zu einem Eklat gekommen: Ein chinesisches und ein südkoreanisches Duo schlugen absichtlich ins Aus und ins Netz, um die Partie zu verlieren. Sie erhofften sich dadurch einen einfacheren Gegner in der K.o.-Runde.

Chinesen Wang Xiaoli, Yu Yang: Absichtliche Fehlschläge Zur Großansicht
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Chinesen Wang Xiaoli, Yu Yang: Absichtliche Fehlschläge

Hamburg - Seit den Sommerspielen 1920 legen ein Sportler des Gastgeberlandes und ein Kampfrichter stellvertretend für die Teilnehmer den olympischen Eid ab. Sie versprechen dabei, den Fairness-Gedanken zu beachten und teilzunehmen "im wahren Geist der Sportlichkeit". Vier asiatischen Badmintonspielerinnen scheint dieses Ritual wenig zu bedeuten.

Im Damendoppel zwischen den topgesetzten Chinesinnen Wang Xiaoli/Yu Yang und den Südkoreanerinnen Jung Kyung Eun/Kim Ha Na versuchten beide Paare, das Spiel zu verlieren, um eine bessere Ausgangsposition in der K.o-Runde zu haben.

Weltmeisterin Yu gab die absichtliche Niederlage im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters indirekt sogar zu: "Unsere Gegner waren wirklich stark. Es war das erste Mal, dass wir gegen sie gespielt haben, und am Mittwoch beginnt die K.o-Runde. Wir waren bereits qualifiziert und wollten mehr Energie für das Viertelfinale haben."

Neun Aufschläge spielten die favorisierten Chinesinnen alleine im ersten Satz ins Netz oder Aus und verloren schließlich 11:21, 14:21. Nachdem der Schiedsrichter beide Doppel ermahnt hatte, fingen immerhin die Südkoreanerinnen an, sich etwas um den Sieg zu bemühen. Sie sind durch den dritten Sieg im dritten Spiel nun Sieger in der Gruppe A, die beiden Chinesinnen belegen Rang zwei. Die Viertelfinalspiele werden ab dem 4. August ausgetragen.

"Ich würde alle disqualifizieren"

Martin Kranitz, Sportdirektor des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV), ärgerte sich über das Verhalten der asiatischen Spielerinnen. "Ich würde alle disqualifizieren, die so etwas machen", sagte Kranitz. Beide Doppel wussten, dass der Sieger in der K.o.-Runde früh gegen das chinesische Doppel Tian Qing/Zhao Yunlei spielen wird. Das Paar gilt als eines der stärksten im Feld.

"So etwas hat es früher schon einmal bei Mannschaftswettbewerben gegeben", berichtete Kranitz. Bei den 30. Olympischen Spielen in London werden im Badminton erstmals Gruppenspiele ausgetragen. Die Sportart ist seit 1992 im olympischen Programm. Am späten Dienstagabend tagte noch eine Kommission des Weltverbandes BWF, um die Vorfälle zu untersuchen.

leh/sid

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