Hamburg - Sprinter Usain Bolt hat bei den Olympischen Sommerspielen über 100 Meter die Goldmedaille gewonnen. Im Finale setzte er sich in 9,63 Sekunden gegen seine Konkurrenten Yohan Blake (9,75 Sekunden) und Justin Gatlin (9,79) durch, die Silber und Bronze holten. Kaum im Ziel, küsste Bolt die Laufbahn.
"Ich wusste, dass ich es schaffen kann. Wenn es drauf ankommt, bin ich da", sagte Bolt, der schwach startete und um seinen vierten Olympiasieg kämpfen musste, am Ende aber überlegen siegte. "Es mag nicht die beste Reaktion der Welt gewesen sein", so der 25 Jahre, "ich bin ein bisschen im Startblock sitzengeblieben."
Der Jamaikaner konnte seine eigene Rekordmarke aus dem Jahr 2009 allerdings nicht verbessern. Damals war er in 9,58 Sekunden ins Ziel gelaufen, hatte sein Tempo auf den letzten Metern aber deutlich reduziert. Diesmal reichte es nur zum olympischen Rekord und zur zweitbesten Zeit der bisherigen Geschichte. Insgesamt hatte Bolt vor vier Jahren in Peking dreimal Gold erobert, er ist der zweite Läufer nach Carl Lewis (USA, 1984 und 1988), dem der Olympiasieg über die kurze Sprintdistanz zweimal in Folge gelang.
"Das wird das Jahr sein, in dem ich den Rest der Welt hinter mir lasse"
Bereits das Halbfinale hatte der Sprinter aus Jamaika dominiert. Nur weil er in seinem Lauf erneut auf den letzten Metern das Tempo herausgenommen hatte, lief er nicht die schnellste Zeit aller drei Halbfinals. Bolt brauchte 9,87 Sekunden, schneller waren in den anderen Vorläufen Yohan Blake (9,85 Sekunden) sowie US-Star Justin Gatlin (9,82) gewesen.
Nach seiner Niederlage im Endlauf hatte Blake seinen Humor aber nicht verloren. Angesprochen auf den Sieg seines Landsmannes sagte er dem ZDF: "Ich bin immer noch der bessere Cricket-Spieler. Definitiv."
Bolt hatte schon vor dem Start der Spiele angekündigt, dass es für ihn nur um den Titel gehen würde. "Das wird der Augenblick, und das wird das Jahr sein, in dem ich den Rest der Welt hinter mir lasse", sagte er: "Mit jeder Trainingseinheit werde ich besser. Ich habe jetzt auch keine anderen Pflichten, keine Sorgen. Es dreht sich alles nur ums Trainieren, Essen und Schlafen."
Auf seiner Lieblingsstrecke, den 200 Metern, rechnete er sich im Vorfeld der Spiele die besten Chancen aus. Zum Abschluss will der Schützling von Trainer Glen Mills seine zweiten Sommerspiele mit Jamaikas Sprintstaffel über 4x100 Meter krönen.
Vor den Spielen hatte es Zweifel an der Leistungsfähigkeit Bolts gegeben. Erstmals seit dem dreifachen Triumph von Peking hatte der Nimbus der Unbesiegbarkeit Kratzer erhalten. 2011 erlebte er bei der WM 2011 ein Fehlstartfiasko, in den vergangenen Monaten hatte er immer wieder über Rückenbeschwerden geklagt, auch im Vorfeld von London ließ er sich deshalb bei Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München behandeln. Ende Mai lief Bolt die 100 Meter beim Meeting im tschechischen Ostrau dann in nur 10,04 Sekunden.
jar/sid/dpa
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