Olympische Schwimmer: Dopingstreit zwischen China und USA

Die überragenden Leistungen der chinesischen Schwimmer in London haben zahlreiche Skeptiker auf den Plan gerufen. Nun wehrt sich der Verband gegen Dopinggerüchte um die 16-jährige Weltrekordlerin Ye Shiwen - mit einer Attacke gegen die Amerikaner.

Chinas Goldmedaillengewinnerin Ye Shiwen, 16: Zweifel an Spitzenleistung Zur Großansicht
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Chinas Goldmedaillengewinnerin Ye Shiwen, 16: Zweifel an Spitzenleistung

Hamburg - China wehrt sich gegen Kritik an seinen Olympia-Medaillen. Es sei unfair, mit dem Finger auf chinesische Schwimmer zu zeigen, sobald sie Medaillen bei internationalen Wettkämpfen gewinnen, sagte Jiang Zhixue, Leiter der nationalen Anti-Doping-Behörde, der Nachrichtenagentur Xinhua.

Bei den Olympischen Spielen in London hatte Sun Yang als erster chinesischer Schwimmer eine Goldmedaille über 400 Meter Freistil gewonnen. Am selben Tag siegte die erst 16-jährige Ye Shiwen in neuer Weltrekordzeit über 400 Meter Lagen. Besonders ihre Leistung weckte Argwohn: Ye verbesserte nicht nur ihre eigene Bestleistung binnen eines Jahres um sieben Sekunden. Auf den letzten 50 Metern war sie sogar 17 Hundertstel schneller als Olympiasieger Ryan Lochte in seinem Rennen über dieselbe Strecke.

Laut Anti-Doping-Chef Jiang ist diese Leistung, die er selbst als "Durchbruch" feiert, das Ergebnis "wissenschaftlichen Trainings und harter Arbeit". Viele Leute seien chinesischen Sportlern gegenüber voreingenommen, kritisierte er und verbat sich Kritik aus den USA: "Wir haben Michael Phelps nie in Frage gestellt, als er in Peking acht Goldmedaillen gewann." Der US-Schwimmer, der 2008 bei all seinen Starts triumphierte, schwächelt in London. Bislang steht nur eine Silbermedaille in der Staffel für ihn zu Buche, über 400 Meter Lagen landete er nur auf Platz vier.

Jiang verwies darauf, dass chinesische Sportler seit ihrer Ankunft in London insgesamt 100 Dopingproben abgegeben hätten. "Andere wurden außerdem von den internationalen Sportverbänden und der britischen Anti-Doping-Agentur getestet. Bis jetzt gab es keinen einzigen positiven Fall."

China verweist auf 15.000 Dopingtests pro Jahr

Jiangs Vize Zhao Jian sagte im britischen "Guardian", sein Land nehme den Kampf gegen Doping ernst. "Als wir 1990 anfingen, führten wir nur 65 Tests durch. Heute sind es 15.000 pro Jahr. So weit ich weiß, nehmen die USA und Australien nur 7000 bis 8000 Dopingproben pro Jahr." Alle chinesischen Sportler müssten Anti-Doping-Kurse belegen, eine Prüfung bestehen und einen Eid ablegen, so Jiang.

In der Vergangenheit wurden jedoch häufig chinesische Schwimmer des Dopings überführt:

  • Bei den Asienspielen 1994 wurden sieben Schwimmer positiv auf anabole Steroide getestet.
  • 1998 wurden im Gepäck von vier Sportlern bei der Anreise zur Schwimm-WM in Perth Wachstumshormone gefunden.
  • Nach der nationalen Meisterschaft 2008 wurden fünf Nachwuchsschwimmer wegen der Einnahme von Clenbuterol gesperrt.

Chen Zhanghao, Chefarzt der chinesischen Olympiamannschaft bei den Olympischen Spielen zwischen 1984 und 1992, räumte kürzlich in einem Interview mit dem "Sydney Morning Herald" systematisches Doping unter seiner Verantwortung ein. "Die USA, die Sowjetunion und Frankreich haben damals alle Steroide und Wachstumshormone eingesetzt. Also haben wir das auch getan." Das Dopingprogramm habe also nur existiert, um mit den Konkurrenten Schritt zu halten. "Wie kann man also China verdammen, nicht aber die USA oder die Sowjetunion?"

syd

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insgesamt 126 Beiträge
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1.
Fabeldichter 31.07.2012
Zitat von sysopDie überragenden Leistungen der chinesischen Schwimmer in London haben zahlreiche Skeptiker auf den Plan gerufen. Nun wehrt sich der Verband gegen Dopinggerüchte um die 16-jährige Weltrekordlerin Ye Shiwen - mit einer Attacke gegen die Amerikaner. Olympia 2012: China wehrt sich gegen Dopingvorwürfe gegen Ye Shiwen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,847362,00.html)
Aus genau diesem Grund schaue ich mir seit langer Zeit keine olympischen Wettkaempfe mehr an. Es wird nur getrickst, gelogen und verschleiert und das alles im Namen nationaler Ueberlegenheit und des Kommerz.
2. Vorschlag!
hajo58 31.07.2012
Zitat von sysopDie überragenden Leistungen der chinesischen Schwimmer in London haben zahlreiche Skeptiker auf den Plan gerufen. Nun wehrt sich der Verband gegen Dopinggerüchte um die 16-jährige Weltrekordlerin Ye Shiwen - mit einer Attacke gegen die Amerikaner. Olympia 2012: China wehrt sich gegen Dopingvorwürfe gegen Ye Shiwen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,847362,00.html)
Vor vielen Jahren hatte ich schon einmal vorgeschlagen bei Siegerehrungen die Flagge des Ausrüsters zu hießen, die Hymne eines Pharmakonzerns zu spielen und die Apotheken-Rundschau als Stadionzeitung verteilen zu lassen.
3. Einer hat weniger gedopt, als der andere, Ungedopte schwimmen hinterher
zoon.politicon 31.07.2012
Zitat von sysopDie überragenden Leistungen der chinesischen Schwimmer in London haben zahlreiche Skeptiker auf den Plan gerufen. Nun wehrt sich der Verband gegen Dopinggerüchte um die 16-jährige Weltrekordlerin Ye Shiwen - mit einer Attacke gegen die Amerikaner. Olympia 2012: China wehrt sich gegen Dopingvorwürfe gegen Ye Shiwen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,847362,00.html)
Was mit "ungedopten" Nationen geschieht, sehen wir momentan an unseren deutschen Schwimmern, über die die Presse herfällt, weil bisher unbekannte Schwimmer massenhaft an deutschen "Favoriten" (tituliert mit "Europameister" u.a.) vorbei schwimmen. Es ist aber nun mal so, dass beim Schwimmen - neben dem Schwimmstil natürlich - die Muskelkraft das Entscheidende ist. Hier wirken eben Anabolika, die den Muskelaufbau fördern, "Wunder". Das wissen wir spätestens nach den riesigen Erfolgen der damaligen DDR. Geschicktes Anabolika-Doping ist auch durch konsequente engmaschige Trainingskontrollen nicht immer aufzudecken. Was den Doping-Streit zwischen China und USA angeht: da hat einer halt weniger gedopt, als der andere.
4.
Plastilin8 31.07.2012
Zitat von sysop"Die USA, die Sowjetunion und Frankreich haben damals alle Steroide und Wachstumshormone eingesetzt. Also haben wir das auch getan." Olympia 2012: China wehrt sich gegen Dopingvorwürfe gegen Ye Shiwen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,847362,00.html)
Heureka, was für eine unkonventionelle Begründung, bei der ich bis heute zu nagen habe und fast verzweifle und wohl nie verstehen werde, weil damit die Schleife auf endlos getrimmt wird, Rache, Gegenrache usw... Mit dieser Phrase kann ich jede Ungerechtigkeit und alle Übel der Welt erklären.
5. hahaha...
77tomas 31.07.2012
ein guter witz von den amerikanern ! als ob sie bei diesem "meer von goldmedallien" all diese jahre von weisser weste sind.....ts ts ts ts es stoert halt wenn andere gleich "gut" sind .....
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