Hamburg - Die Bahnsprinterinnen Miriam Welte und Kristina Vogel haben die Goldmedaille im Teamsprint gewonnen. Als Favoritinnen waren die beiden Weltmeisterinnen in den ersten olympischen Teamsprint-Wettbewerb gegangen, unterlagen im Finale aber zunächst Gong Jinjie und Guo Shuang aus China mit 0,179 Sekunden. Die Asiatinnen hatten den Weltrekord der Deutschen bereits in der Qualifikation unterboten.
Doch dann die Überraschung: Die Chinesinnen wurden nachträglich wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert. Das hieß: das vierte Gold für Deutschland. "Das müssen wir erst mal sacken lassen. Noch fühle ich mich nicht als Goldmedaillengewinnern" sagte Welte. Bronze holten die Australierinnen Anna Meares und Kaarle McCulloch.
"Für die Mannschaft, die die Disqualifizierung betrifft, ist das natürlich bitter. Aber so sind die Regeln, an die müssen wir uns auch halten", sagten die beiden über das dramatische Finale.
Auch die Briten wurden disqulifiziert
Die Jury hatte sich nach dem Finale zunächst beraten und nach der Sichtung der Zeitlupenaufnahmen auf einen Wechselfehler der Chinesen entschieden. "Die Teams kommen da mit 60 Kilometern pro Stunde aus der Kurve. Und dann musst du einen kleinen Strich sehen und darauf reagieren", so Vogel über die Schwierigkeiten der Wechselphase. Beim Teamsprint steigt die Führende nach der Hälfte des Rennens aus. Bleibt sie länger in der ersten Position, könnte die längere Zeit im Windschatten einen Vorteil bringen. Dazu darf die Bahnbegrenzung, eine blaue Linie, nicht überquert werden.
Die Mannschaft des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) profitierte bereits beim Finaleinzug von der Disqualifikation des britischen Teams, das wegen eines illegalen Wechsels aus dem Rennen genommen wurde. Zuvor hatten Vogel und Welte zwar ihr Viertelfinale gegen Frankreich in 32,701 Sekunden gewonnen, aber nur die drittschnellste Zeit erreicht.
Die Chinesinnen hatten den Weltrekord der Deutschen Sprinterinnen vor dem Finale gleich zweimal unterboten und noch einmal auf 32,422 Sekunden gesteigert. Die Bestmarke von Vogel und Welte stammte von der WM in Melbourne im April, als sie 32,549 erreicht hatten.
joe
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