Olympische Sommerspiele Briten schlagen Deutschlands Dressurreiter

Die Siegesserie der deutschen Dressurreiter bei Olympischen Spielen ist gerissen: Erstmals seit 1980 geht das Mannschaftsgold nicht nach Deutschland. Das Team gewann in London Silber hinter Gastgeber Großbritannien.

Dressurreiterin Schneider: Platz zwei hinter Großbritannien
REUTERS

Dressurreiterin Schneider: Platz zwei hinter Großbritannien


Hamburg - Die deutsche Dressur-Equipe hat bei den Olympischen Sommerspielen in London die Silbermedaille gewonnen. Das Team mit Helen Langehanenberg, Kristina Sprehe und Dorothee Schneider landete nach dem Grand Prix am Wochenende und dem Grand Prix Special am Dienstag hinter Großbritannien auf dem zweiten Platz. Für die Gastgeber war es der erste Dressur-Mannschaftssieg in der olympischen Geschichte. Bronze ging an die Niederlande.

Die drei deutschen Reiterinnen zeigten solide Leistungen, konnten das britische Team mit Carl Hester, Laura Bechtolsheimer und Charlotte Dujardin aber nicht gefährden. Mit einem Punkteschnitt von 78,219 Prozent erreichten die Deutschen das beste Resultat, das je ein zweitplatziertes Team bei Olympia erzielte. Die Briten kamen auf einen Schnitt von 79,749 Prozent.

Dujardin auf Valegro war mit 83,286 Prozent die überragende Reiterin des Wettbewerbs am Dienstag. Im deutschen Team zeigte Langehanenberg auf ihrem Pferd Damon Hill mit 87,937 Prozent die stärkste Leistung. Ein kleiner Fehler bei der ersten Piaffe kostete sie eine bessere Wertung.

"Das ist Silber gewonnen und nicht Gold verloren", sagte der Dressurausschuss-Vorsitzende Klaus Roeser. "Das ist das jüngste Team, das wir je hatten. Das ist eine richtig starke Leistung." Auch der Bundestrainer freute sich mit seinen drei Debütantinnen und attestierte ihnen "ganz starke Auftritte" in London. "Wir sind nicht schlechter geworden, die anderen sind besser als früher", sagte Jonny Hilberath. "Mehr war nicht drin, das Ergebnis ist in Ordnung, die Briten sind phantastisch geritten."

Damit endet eine außergewöhnliche Siegesserie: Seit den Spielen 1984 in Los Angeles hatten ausnahmslos deutsche Dressurmannschaften Olympiagold geholt. Vor vier Jahren in Hongkong hatten sich Heike Kemmer, Nadine Capellmann und Isabell Werth vor den Niederlanden und Dänemark durchgesetzt.

syd

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insgesamt 13 Beiträge
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otto_iii 07.08.2012
1. Medaillenspiegel
Die deutsche Medaillenausbeute ist im Vergleich zu vorangegangenen Spielen absolut mies. Die Briten hingegen legen eine beeindruckende Leistung nach der anderen hin, und das kann wohl nicht nur Glück oder Heimvorteil sein. Darüber sollten sich unsere Sportfunktionäre und Politiker mal Gedanken machen!
funnyone2007 07.08.2012
2.
Zitat von otto_iiiDie deutsche Medaillenausbeute ist im Vergleich zu vorangegangenen Spielen absolut mies. Die Briten hingegen legen eine beeindruckende Leistung nach der anderen hin, und das kann wohl nicht nur Glück oder Heimvorteil sein. Darüber sollten sich unsere Sportfunktionäre und Politiker mal Gedanken machen!
die Briten haben auch einen Heimvorteil seitens der Kampfrichter, hat man gestern auch beim Boxen gesehen, da wird jeder leichte Treffer gezählt, während der Gegner deutlicher treffen muss. Aber egal.... müssen nicht immer gewinnen..
mackeldei 07.08.2012
3. Medaillenspiegel
Zitat von otto_iiiDie deutsche Medaillenausbeute ist im Vergleich zu vorangegangenen Spielen absolut mies. Die Briten hingegen legen eine beeindruckende Leistung nach der anderen hin, und das kann wohl nicht nur Glück oder Heimvorteil sein. Darüber sollten sich unsere Sportfunktionäre und Politiker mal Gedanken machen!
Wenn 21 Silbermedaillen weniger zählen als 1 Goldmedaille, dann sollte man sich einmal über den blödsinnigen Medaillenspiegel Gedanken machen.
disi123 07.08.2012
4. Zahlendreher...
Mit einem Punkteschnitt von 78,219 Prozent erreichten die Deutschen das beste Resultat, das je ein zweiplatziertes Team bei Olympia erzielte. Die Briten kamen auf einen Schnitt von 97,749 Prozent. Das waren 79.979?
rokokokokotte 07.08.2012
5. Kollege...
Zitat von mackeldeiWenn 21 Silbermedaillen weniger zählen als 1 Goldmedaille, dann sollte man sich einmal über den blödsinnigen Medaillenspiegel Gedanken machen.
...GOLD heisst SIEG! Den 2ten Platz kannst Du vergessen. Silber ist das Trostmetall für einen der loser. Über Bronze brauchst Du schon gar kein Wort mehr zu verlieren. Insgesamt spiegelt die Olympische Metallausbeute der Teutonen den seit Jahren kontinuierlich abnehmenden Willen zu Leistung und Einsatz unserer sog. "Future". Da wird mir angst und bang´ ums Pumperl.
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