Von Benjamin Reister
Sie können sich anstrengen, wie sie wollen. Die Zielvorgabe des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) von zwei Medaillen für den Deutschen Hockey-Bund (DHB) können auch sie nicht mehr erfüllen. Lediglich das vom DOSB eingeplante Gold können die Hockey-Männer noch sichern, um ihren Dachverband nicht allzu schlecht aussehen zu lassen. Die Erwartungen der Funktionäre dürften sie im Finale jedoch am allerwenigsten im Kopf haben. Schließlich geht es im Endspiel gegen die Niederlande (21 Uhr, alle Wettbewerbe im Liveticker von SPIEGEL ONLINE) um den Sieg und die Revanche für die 1:3-Niederlage in der Vorrunde. "Jetzt geht es um das große Ding. Und wir wollen das große Ding", sagte Spielführer Max Müller.
Das "große Ding" will auch Sabine Spitz noch einmal. Zumindest das Podium soll es für die Mountainbikerin sein. Die Olympiasiegerin von 2008 fühlt sich "stärker als in Peking", auch wenn sie mit 40 Jahren mittlerweile die älteste Teilnehmerin im Feld ist. "Was mir die Jungen an Spritzigkeit und Risikobereitschaft vielleicht voraus haben, kann ich durch Erfahrung und taktisches Geschick ausgleichen", sagte Spitz, die als Mitfavoritin in das olympische Cross-Country-Rennen in Hadleigh Farm geht (ab 13.30 Uhr).
Am vorletzten Wettkampftag könnten auch die Kanuten die deutsche Bilanz noch einmal aufbessern. Zielvorgaben sind für den Kanu-Verband als
Mit 30 Jahren würde Usain Bolt nicht mehr an den Start gehen, sagte er jüngst. Er hätte Angst, dass ihm die Jüngeren davonlaufen. Warum sollte er auch? Schließlich hat der Jamaikaner sich selbst schon mit 25 Jahren zur Legende erklärt. Bloß nicht verpassen, heißt es daher, wenn am Samstag das Finale der 4x100-Meter-Staffeln ansteht (ab 22 Uhr). Es könnte das letzte Rennen für Bolt bei Olympischen Spielen sein. Alles andere als Gold für den Jamaika-Express im letzten Stadion-Wettbewerb wäre eine Überraschung. "Es wird sicher eine gute Show zum Abschied", sagt Bolt. Es klingt wie eine Drohung an die Konkurrenz.
Neben Bolt wird am Samstag eine weitere Legende in London zugegen sein, wenn es um olympische Medaillen geht. Jedoch nicht im Olympiastadion, sondern als Zuschauer im Wembley-Stadion. Der ehemalige Weltfußballer Pelé hat in seiner Karriere alles gewonnen, nur ein Sieg bei Olympia blieb ihm verwehrt. Deshalb wird der 71-Jährige vor Ort die Daumen drücken, wenn seine Brasilianer im olympischen Finale gegen Mexiko um Gold spielen (ab 16 Uhr). "Ich hoffe, jetzt, da ich hier bin, bekommen wir die Goldmedaille, die ich nie gekriegt habe", sagte Pelé. Klarer Favorit sind die Brasilianer mit ihrem jungen Starensemble um Neymar und Hulk.
Auch Caster Semenya will nach ihrem WM-Titel in Berlin ihre erste olympische Goldmedaille holen. Südafrikas Starläuferin über die 800 Meter war souverän ins Finale am Samstag (21 Uhr) eingezogen. "Ich war ein bisschen nervös. Aber das Publikum hat mich sehr gut aufgenommen und schöne Erinnerungen in mir geweckt", sagte Semenya. Die 21-Jährige war 2009 bei ihrem WM-Sieg über 800 Meter in Berlin in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, da Zweifel an ihrem weiblichen Geschlecht aufgekommen waren. Bis zur Klärung hatte sie ein Jahr lang keine Wettkämpfe bestreiten dürfen. Eine olympische Goldmedaille dürfte sie als Genugtuung empfinden.
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