Olympia 2012 Die Superstars von London

Dabei sein ist alles? Das gilt für andere. Für die Stars zählen bei den Olympischen Sommerspielen nur Goldmedaillen und Weltrekorde. Doch wer kann seine Titel aus Peking verteidigen? Und holt erneut ein Sportler achtmal Gold? Die Top-Favoriten von London 2012.

AFP

Hamburg - Es war ein Moment der Erhabenheit. Ausgerechnet beim Höhepunkt der Spiele siegte Usain Bolt mit einer zuvor selten gesehenen Leichtigkeit, schon 20 Meter vor dem Ziel begann er zu jubeln. Der Triumph des Jamaikaners über 100 Meter, die Königsdisziplin der Leichtathleten, bei den Olympischen Sommerspielen in Peking 2008, war eine Demonstration der Stärke. Und nur eine von Bolts insgesamt drei Goldmedaillen.

Der heute 25-Jährige stellte zudem über 100 und 200 Meter einen neuen Weltrekord auf. Er ist seitdem das Maß der Dinge in der Sprinter-Szene - und somit auch bei den 30. Olympischen Spielen in London der Mann, den es zu schlagen gilt. Auch wenn der fünfmalige Weltmeister zuletzt bei den Jamaican Olympic Trials von Yohan Blake geschlagen wurde.

Eine ähnliche Ausnahmestellung wie Bolt bei den Sprintern hat Michael Phelps bei den Schwimmern. Der 27-Jährige ist der Superstar im Becken. In Peking holte Phelps acht Goldmedaillen und stellte dabei sieben Weltrekorde auf. Er ist seitdem der erfolgreichste Sportler in der bisherigen Geschichte der Olympischen Sommerspiele.

Aus den Top Ten in diesem Ranking ist Phelps der einzige noch Aktive. Doch auch abseits dieser Bestenliste gibt es zahlreiche renommierte Sportler, die in London zu den Medaillenkandidaten zählen. Die Leichtathleten Jelena Issinbajewa, Kenenisa Bekele sowie Paula Radcliffe, das amerikanische Basketballteam oder der Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins. London wird zum Treffen der Top-Stars.

Die britischen Hoffnungen ruhen auf Tom Daley

In Peking wurden insgesamt 45 Weltrekorde aufgestellt. Und viele der Athleten, die damals für neue Bestmarken sorgten, sind auch in London wieder die Favoriten. Dies trifft auch auf den Phelps-Konkurrenten Ryan Lochte zu. Oder auf die chinesische Gewichtheberin Liu Chunhong.

Liu Chunhong holte 2008 eine der 51 Goldmedaillen ihres Landes, das damit als Gastgeber die Medaillenwertung gewann. Dass Großbritannien dieses Kunststück wiederholt, gilt als unwahrscheinlich. Die britischen Sportler belegten in Peking nur Rang vier im Medaillenspiegel und haben seitdem nur wenige neue Hoffnungsträger herausgebracht.

Einer von ihnen ist Tom Daley. Der Turmspringer ist erst 18 Jahre alt, trotzdem ruhen die Erwartungen der Nation vor allem auf ihm. Daley vermarktet sich geschickt im Internet, er lehnt Alkohol ab - und ist zudem ein Riesentalent. 2008, im Alter von 13 Jahren, wurde er vom Zehn-Meter-Turm Europameister, ein Jahr später triumphierte er bei der WM.

Folgt nun olympisches Gold? Und wer darf sich noch Hoffnungen auf eine Medaille machen? Hier geht es zu den Top-Stars von London 2012.

leh

insgesamt 3 Beiträge
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bristolian 26.07.2012
1. Wirklich?
"Sein Triumph 2008 war das erste Leichtathletik-Gold eines australischen Athleten seit 800-Me*ter-Läu*fer Ralph Doubell 1968." Und ich dachte Cathy Freeman haette 2000 in Sydney Gold ueber 400m gewonnen ... so kann man sich taeuschen.
vogelskipper 26.07.2012
2. Schwimmen Langstrecke zählt wohl nicht?
Liebe Spiegel Sportredaktion, bei Ihrer Bildstrecke der Medaillenhoffnungen hätten Sie Thomas Lurz aber auch nennen müssen! Dieser Ausnahmeathlet hat in der 5 und 10 km Schwimmen Langstrecke so ziemlich alles abgeräumt, was es zu gewinnen gab! Er ist auch in London wieder einer der Anwärter auf Gold in der 5 und 10 km Schwimmen Langstrecken Disziplin. Warum zählt das nicht? Ausserdem ist Thomas Lurz ein sehr sympathischer und geerdet gebliebener Sportler, der es wahrlich verdinet hätte, dass man mal etwas ausführlicher über ihn berichtet.
passista 26.07.2012
3. Berichterstattung
Im Forum zur Tour de France schrieb ein Teilnehmer so treffend, dass der Radsport ein immanentes Doping-Problem hat, dass er dies weder beschönigen, noch relativieren wolle, dass er trotzdem der Faszination des Radsports erlegen sei. Das einzige, was er sich (von den Medien) wünsche, sei eine einigermaßen ausgewogene Berichterstattung. Nicht, dass schon im ersten Nebensatz gefragt oder spekuliert wird, was der eine oder andere wohl einwirft. Dieser Artikel zur Olympiade zeigt, dass man einen Artikel über ein schönes Sportereignis verfassen kann, ohne sofort auf die dunklen Machenschaften von Geld, Macht, Politik und eben das Doping hinzuweisen. Der selbe Bradley Wiggins, der ob seines Tour-Sieges argwöhnisch betrachtet wurde und wird, erscheint hier als strahlender Medallienanwärter. Ist er jetzt nicht mehr verdächtig oder liegt es am olympischen Geist? Ich wünsche mir eine informative und unterhaltsame Berichterstattung von der Olympiade ohne erhobenen Zeigefinger und ohne permanente Erinnerungen an die Dopingfälle in 2008 (http://de.wikipedia.org/wiki/Olympische_Sommerspiele_2008#Doping). Und für nächstes Jahr eine ähnlich faire Behandlung der Tour.
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