Diskus-Olympiasieger Harting "Ich bin jetzt extrem befreit"

Als erster Leichtathlet seit zwölf Jahren hat Robert Harting Gold für Deutschland gewonnen. Im Interview spricht der Diskuswerfer über seine Favoritenrolle, sein lädiertes Knie und seinen ausgefallenen Jubel.

Diskus-Olympiasieger Harting: "Die Kampfrichter haben es spannend gemacht"
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Diskus-Olympiasieger Harting: "Die Kampfrichter haben es spannend gemacht"


Frage: Sie sind als der große Favorit in das Diskus-Finale gegangen. Warum haben sie es so spannend gemacht?

Harting: Ich habe es nicht spannend gemacht, sondern der britische Kampfrichter. Man hat gesehen: Den ersten Wurf wollte ich nicht werfen, weil die 800 Meter anstanden. Ich musste trotzdem ran, und beim zweiten Wurf waren die Leute so laut, ich konnte nicht denken. Beim dritten musste ich meine Scheibe ablegen, weil der Kampfrichter meinte, das Handtuch liege zu dicht am Ring.

Frage: Neben dem Deutschland-Achter und den Reitern galten sie als deutscher Top-Favorit auf den Olympiasieg. Haben Sie diesen Druck gespürt?

Harting: Ich bin jetzt extrem befreit. Druck war nichts Neues für mich. Aber in der Form, in der Dimension, in der Intensität war es schon sehr neu. Ich wusste aber auch, was ich kann, dass ich gut in Form bin, und wenn ich einen erwische, dann haben es die anderen schwer.

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Diskuswerfen: Der goldene Harting
Frage: Erst im fünften Versuch ist Ihnen die Siegerweite von 68,27 Meter gelungen. Wie haben Sie sich dafür motiviert?

Harting: Der Este Gerd Kanter hat mit seinen 68,03 Metern die Initialzündung für mich gegeben. Da wurde ich endlich wach. Irgendetwas muss ich nun mal machen.

Frage: Jetzt sind Sie Olympiasieger. Ist das auch eine Befreiung?

Harting: Das war so ein hartes Jahr. Es ist ein wunderschöner Moment, das Beißen und Kämpfen hat sich gelohnt. Schön, dass die Belohnung nun da ist. Ich habe alles getan. Ich bin erst mal sehr zufrieden und freue mich auf die nächsten Tage als Welt- und Europameister und Olympiasieger.

Frage: Wie stark hat Sie ihr lädiertes Knie gehandicapt?

Harting: Das Knie tut weh wie im vergangenen Jahr. Da wird eine Behandlung notwendig sein. Was die Zukunft dieses Themas angeht, will ich dem keinen Raum geben, weil ich schon so viel über das Knie gesprochen habe. Zehn Versuche kann ich gut belasten, dann wird es anstrengend.

Frage: Einmal mehr haben Sie ihr Nationaltrikot zerrissen. Warum?

Harting: Es ist meine Art zu feiern und die Gefühle rauszulassen. Ich habe es schon bei der WM in Berlin und Daegu gemacht. Diesmal hatte ich es angekündigt.

Frage: Auf der Ehrenrunde sind sie über die Hürden gelaufen. Wie kam es dazu?

Harting: Das war auch ein bisschen emotional für mich. Die Kampfrichter am Hürdenstart wollten es mir verbieten. Sie haben mich ein wenig provoziert, deshalb habe ich es gemacht. Es war einfach ein Spaß.

Aufgezeichnet von Andreas Schirmer (dpa). Die Aussagen wurden aufgezeichnet bei einem Medientermin, an dem mehrere Journalisten teilgenommen haben.



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Seite 1
haltetdendieb 08.08.2012
1. Die Kampfrichter scheinen ein wirkliches Problem
Wenn Herr Harting erzählt, wie sie ihn angegangen sind, dann kann ich nur den Hut ziehen vor der Leistung. Ich frage mich nur, was ist mit einigen (vielen?) dieser sogenannten "Kampfrichter" los. Prima Herr Harting. Und bitte schnellstens das Knie behandeln, damit Sie Al Oerters Rekord einstellen.
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