Von Benjamin Knaack
In London kommen dieser Tage die meisten Athleten schon zur Ruhe, doch auf der Horse Guards Parade am St. James's Park wird die Musik noch einmal aufgedreht: Die Stimmung beim Beachvolleyball ist teilweise so ausgelassen, dass der britische Premierminister David Cameron, der direkt nebenan in der Downing Street residiert, um seine Nachtruhe fürchten muss. Am Donnerstag sollte Cameron seine Fenster fest verschließen, denn das Finale steht an - und die Deutschen Julius Brink und Jonas Reckermann schicken sich an, die Goldmedaille zu gewinnen. Gegner im Endspiel sind die Top-Favoriten Alison Cerutti und Emanuel Rego aus Brasilien. Ab 22 Uhr (Liveticker SPIEGEL ONLINE) baggern sie, was das Zeug hält. Partystimmung ist garantiert - auch wenn es regnen sollte.
Wenn es darum geht, mit Paddeln möglichst schnell übers Wasser zu gleiten, dann macht den deutschen Kanuten kaum eine Nation etwas vor. Gleich vier Medaillen gab es am Mittwoch - und am Donnerstag soll diese "Flut" weitergehen: Beste Chancen auf Gold hat der Kajak-Vierer der Männer. 1000 Meter müssen Tim Wieskötter, Marcus Groß, Norman Brockl und Max Hoff zurücklegen, dann wissen sie, ob sich die kräftezehrende Vorbereitung gelohnt hat (ab 10.48 Uhr). Doch auch im Zweier-Kanadier (9.30 Uhr) und im Kajak-Zweier (11.35 Uhr) geht es um Medaillen.
Falls Sie es nicht so mit Wasser oder Sand haben, oder beides in dieser Kombination Sie zu sehr an den zurückliegenden, viel zu kurzen Griechenland-Urlaub erinnert: kein Problem! Großes Spektakel erwartet Sie auch auf der Tartanbahn. Denn um 21.55 Uhr ist wieder dieser schnelle Jamaikaner im Einsatz. Ob Usain Bolt nach seinem Triumph über 100 Meter auch auf der doppelt so langen Strecke triumphieren kann? Natürlich. Hier wird nichts künstlich spannend geschrieben. Bolt wird siegen: Seit 2008 hat er bei allen wichtigen Rennen über diese Distanz triumphiert, und die Gefahr eines Fehlstarts ist seit seinem Übungs-Startblock-Kauf ebenso gebannt. Wer glaubt da noch ernsthaft an einen anderen Sieger?
Apropos Leichtathletik: Etwas weniger schnell, dafür umso höher geht es bei den deutschen Leichtathleten zu. Hochspringerin Ariane Friedrich will beweisen, dass ihre Nominierung trotz verpasster Olympia-Norm gerechtfertigt war. In der Qualifikation ab 10.30 Uhr geht es für die pinkbeschopfte 28-Jährige um alles. Hoch fliegen sollen auch die Speere von Katharina Molitor, Christina Obergföll und Linda Stahl. Alle drei starten im Finale. Aber wer wirft am weitesten? Ab 22 Uhr sollten sich die Leichtathleten jedenfalls besser nicht mehr auf dem Rasen des Olympiastadions ausruhen. Der französische Weitspringer Salim Sdiri kann das bestätigen.
Egal wo Sie hingucken, Sie haben immer einen blau-rosafarbenen Schimmer vor Augen? Dann haben Sie wohl zu viele olympische Hockeyspiele verfolgt. Auf dem wohl gewöhnungsbedürftigsten Untergrund in London wollen die deutschen Hockey-Herren am Donnerstag den Finaleinzug perfektmachen. Der Olympiasieger von Peking trifft auf Australien. Keine leichte Aufgabe, die Kloppstockschwinger von Down Under präsentierten sich bislang in Top-Verfassung. Anpfiff ist um 16.30 Uhr.
Wissen Sie noch? Im vergangenen Jahr gab es die Frauen-Fußball-WM in Deutschland. Rauf und runter wurde damals über das Ereignis berichtet, danach wurde es wieder etwas stiller um die kickenden Mädels. Doch eines ist gleichgeblieben: Japan und die USA sind immer noch die beiden besten Teams. Bei der Weltmeisterschaft siegte Japan, nun will das Team um Torhüterin Hope Solo Revanche. Um 20.45 Uhr geht's los!
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