Olympia 2012: Judoka Bischof gewinnt Silber

Ole Bischof hat das Judo-Finale verloren. Der 32-Jährige unterlag in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm Kim Jae-Bum. Der Südkoreaner nahm damit erfolgreich Revanche für seine Finalniederlage vor vier Jahren in Peking.

Judo: Bischofs fast perfekter Tag Fotos
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Hamburg - Ole Bischof hat die dritte Goldmedaille für die deutsche Mannschaft verpasst. Der Judoka verlor das Finale in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm gegen den Südkoreaner Kim Jae-Bum 0:2. Damit vergab Bischof zudem die Chance, als erster deutscher Judoka zwei olympische Goldmedaillen zu gewinnen.

"Wenn man im Finale steht, will man natürlich auch gewinnen", sagte Bischof, "deshalb bin ich schon enttäuscht. Aber alles, was ich versucht habe, hat Kim gekontert. Er war der bessere Mann."

Im Finale der vergangenen Sommerspiele hatte Bischof den Südkoreaner noch besiegt. Damals triumphierte er dank eines Yukos, eine mittlere Wertung durch eine Fußtechnik. Diesmal fiel die Entscheidung ebenfalls durch zwei Yuko, die der 27 Jahre alte Südkoreaner schon in den ersten beiden Minuten holte.

"Wenn ich Gold gewonnen hätte, wäre ich in die Themse gesprungen."

"Nach dem Halbfinale waren die Körner raus. Ich freue mich auch für Kim, er ist ein Champion. Wir verstehen uns gut", sagte Bischof. "Wenn ich Gold gewonnen hätte, wäre ich in die Themse gesprungen."

Dabei war Bischof schon vor dem Kampf unzufrieden und hätte lieber gegen den im anderen Halbfinale unterlegenen Iwan Nifontow gekämpft. "Der Russe wäre mir lieber gewesen", sagte Bischof. "Das ist ein Traum", jubelte Präsident Peter Frese vom Deutschen Judo-Bund (DJB) nach der erlösenden ersten Glanzleistung der deutschen Judoka angesichts der Pleiten an den ersten Wettkampftagen. "Es ist so schwer, im Judo eine Olympia-Medaille zu holen. Und er holt wieder eine."

Unterdessen hat Urska Zolnir in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm Gold gewonnen. Die Slowenin bezwang im Finale die Chinesin Xu Lili und sicherte sich den Olympiasieg. Dritte wurden Gevrise Emane aus Frankreich sowie die Japanerin Yoshie Ueno. Zolnir hatte in der ersten Runde die Deutsche Claudia Malzahn rausgeworfen.

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Schade aber dennoch toll gekämpft ...
unifersahlscheni 31.07.2012
... man kann nicht immer gewinnen, aber die Silbermedaille ist ebenso aller Ehren wert. Gratulation und Respekt an Bischof. :o)
2. Gratulation
elimik31 31.07.2012
Das war heute ein tolle Leistung für Ole. Natürlich schade, dass er keine weitere Goldmedaille gewinnen konnte. Aber um überhaupt ins Finale zu kommen musste Ole gegen mehrere Medaillenfavoriten gewinnen (z.B. Travis und Takai) und war im Finale bereits erschöpft, da das Halbfinale über die maximal möglich Kampfzeit ging, und nach dem Ende des golden scores über Kampfrichterentscheid entschieden wurde. Und man muss schon sagen, Kim Jae Bum ist eine harte Nuss und war klarer Favorit, vor vier Jahren ist Ole eine Sensation gelungen, die er nun nicht wiederholen konnte, trotzdem Respekt! In ein paar Tagen ist dann endlich Andreas Tölzer als Weltranglistenzweiter dran, eine Silbermedaille trauer ich auch ihm zu, aber der Franzose Teddy Riner ist so ein Überflieger, da grenzt Gold wieder an ein Wunder.
3. es
crocodil 31.07.2012
ist doch beschämend, wie die Deutschen so wenig Medaillen holen. Ist es es schon der Anfang vom Ende des (Rettungsschirms)?
4. Gratulation!
kone 31.07.2012
Zitat von sysopErfolgreiche Revanche: Ole Bischof hat das Judo-Finale verloren - und dabei die Titelverteidigung verpasst. Der 32-Jährige unterlag in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm Kim Jae-Bum. Im Finale von Peking war der Südkoreaner noch unterlegen gewesen. Olympia 2012: Judoka Bischof gewinnt Silber - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,847486,00.html)
Judo ist eine der härtesten Sportarten des olympischen Programms. Per se gibt es eigentlich wenige wirkliche Favoriten ... die Leistungsdichte ist enorm. Deshalb ist die zweite Olympia-Medaille für Ole Bischof schon etwas ganz besonderes !
5. Beschämend?
dequincey 31.07.2012
Was ist daran beschämend, wenn Sportler nicht gewinnen? Es ist enttäuschend und vielleicht ärgerlich, mit Sicherheit am meisten für die Sportler, aber nicht beschämend. Man sollte sich mal überlegen, welche von den gezeigten Leistungen man auch nur ansatzweise selbst erbringen könnte.
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