Deutsches Olympiateam: Storl zieht ins Finale ein, Steffen ins Halbfinale
Souveräner Auftritt: Kugelstoßer David Storl hat gleich mit seinem ersten Versuch die Qualifikation für das Finale geschafft. Im Schwimmen ist Britta Steffen der Einzug ins Halbfinale über 50 Meter Freistil gelungen. Und: Judoka Andreas Tölzer kämpft um den Einzug ins Finale.
Hamburg - Weltmeister David Storl hat für einen gelungenen deutschen Leichtathletik-Auftakt bei den Olympischen Spielen in London gesorgt. Mit 21,15 Meter im ersten Versuch qualifizierte sich der Kugelstoßer für das Finale am Abend (21.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).
Der 22-Jährige übertraf damit deutlich die Norm von 20,65 Metern für den Vorstoß in den Endkampf der zwölf Besten. Storl gehört ein Jahr nach seinem Sensationssieg bei der WM in Südkorea zu den großen Gold-Anwärtern. Auch Peking-Olympiasieger Tomasz Majewski aus Polen (21,03) und US-Mitfavorit Reese Hoffa (21,36) schafften gleich mit dem ersten Stoß die Qualifikation.
Schwimmerin Britta Steffen ist problemlos ins Halbfinale über 50 Meter Freistil eingezogen und hat sich ein wenig für ihr Halbfinal-Aus über die 100 Meter Freistil rehabilitiert. Die Olympiasiegerin von Peking über diese Distanz schlug im Vorlauf nach 24,70 Sekunden an und wurde damit Gesamt-Vierte. Vorlaufschnellste war 100-Meter-Olympiasiegerin Ranomi Kromowidjojo aus den Niederlanden in 24,51 Sekunden.
Nach ihrem Vorlauf zeigte sich Steffen enttäuscht über die kritische Berichterstattung in den Medien nach ihren bisher schwachen Leistungen bei den Spielen von London. "Ich fühle mich ungerecht behandelt", sagte Steffen: "Ich habe alles gegeben, was ich habe."
Kurze Zeit später dann aber der nächste Rückschlag für Steffen: In der 4x100-Meter-Lagenstaffel schied sie zusammen mit Jenny Mensing, Sarah Poewe und Alexandra Wenk bereits im Vorlauf aus. Besser machten es die Männer: Helge Meeuw, Christian Vom Lehn, Steffen Deibler und Marco Di Carli schlugen nach 3:34,28 Minuten als insgesamt Sechste an und qualifizierten sich für das Finale.
Gewehrschütze Daniel Brodmeier hat für eine positive Überraschung gesorgt. Der 24-Jährige belegte im Finale der besten Acht mit dem Sportgewehr liegend mit 698,2 Ringen den fünften Platz. Es siegte der Weißrusse Sergej Martinow mit 705,5 Ringen. Zweiter wurde der Belgier Lionel Cox (701,2) vor dem Slowenen Rajmond Debevec (701,0).
Die mitfavorisierten deutschen Säbelfechter sind im Viertelfinale mit 38:45 an Südkorea gescheitert. Nicolas Limbach, Max Hartung und Benedikt Wagner sowie Ersatzmann Björn Hübner bleiben damit ohne Medaille. Sie können im Bestfall den fünften Platz belegen. Deutschland galt als Nummer drei der Weltrangliste gegen die Asiaten als Favorit. Letztmals gab es mit dem Säbel im Jahr 2000 deutsche Medaillen bei Olympia.
Medaillenhoffnung Ralf Schumann hat bei seiner siebten Olympia-Teilnahme erstmals das Finale mit der Schnellfeuerpistole verpasst. Der 50-Jährige kam nach dem zweiten Qualifikationsdurchgang auf 577 Ringe und landete damit nicht unter den besten Sechs. Schumann hatte seit 1988 stets das Finale erreicht und dabei drei Gold- und zwei Silbermedaillen gewonnen. Die Spiele in London sind seine letzten: Schumann beendet seine Olympia-Karriere und strebt nun ein Traineramt an.
Leichtathlet Silvio Schirrmeister ist über 400 Meter Hürden in der ersten Runde gescheitert. Der 23-Jährige blieb in 50,21 Sekunden genau eine Sekunde über seiner Saisonbestleistung und kam nicht über Platz vier in seinem Vorlauf hinaus. Als schnellster aller Starter zog Vize-Weltmeister Javier Culson (Puerto Rico) in 48,33 ins Halbfinale am Samstag ein.
Ex-Weltmeister Henrik Stehlik hat beim Trampolinturnier das Finale der besten acht Athleten knapp verpasst. In der Qualifkation musste sich der 31-Jährige unter 16 Teilnehmern mit dem neunten Platz begnügen. An die Spitze des Zwischenklassements setzte sich der zweimalige Weltmeister Dong Dong aus China vor dem Russen Dimitri Uschakow und seinem Landsmann Lu Chunlong.
Das Dressur-Team befindet sich weiter auf Medaillenkurs. Helen Langehanenberg erhielt für ihren Auftritt im Grand Prix 81,140 Prozentpunkte. Zusammen mit Kristina Sprehe und Dorothee Schneider liegt Langehanenberg mit durchschnittlich 78,845 Punkten zur Halbzeit des Dressurturniers nun auf dem zweiten Rang. Schon jetzt zeichnet sich ein enges Duell mit den Favoriten aus Großbritannien (79,407) ab. An dritter Stelle rangieren die Niederländer (76,809).
mib/dpa/sid
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Medaillenspiegel
Ges.
| DSV-Medaillen bei Olympia seit 1992 | |||
| Jahr | Gold | Silber | Bronze |
| 2012 | 0 | 1 | 0 |
| 2008 | 2 | 0 | 1 |
| 2004 | 0 | 1 | 4 |
| 2000 | 0 | 0 | 3 |
| 1996 | 0 | 5 | 7 |
| 1992 | 1 | 3 | 7 |
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