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12. August 2012, 14:09 Uhr

Nach Unfall beim Gewichtheben

Steiner klagt über "mächtige Schmerzen"

Matthias Steiner leidet fünf Tage nach seinem schweren Unfall im Olympiafinale der Gewichtheber noch immer unter starken Schmerzen. Bleibende Schäden befürchtet er nicht, trotzdem habe er eine Entscheidung über seine Zukunft noch nicht getroffen.

Hamburg - Gewichtheber Matthias Steiner hat noch immer mit den Nachwirkungen seines schweren Unfalls bei den Olympischen Sommerspielen in London zu kämpfen. "Die Schmerzen sind mächtig. Ich stehe immer noch unter Schmerztabletten, unter Drogen sozusagen, aber das ist alles nur temporär und nichts Bleibendes", sagte der 29-Jährige der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "In meiner Familie sind die Leute zäh. Mein einziger Schwachpunkt ist mein Diabetes. Aber niemand ist perfekt", so der deutsche Gewichtheber.

Steiner war am vergangenen Dienstag im Wettkampf der Gewichtheber die 196 Kilogramm schwere Hantel in der Disziplin Reißen auf Nacken und Schulter gefallen und rollte dann auf seinen Oberschenkel. Der Olympiasieger von 2008 blieb am Boden liegen, stand nach kurzer Behandlungszeit jedoch wieder auf, bevor Helfer vor ihm einen Sichtschutz gegen neugierige Blicke postieren konnten. Kurz darauf brach Steiner den Wettkampf aus gesundheitlichen Gründen ab und ließ sich in eine Klinik bringen. Dort konnten keine schweren Verletzungen an der Wirbelsäule festgestellt werden.

Große Erleichterung - denn der Zwischenfall hätte alles andere als glimpflich ablaufen können. Der Aufprall der Hantel habe sich "in der Wirbelsäule so ekelhaft angefühlt", sagte Steiner. "In dem Moment habe ich gedacht, es ist alles durch." Zunächst habe er weiterheben wollen. "Das Risiko war aber zu groß, ich hätte vielleicht später im Rollstuhl gesessen. Dann lieber gar nichts."

Wie es mit seiner Sportkarriere weitergeht, habe er noch nicht entschieden. "Ich muss das alles erst einmal sacken lassen. Nachdenken, das Thema mit der Familie besprechen", sagte Steiner. "Die Familie muss mich entbehren, und ich will für sie da sein. Und ich muss fragen: Habe ich noch Lust? Wie lange noch?"

rei/dpa

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