Silber und Bronze im Stabhochsprung Deutschlands Überflieger Otto und Holzdeppe

Im Stabhochspringen konnten gleich zwei deutsche Athleten bei den Olympischen Spielen von London jubeln. Mit Silber und Bronze haben Björn Otto und Raphael Holzdeppe zudem eine lange Durststrecke beendet: Sie gewannen die ersten deutschen Medaillen im Stabhochspringen seit 16 Jahren.

Stabhochspringer: Otto (hinten) und Holzdeppe: Silber und Bronze in London
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Stabhochspringer: Otto (hinten) und Holzdeppe: Silber und Bronze in London


Hamburg - Björn Otto strahlte über das ganze Gesicht, Raphael Holzdeppe schaute ungläubig ins weite Rund des Londoner Olympiastadions. Dann posierten beide Stabhochspringer mit dem französischen Olympiasieger Renaud Lavillenie für die Siegerfotos. In einem hochklassigen und dramatischen Wettbewerb waren Otto und Holzdeppe zuvor mit Silber und Bronze zu den ersten deutschen Medaillen im Stabhochspringen seit Atlanta 1996 gesprungen. Damals hatte ausgerechnet Holzdeppes Trainer Andrej Tiwontschik Bronze gewonnen.

"Ich habe immer daran geglaubt, dass ich hoch springen kann. Zweimal Silber in diesem Jahr, das ist schon geil. Die Kulisse war der Hammer", sagte Vize-Europameister Otto nach dem Wettkampf. Kurz hatte er sogar vom Olympiasieg träumen dürfen: Nach übersprungenen 5,91 Metern lag der 34-Jährige zwischenzeitlich vorn, ehe ihm Lavillenie mit seinem letzten Versuch über 5,97 Meter doch noch Gold wegschnappte.

"Was Lavillenie hier geboten hat - Chapeau!", lobte Otto den Sieger. Der französische Europameister ließ sich wie bei der EM in Helsinki nicht von den Deutschen beeindrucken. Nach seinem feststehenden Sieg wagte er sogar einen Versuch über 6,07 Meter, scheiterte aber.

Otto hatte einen sicheren Start in den Wettkampf hingelegt. Seine ersten beiden Höhen (5,50 und 5,65 Meter) überquerte er jeweils deutlich. Auch die 5,75 Meter waren kein Problem. Erst bei 5,85 Metern musste er ein wenig kämpfen, behielt aber die Nerven und übersprang schließlich auch noch die 5,91 Meter. Und das obwohl er mit einem neuen Stab im Finale antreten musste, weil sein Lieblingsstab zuletzt einen Knacks abbekommen hatte.

Persönliche Bestleistung um neun Zentimeter gesteigert

Holzdeppe bewies im Olympiastadion ebenfalls Nervenstärke. Er übersprang erst im dritten Versuch die 5,85 Meter, spielte dann aber seine enorme Anlaufstärke aus und flog direkt über 5,91 Meter. Damit verbesserte er seine persönliche Bestleistung gleich um neun Zentimeter. "Für mich hat es in diesem Jahr einen schönen Schub gegeben. Ich konnte jetzt sogar meinen Trainer toppen. Es hat sich gelohnt, so hart zu arbeiten", sagte der 22-Jährige. Holzdeppe sicherte sich damit nach EM-Bronze die zweite große Medaille seiner Karriere.

Nur der dritte deutsche Starter, Routinier Malte Mohr, blieb mit 5,50 Metern und Rang neun hinter den Erwartungen zurück. "Ich habe eine gute Saisonbestleistung. Da will ich mich natürlich auch gut verkaufen", hatte Mohr vor seinem ersten Olympia-Finale gesagt. Damit wurde es jedoch nichts.

mib/dpa/sid



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stevowitsch 11.08.2012
1. Uff
Uff, wer hätte das gedacht. Die Stabhochspringer! Immer hoch gehandelt, aber nie wirklich was gewonnen. Glückwunsch!
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