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Kunstturnen: Berger fühlt sich von Kampfrichtern betrogen

Tränen nach Rang vier: Janine Berger hat beim Turnen eine Medaille verpasst und fühlt sich von den Offiziellen betrogen. Diese sahen einen Fehler von Maria Paseka nicht - und ermöglichten der Russin so die Bronzemedaille. Sie fühle sich mies behandelt, sagte Berger.

Turnerin Berger: Nur Rang vier beim Sprung Zur Großansicht
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Turnerin Berger: Nur Rang vier beim Sprung

Hamburg - Keiner konnte Janine Berger trösten. Die jüngste Athletin des deutschen Olympia-Teams war nach dem Sprung-Wettkampf der Turnerinnen untröstlich. "Da muss man doch weinen, wenn man von den Kampfrichterinnen so mies behandelt wird. Sie (Bronze-Gewinnerin Maria Paseka, Anm. der Red.) ist deutlich aus der Bahn getreten und erhält 15,40 Punkte. Das darf doch nicht wahr sein", sagte die 16-Jährige: "Wenn es gerecht zugegangen wäre, wäre ich Dritte geworden."

Zum Auftakt der Gerätefinals vor 15.000 Zuschauern in der North Greenwich Arena turnte Berger ihre beiden Sprünge nur mit kleineren Standfehlern sicher durch und ließ mit durchschnittlich 15,016 Punkten selbst Landsfrau Oksana Chusovitina hinter sich. Plötzlich war sie auf Medaillenkurs, als den Kampfrichtern ein Fehler unterlief und sie das Heraustreten der Russin Paseka aus der Landezone beim ersten Sprung nicht mit dem dafür vorgesehenen Abzug von 0,5 Punkten ahndeten. "Ich kann nicht verstehen, wie mich die Kampfrichterinnen behandeln, da haben sich anscheinend mehrere für die Russin entschieden. Keine Ahnung, warum sie das getan haben", sagte Berger, der nur Rang vier blieb.

Einlegen eines Protests nicht möglich

"Es kann einfach nicht sein", sagte Cheftrainerin Ulla Koch bei. Ein Protest ist beim Turnen nur gegen den Ausgangswert, nicht aber die Haltungsnote möglich. "Es ist wirklich traurig, dass man sich nach einer so tollen Leistung unserer beiden Turnerinnen nicht richtig freuen kann", sagte sie.

Chusovitina belegte nach ihren beiden Sprüngen Rang fünf, allerdings scheute die 37-Jährige bei ihrem letzten Wettkampf das Risiko. So kam sie bei ihren sechsten olympischen Spielen und einer 24 Jahre langen internationalen Karriere mit 14,783 Punkten direkt hinter der deutschen Konkurrentin auf dem fünften Platz.

Der Sieg ging an die Rumänin Sandra Izbasa, die mit 15,191 Punkten die Schwäche von McKayla Maroney aus den USA ausnutzte. Die Weltmeisterin landete bei ihrem zweiten Sprung auf dem Gesäß und musste mit Silber (15,083 Punkte) zufrieden sein. Die umstrittene Bronzemedaille ging an Paseka (15.050).

leh/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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1.
Trondesson 05.08.2012
Ob man sich über eine nur durch Protest erreichte Bronzemedaille mehr freuen kann als über eine gute Leistung, die jedoch ungerecht bewertet wurde, liegt wohl im Auge des Betrachters.
2. Die olympischen Unregeläßigkeiten
Expendable_No1 05.08.2012
Ich muss sagen, ich war auch sehr überrascht, dass eine Turnerin mit einem klaren Sturz weiter vorne sein kann, als eine die ohne durchkommt... naja, ich finde es traurig, dass diese Spiele, wie keine anderen davor, von Fehlentscheidungen und Fehlern geprägt sind... Das Mannschaftsfechten heute, die Turnentscheidung und der Siebenkampf nur als traurige Beispiele....
3. Tomaten auf den Augen oder doch mehr?
Micha0160 05.08.2012
Man muss sich schon sehr wundern. Erst der Disqualifizierungsskandal um die Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf und nun das jetzt. So langsam muss die Frage erlaubt sein, ob die Schiedsrichter nur bei deutschen Athleten den Blindenstock in der Hand halten und ob hier Leute im Komitee sitzen, die nicht allzu gut auf ihren Europapartner auf dem Festland zu sprechen sind.
4. Kommentar zum Thema
tomkey 05.08.2012
Zitat von TrondessonOb man sich über eine nur durch Protest erreichte Bronzemedaille mehr freuen kann als über eine gute Leistung, die jedoch ungerecht bewertet wurde, liegt wohl im Auge des Betrachters.
Über eine durch erfolgreichen Protest erreichte Bronzemedaille, die erst durch den Protest möglich wurde, freut sich eine Turnerin sicher mehr als über den 4. Platz. Die bessere Leistung wurde aber leider nicht belohnt.
5.
fagus 05.08.2012
Eigentlich sollt sich sowas heutzutage doch per Video eindeutig klären lassen.
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