Hamburg - Es ist vollbracht: Deutschland hat seine erste Goldmedaille bei den Sommerspielen in London gewonnen. Das deutsche Vielseitigkeitsteam der Reiter um Michael Jung, Peter Thomsen, Dirk Schrade, Ingrid Klimke und Sandra Auffarth krönte seine überragende Leistung aus den Vortagen in Dressur und Geländeritt mit einer starken Vorstellung im Springen. Am Ende siegte das deutsche Team mit 133,7 Strafpunkten. Die Silbermedaille sicherte sich das britische Quintett um die Queen-Enkelin Zara Phillips (138,2). Bronze gewann Neuseeland (144,4).
In dem abschließenden Wettbewerb machte Welt- und Europameister Jung an seinem 30. Geburtstag den Olympiasieg für die deutschen Reiter mit einem Null-Fehler-Ritt vorzeitig perfekt. Bundestrainer Hans Melzer hatte ihm vor seinem Ritt allerdings nicht gesagt, dass er schon die Goldmedaille sichern könnte. Deshalb wusste Jung zunächst auch nicht, was seine Glanzvorstellung bedeutete. "Ich musste erst noch einmal nachfragen", sagte er. "Das ist fantastisch. Die Anspannung war schon groß."
Das deutsche Team hatte bereits nach dem zweiten Teil der Dressur am Sonntag die Führung in der Mannschaftswertung übernommen. Im Geländeritt am Montag waren dann sogar alle deutschen Reiter ohne Springfehler geblieben. "Das ist ein klasse Ergebnis für die ganze Mannschaft", hatte Bundestrainer Melzer schon da gesagt: "Alle fünf ohne Springfehler, was wollen wir mehr?" Nun folgte mit Gold die Krönung.
Klimke verzichtet auf Einzelfinale
Für die deutschen Vielseitigkeitsreiter ist es nach 2008 in Hongkong die zweite Goldmedaille im Team. Genau wie vor vier Jahren könnte nun auch im Einzel das nächste Gold folgen. Vor dem abschließenden Springen (15:30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) liegt Weltmeister Jung auf seinem Hengst Sam auf dem zweiten Platz. Sein Rückstand auf die führende Schwedin Sara Algotsson Osholt beträgt nur 1,3 Punkte.
Neben Jung startet nur noch Auffarth auf Opgun Louvo im Sprungfinale. Als fünfte darf auch sie sich berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille machen. Die eigentlich ebenfalls qualifizierte Klimke verzichtet dagegen auf ihren Start. Der auf dem zehnten Platz liegende Schrade darf allerdings nicht nachrücken, das lasse das Reglement nicht zu, sagte Bundestrainer Melzer. Pro Nation dürfen nur die drei bestplatzierten Reiter ins Einzelfinale.
mib/dpa
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