Olympiasiegerin Bahnradsprinterin Vogel verliert ihren Sattel - und gewinnt

Ohne Sattel zum Sieg: Das ist Bahnradfahrerin Kristina Vogel gelungen. Sie gewann in Rio Gold im Sprint - als erste Deutsche in der Geschichte der Spiele.

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Ihr schwarz-rot-goldener Sattel flog krachend auf die Bahn, doch das konnte Kristina Vogel nicht stoppen: Die Bahnradfahrerin hat den Sprint vor der Britin Rebecca James gewonnen. In der Runde zuvor hatte sie sich in zwei Läufen klar gegen deren Teamkollegin Katy Marchant durchgesetzt.

Als ihr Sieg mit nur vier Tausendstelsekunden Vorsprung nach bangen Momenten des Wartens feststand, ließ sich Vogel hinterrücks auf die Bahn fallen: "Ich habe einfach meinen scheiß Sattel verloren. Ich dachte: Okay das war's. Dann hab ich gemerkt, ich habe gewonnen. Der Sprint ist die Königsdisziplin, das macht mich so, so stolz."

Für Keirin-Weltmeisterin Vogel ist es die zweite Medaille in Rio, nachdem sie am Freitag zusammen mit Miriam Welte aus Kaiserslautern Bronze im Teamsprint gewonnen hatte. Im Keirin hatte sie Platz sechs belegt. Welte war im Sprint im Hoffnungslauf ausgeschieden und wurde Elfte.

Vogel war am Sonntag durchwachsen mit der sechstbesten Qualifikationszeit in den Wettbewerb gestartet, hatte sich dann aber von Lauf zu Lauf gesteigert. Im Viertelfinale ließ sie der starken Hongkong-Chinesin Lee Wai-Sze keine Chance. Ähnlich erging es dann Marchant.

asc/sid



insgesamt 6 Beiträge
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moi1 17.08.2016
1.
Glückwunsch Kristina - aber keine Sorge, Medien und Sponsoren werden trotzdem nicht Schlange stehen. Dafür ist Radsport in Dland nicht sexy genug. Sexy ist Tennis, Fussball oder Biathlon. Mit dem Rad fährt man hier nur zur Eisdiele oder spazieren. Vielleicht nach Belgien, Niederlande oder Britanien auswandern. Da sieht die Radsportwelt anders aus. Australien geht auch noch.
welten-bummler 17.08.2016
2. Sattel flog erst nach der Ziellinie ab
In den Artikeln hier auf Spiegel klingt es irgendwie als wäre Kristina Vogel ohne Sattel zum Sieg gefahren aber der Sattel flog erst hinter der Ziellinie ab, als sie sich mit Schwung drauf setzte. Trotzdem natürlich absolute Top-Leistung und Glückwunsch.
lofi 17.08.2016
3.
Freue mich auch sehr für Kristina Vogel. Die mußte vom Land Thüringen erst eine angemessene Entschädigung erstreiten, nachdem sie 2009 von im Prinzip eigenen Kollegen fast totgefahren wurde. Respekt und Glückwunsch.
dhanz 17.08.2016
4. Falscher Satzbau
Es muss richtig heissen: Olympiasiegerin: Bahnradsprinterin Vogel gewinnt - und verliert ihren Sattel. Glückwunsch an die Sportlerin.
mamodu 17.08.2016
5. Irreführend...
Wie der vorherige Post schon informiert, ging der Sattel erst ab als Kristina Vogel über der Ziellinie war. Also ist die Aussage "Ohne Sattel zum Sieg" so gesehen nicht haltbar. Vielleicht nur eine Nachlässigkeit oder Falschinformation. Oder ist eine gute Schlagzeile so wichtig das man die Fakten verdreht?
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