Nach gemeinsamem Zieleinlauf Hahner-Zwillinge wehren sich gegen Kritik

Für ihren außergewöhnlichen Zieleinlauf setzte es für die deutschen Marathonläuferinnen Lisa und Anna Hahner scharfe Kritik. Jetzt verteidigen sich die Zwillinge, sie hätten diesen "einmaligen Moment" genießen wollen.

Lisa (l.) und Anna Hahner
DPA

Lisa (l.) und Anna Hahner


Nach ihrem umstrittenen Zieleinlauf beim olympischen Marathon in Rio haben Anna und Lisa Hahner die Kritik an ihrem Verhalten zurückgewiesen. "Wir haben uns die Hand gereicht, anstatt die Ellenbogen auszufahren. Sind Hand in Hand ins Ziel gespurtet. Wir haben nicht nachgedacht, sondern aus unserem Gefühl heraus gehandelt", schrieb Anna auf der gemeinsamen Internetseite der Zwillinge.

Der Marathon in Rio sei eine ihrer härtesten körperlichen Erfahrungen gewesen. Anna Hahner wehrte sich deshalb dagegen, dass es offenbar nicht erlaubt ist, "den Zieleinlauf nach 42,1 Kilometer Marathonkampf gegen sich und die Bedingungen zusammen zu erleben". Der gemeinsame Zieleinlauf sei ein "einmaliger Moment" gewesen.

Die Hahner-Zwillinge hatten mit einem Rückstand von mehr als 21 Minuten die Plätze 81 (Lisa) und 82 (Anna) belegt. Nach ihrem Zieleinlauf Hand in Hand feierten sie vor den Kameras mit den estnischen Luik-Drillingen Lili, Leila und Liina. Anja Scherl war als 44. die beste deutsche Starterin gewesen und rund acht Minuten schneller als die Hahner-Schwestern.

Ihr Verhalten war auch aus dem Lager des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) massiv kritisiert worden. "Unter dem Gesichtspunkt eines sportlichen Wettkampfs ist es nur schwer zu verstehen, dass man händchenhaltend ins Ziel läuft. Das passt nicht zu meinem Bild von einem Wettkampf", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop.

lst/sid

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insgesamt 48 Beiträge
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gumbofroehn 18.08.2016
1. Jeder macht halt das, was er kann!
Ich verstehe das Problem nicht so recht. Die Hahner-Zwillinge haben erkannt, dass sie ein gutes Vermarktungspotenzial haben und nutzen es konsequent. Dass sie nun, da es im Rennen für sie ohnehin nichts zu holen gab, nun wenigstens noch ein paar Bilder produzieren, die sie über ihre Social-Media-Kanäle spielen können und die Medieninteresse auslösen, ist doch legitim. Wem das nicht gefällt, der sollte lieber mal das Publikum fragen, warum es die schöne Inszenierung interessanter als die sportliche Leistung findet.
hdudeck 18.08.2016
2. Es ist egal was die beiden sich dabei gedacht haben, wollten oder
was auch immer. DAS GEHT NIEMAND ETWAS AN! Besonders nicht den Funktionaeren, die sich so gerne im Erfolg anderer sonnen, aber immer schnell mit dem Verdammen bei nicht erbrachten erwarteten Erfolgt sind. Wenn die beiden das so wollten - absolut ok!
swandue 18.08.2016
3.
Zu kritisieren sind die Medien, die Athleten, welche leider weit von der Spitze entfernt sind, so große Aufmerksamkeit zukommen lassen.
catcargerry 18.08.2016
4. Voll bescheuert
Ich kann es nicht fassen, was da alles an somnambiler Engstirnigkeit abgesondert wird, wenn junge Sportler, ob C. Hartung oder diese Mädels, ganz einfach ihre Freude haben an dem Sportspektakel und das rauslassen. Das darf offenbar nicht sein in diesem Schmuddelgeschäft, das stört die bigotten Gralshüter der verratenen Idee. Die sollen doch froh sein, dass einmal jemand ablenkt von der beherrschenden Realität des Dopens und der Korruption.
Lankoron 18.08.2016
5. Wie gut war denn
Herr Prokop bei seinen sportlichen Wettbewerben, und bei seinen Olympiateilnahmen? Ach ich vergass...er war ja nie bei einer....
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