Hockey-Party Fürste empört über "Rausschmiss" aus Deutschem Haus

Der Kapitän geht als Letzter nach Hause: Bis tief in die Nacht haben die deutschen Hockeymänner ihre Bronzemedaille von Rio gefeiert. Dann wurde ihre Party offenbar unsanft vom DOSB beendet.

Moritz Fürste und die deutsche Mannschaft beim Feiern
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Moritz Fürste und die deutsche Mannschaft beim Feiern


Immerhin war es wohl nicht so ausschweifend wie vor vier Jahren. Aber damals hatten die deutschen Hockeymänner ja auch die Goldmedaille gewonnen. Und anschließend auf dem Kreuzfahrtschiff MS "Deutschland" so gefeiert, dass Sachschäden in Höhe von einer halben Million Euro entstanden sein sollen.

In Rio de Janeiro reichte es für das DHB-Team immerhin zur Bronzemedaille. Nach dem Sieg im Penaltyschießen gegen die Niederlande beendete Kapitän Moritz Fürste seine Karriere im Nationalteam. Zum Weinen war dem 31-Jährigen aber offensichtlich nicht zumute.

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel setzte sich Fürste hinter dem Namensschild von Bundestrainer Valentin Altenburg hin und ließ seinen Coach als "Fürste" die Fragen der Weltpresse beantworten. Nach dem Endspiel zwischen Argentinien und Belgien begeisterte er argentinische Fans, indem er Erinnerungsfotos der Goldmedaillengewinner machte.

Danach ging die Feier der letzten Medaille in Fürstes Karriere aber offenbar erst richtig los. Die Hockeymänner hatten nach den Exzessen von London schließlich einen Ruf zu verlieren.

Die Party lief bis in die Nacht, eskalierte aber nicht so wie auf der MS "Deutschland": "Wir haben uns vorgenommen, das Haus stehen zu lassen", sagte Mathias Müller. Während Bundestrainer Altenburg, dessen Zukunft offen ist, die Feier früh verließ, wurden einige Spieler offenbar gegen vier Uhr Ortszeit vom Deutschen Haus vor die Tür gesetzt. So zumindest stellte Fürste es in einem Tweet dar.

Wie ernst das Statement der Hockeylegende gemeint war, darüber lässt sich spekulieren. Der frühere Handballer Stefan Kretzschmar reagierte jedenfalls mit dem gebotenen Humor auf Fürstes Beschwerde.

Harmloser Spaß oder berechtigter Zorn über Spaßbremsen im DOSB: Für das deutsche Hockey wird der Rücktritt von Moritz Fürste sowohl auf dem Spielfeld als auch im Umfeld nicht so schnell zu kompensieren sein.

rae/dpa



insgesamt 51 Beiträge
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taglöhner 19.08.2016
1.
Die Jungs haben ihr Potential 2012 immerhin tatkräftig bewiesen. Wenn da vor Eintritt des völligen Kontrollverlustes die Bremse gezogen wird, ist das nachvollziehbar.
brunnersohn 19.08.2016
2. die andere Seite der
(BronZe)-Medaille-Feier hätte ich gerne dazu gehört. So muss ich nun annehmen, dass die DOSB Oberen sich nun generieren wie Hausmeister in Schullandheimen in den 50iger Jahren. Da passen die Zurechtweisungen für Hahner und Harting gut ins Bild Wichtig sind Ordnung, Sauberkeit, Demut und Siege, das haben die Sportler gefälligst abzuliefern! Spass und Freude sind ein no go bei den Olympia Bossen. Schade!!
MoorGraf 19.08.2016
3. um 8:48 getweeted?
also wenn er da tatsächlich um 8:48 rausgeschmissen wurde, wollte er vermutlich nur beweisen, dass er echt laaaange durchgehalten hat oder?
kaizerofbln 19.08.2016
4. Na und
Es zeugt von schlechtem Stil und begrenzter Erziehung, wenn man, egal wie toll der Grund, hunderttausende Euro Sachschäden beim Feiern verursacht. Insofern verständlich, wenn der DOSB dieses mal ein bisschen den Deckel drauf hält.
omop 19.08.2016
5. vernünftige Entscheidung..
bevor scheinbar bei einigen Herren der komplette Kontrollverlust einsetzen..Party und Feiern ist ja alles schön und gut,aber man sollte seine Grenzen kennen.
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