Fehlurteile in Rio Weltboxverband entmachtet Geschäftsführer

Bei den Spielen in Rio hatten mehrere Entscheidungen der Kampfrichter für Kritik gesorgt. Nun zieht der Internationale Amateurboxverband Aiba daraus Konsequenzen und räumt in den eigenen Reihen auf.

Der Ire Michael Conan boxt gegen den Russen Wladimir Niktin
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Der Ire Michael Conan boxt gegen den Russen Wladimir Niktin


Im Zuge der Debatte um Fehlurteile der Kampf- und Ringrichter bei den Olympischen Spielen in Rio will der Weltboxverband Aiba seinen Geschäftsführer Karim Bouzidi versetzen. Diese Entscheidung trafen laut einer Mitteilung der Aiba die Vizepräsidenten und das Exekutivkomitee.

Der bisherige Geschäftsführer werde eine "neue Rolle in der Organisation" bekommen. Die Aufgaben des Algeriers Bouzidi übernimmt bis zum Ende der Spiele Franco Falcinelli (Italien), Aiba-Vizepräsident und Boss des europäischen Box-Verbandes EUBC.

Der Verband hatte indirekt eingeräumt, dass es in Rio zu Fehlurteilen gekommen ist. Als Folge einer Überprüfung wurde entschieden, die betroffenen Kampf- und Ringrichter bei den Spielen nicht mehr einzusetzen.

"Die Olympischen Spiele sind der Höhepunkt im Sport und im Boxen. Seit Beginn der Spiele in Rio hat die Aiba 250 Kämpfe durchgeführt und steht weiter zu ihrer Null-Toleranz-Politik in Sachen Fair Play", hieß es in der Mitteilung.

In den vergangenen Tagen hatten mehrfach Boxer den Vorwurf der Korruption erhoben. Am deutlichsten wurde am Dienstag der Ire Michael Conlan, der die Aiba nach seiner Niederlage gegen den Russen Wladimir Nikitin scharf angegriffen hatte. "Das sind betrügerische Bastarde!", sagte er, "es ist bekannt, dass sie Betrüger sind. Sie werden immer Betrüger sein. Das Amateurboxen stinkt von der Basis bis zur Spitze."

asc/dpa



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