Olympia 2018 Anti-Doping-Organisationen fordern Ausschluss Russlands

Klarer kann man es nicht formulieren: Der Zusammenschluss der Anti-Doping-Agenturen hat den Ausschluss Russlands von den Olympischen Spielen 2018 gefordert.

Werbung für Olympia 2018 in Pyeongchang
AP

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Die führenden Nationalen Anti-Doping-Organisationen fordern den Ausschluss Russlands von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang. Die Vertreter der 17 Nados, darunter die deutsche Nada, riefen das IOC dazu auf, das russische Olympia-Komitee ROC aufgrund nachgewiesener Manipulation und Korruption in Sotschi 2014 nicht zu den kommenden Spielen in Südkorea (9. bis 25. Februar) zuzulassen.

"Es ist Zeit zum Handeln, die Lippenbekenntnisse müssen aufhören. Die sportliche Führung und die Organisationen eines Landes sollten keine Legitimation für Olympia erhalten, wenn sie bewusst die Regeln verletzen und damit saubere Athleten berauben", hieß es in einem Statement: "Dies wäre insbesondere unfair vor dem Hintergrund, dass einzelne Athleten bestraft werden, welche die Regeln verletzten."

Die Nados kritisierten auch das IOC. Es solle aufhören, "die Sache vor sich herzuschieben" und stattdessen "sofort bedeutsame Maßnahmen" treffen. "Das Versagen, zielgerichtet Doping bei individuellen russischen Athleten zu untersuchen, stellt eine eindeutige und gegenwärtige Bedrohung für saubere Athleten weltweit und für die Winterspiele 2018 da", hieß es.

"Ernsthafte Zweifel"

Die Anti-Doping-Agenturen äußerten "ernsthafte Zweifel daran, dass die Spiele 2018 sauber sein werden angesichts der unvollständigen Untersuchung der massiven Hinweise und Indizien auf Dopingvergehen russischer Athleten bei Olympia 2014 in Sotschi und der unzureichenden Tests bei russischen Athleten in den vergangenen vier Jahren."

Der frühere Leiter des Moskauer Anti-Doping Labors, Gregori Rodschenkow, hatte im Mai 2016 gesagt, dass es bei den Winterspielen in Sotschi 2014 ein staatlich gestütztes Dopingsystem gegeben habe. Mehrere Dutzend russischer Sportler sollen gedopt gewesen sein.

Auch die Ermittlungen des kanadischen Wada-Sonderermittlers Richard McLaren belasteten die Russen im Hinblick auf ihre olympischen Heimspiele schwer. Mehr als 1000 russische Sportler sollen von den illegalen Machenschaften profitiert haben.

Zwei IOC-Kommissionen befassen sich derzeit mit den Skandalen. Das IOC will im Herbst, noch vor Beginn der Wintersportsaison und rechtzeitig vor den Winterspielen, Maßnahmen treffen.

Zuletzt hatten Berichte für Aufsehen gesorgt, das IOC habe sich bereits für eine hohe Strafzahlung als einzige Maßnahme gegen Russland entschlossen. Der Dachverband, der auf eine komplette Verbannung russischer Athleten von den Spielen in Rio de Janeiro verzichtet hatte, bezeichnete dies als "reine Spekulation".

bka/sid/dpa



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