IOC-Entscheidung Russland bleibt bei Olympia suspendiert

Wegen des Dopingskandals bleibt Russland über das Ende der Olympischen Spiele hinaus suspendiert. Damit können die russischen Athleten auch bei der Schlussfeier nicht mit eigener Landesfahne ins Stadion einlaufen.

Das Team "Olympische Athleten aus Russland" bei der Eröffnungsfeier
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Das Team "Olympische Athleten aus Russland" bei der Eröffnungsfeier


Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hält die Suspendierung Russlands über das Ende der Winterspiele in Pyeongchang hinaus aufrecht. Damit können die Athleten aus Russland bei der Schlussfeier am Sonntag nicht mit der eigenen Landesfahne ins Olympiastadion einlaufen, wie die IOC-Exekutive entschied. Die Schlusszeremonie beginnt um 20 Uhr Ortszeit (12 Uhr MEZ).

Erst wenn bestätigt ist, dass alle Dopingproben der als "Olympische Athleten aus Russland" unter neutraler Fahne angetretenen russischen Sportler negativ sind, werden die Sanktionen gegen das Nationale Olympische Komitee Russlands aufgehoben. Damit tritt das deutsche Eishockey-Team im olympischen Finale am Sonntag (5.10 Uhr MEZ) offiziell gegen das OAR-Team und nicht gegen Russland an.

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Grundlage der Entscheidung der IOC-Exekutive war die Empfehlung der IOC-Bewertungskommission. "Wir machen mit dieser Entscheidung nicht alle glücklich. Wir werden kritisiert werden", sagte Nicole Hoevertsz, die Vorsitzende dieses Gremiums.

In ihrem Bericht vor der Session bestätigte Hoevertsz, dass es durch das OAR-Team während der gesamten Winterspiele keine Verletzung der Kleidungsordnung gab und sich auch die russischen Zuschauer positiv verhalten hätten. Auch ein anderer wichtiger Teil der vom IOC verhängten Sanktionen wegen des Dopingskandals wurde erfüllt: Russland überwies am 20. Februar die geforderten 15 Millionen Dollar. Das Geld soll für Maßnahmen im Anti-Doping-Kampf verwendet werden.

"... was sehr enttäuschend war"

Zu den beiden bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang aufgedeckten russischen Dopingfällen sagte Hoevertsz: "Beides waren individuelle Fälle. Es gab keine Hinweise auf ein organisiertes Dopingsystem." Dennoch seien die Fälle entscheidend gewesen für die Empfehlung, die Suspendierung aufrechtzuerhalten, sagte Hoevertsz. "Wir wollten russische Athleten mit einer eigenen Flagge bei der Schlussfeier sehen. Leider war dies nicht möglich."

Der Curler Alexander Kruschelnizki und die Bobfahrerin Nadeschda Sergejewa sind vom Internationalen Sportgerichtshof schuldig gesprochen worden.

"Das IOC hatte erwogen, die Suspendierung gegen Russland aufzuheben. Zwei Athleten haben bei den Spielen aber gegen die Doping-Richtlinien verstoßen, was sehr enttäuschend war und das IOC von der Aufhebung der Suspendierung abgehalten hat", hatte IOC-Präsident Thomas Bach vor der Abstimmung gesagt.

Das IOC hatte das Nationale Olympische Komitee Russlands als Folge des groß angelegten Dopingskandals bei den Spielen 2014 in Sotschi suspendiert. In Pyeongchang durften aber 168 Sportler auf Einladung des IOC als "Olympische Athleten aus Russland" starten - allerdings ohne Flagge, ohne Hymne und ohne die übliche nationale Kleidung.

aar/dpa/sid



insgesamt 26 Beiträge
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RalfHenrichs 25.02.2018
1. Fehlentscheidung
Russland ist ja - wegen nicht erwiesenem - staatlichen Doping gesperrt. Jetzt gibt es zwei individuelle Dopingfälle, wie ja selbst das IOC behauptet. Damit wird noch deutlicher, dass es sich um eine Sperre aus politischen Gründen handelt und um nichts anderes.
bligen 25.02.2018
2. Kann man eine Spendenaktion zu Gunsten der Norweger starten?
Da scheint Asthma ein landesspezifisches Problem zu sein. Wie sonst ist es erklärbar, dass so viele interege Sportler Medikamente dagegen einnehmen müssen. Wenn mir aber einer erzählen will, dass Russland genau an diese Spiele gedopte Sportler schickt, beginne ich an den Untersuchungen zu zweifeln.
ackermart 25.02.2018
3. Schon vor vielen Jahrzehnten...
gab es Bestrebungen des IOC, die Spiele zu entnationalisieren. Dies scheiterte bisher noch immer daran, dass es keine gescheitere Strukturierung zur Inszenierung von Wettstreit gab, der mehr als nur die Athleten selbst interessiert. Im Hinblick auf den damaligen olypischen Idealismus, die Spiele wirklich zu globalisieren, könnte man den Auftritt der Russen indes auch als vorbildhaft betrachten.
muchacho80 25.02.2018
4. wenn
ich Doping indirekt unterstütze indem ich Ware von bekannten Sportwarenherstellern kaufe, wundert mich zum Thema Doping nichts mehr. Ein klassischer Fall von System-Fail zwischen gesponsortrn Sportlern(Geld verdienen), Medienanstalten(Quoten) und Zuschauern (Unterhaltungswert).
leetness 25.02.2018
5. Langsam wird es absurd
Zitat von RalfHenrichsRussland ist ja - wegen nicht erwiesenem - staatlichen Doping gesperrt. Jetzt gibt es zwei individuelle Dopingfälle, wie ja selbst das IOC behauptet. Damit wird noch deutlicher, dass es sich um eine Sperre aus politischen Gründen handelt und um nichts anderes.
Sie sollten sich mal mit dem McLaren Report beschäftigen - es wird langsam lächerlich das staatliche Doping Russlands vor den letzten Spielen zu bestreiten. Die Anzahl und Qualität der Indizien und Aussagen lässt gar keinen anderen Schluss zu (also, für normal denkende Menschen) als das es hier irgendeinen Zweifel geben könnte. Das Verschwörungstheoriengeschwurbel einer politisch motivierten Entscheidung ist lächerlich. Die Entscheidung ist im wesentlich auf die mangelnde Kooperation Russlands bei Aufklärung und Prävention zurückzuführen. Auch damit kann man sich durchaus beschäftigen, Einigkeit herrschte hierzu beim IOC in keinster Weise. Ich persönlich finde die getroffenen Entscheidungen auch nicht korrekt, aber die ewige Opferstilisierung Russlands wird halt immer lächerlicher...
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