Sommerspiele 2024 Boston erwägt, bei Olympia-Bürgerbefragung zu tricksen

Boston gilt als klarer Favorit auf die Olympischen Spiele 2024. Doch die Zustimmung in der Bevölkerung schwindet. Jetzt sollen die Bürger der Stadt und des Bundesstaates Massachusetts entscheiden.

Geplantes Olympiastadion in Boston: "Nur dabei, wenn wir eine Mehrheit haben"
REUTERS

Geplantes Olympiastadion in Boston: "Nur dabei, wenn wir eine Mehrheit haben"


Boston hat auf die wachsende Skepsis seiner Bürger reagiert und eine neue Strategie im Rennen um die Olympischen Spiele 2024 verkündet. Richard A. Davey, Chef des privaten Bewerbungskomitees, kündigte laut der Zeitung "Boston Globe" an: Ohne ein klares Votum der Bürger für die Sommerspiele in neun Jahren werde Boston nicht antreten.

"Wir sind nur dabei, wenn wir eine Mehrheit haben", sagte Davey. "Wenn wir in den nächsten zwei Jahren unsere Jobs machen, werden wir die Mehrheit gewinnen." Allerdings ließ er offen, wann und in welcher Form die Einwohner von Boston und des US-Bundesstaates Massachusetts befragt werden sollen.

Denkbar seien ein Wahl-Votum oder eine Meinungsumfrage kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist. "Es ist klar, dass wir eine Methode finden müssen, um diese Unterstützung zu zeigen. Wie wir das messen, da sind wir offen", sagte Davey. Niedrige Umfragewerte muss das Komitee vor allem in der Stadt Boston befürchten, die später Folgen wie etwa die hohen Kosten tragen müsste. Eine Ausweitung der Umfrage auf den Bundesstaat verspricht daher bessere Ergebnisse.

Die jüngste Umfrage hatte ergeben, dass nur 36 Prozent der Bürger Bostons für die Spiele im Jahr 2024 sind - 52 Prozent aber dagegen. Im Januar hatten sich noch 51 Prozent für die Ausrichtung ausgesprochen.

Konkurrent Hamburg will seine Bürger im September verbindlich über eine Kandidatur entscheiden lassen. Bei einer Forsa-Umfrage hatten sich zuletzt 65 Prozent der Hamburger für Olympia in ihrer Stadt ausgesprochen.

Mit einem Zehn-Punkte-Plan, veröffentlicht in ganzseitigen Anzeigen im "Globe" und "Boston Herald", wird um das Vertrauen der Bürger geworben. Darin wird versprochen, dass man die Bewerbung nicht um jeden Preis vorantreiben will. So müsste die US-Regierung die Sicherheitskosten in Höhe von geschätzt einer Milliarde Dollar übernehmen. Im Zuge Olympias müssten auch neue Jobs und erschwinglicher Wohnraum entstehen. Ein Geflecht von Versicherungen soll die 600.000-Einwohner-Stadt und den Bundesstaat vor finanziellen Risiken bewahren.

Boston wurde am 8. Januar zum US-Bewerber für 2024 ernannt. Die Ostküstenstadt hatte sich in der internen Ausscheidung gegen Los Angeles, San Francisco und Washington durchgesetzt. Boston setzt auf kompakte und nachhaltige Spiele bei einem vergleichsweise kleinen Budget von nur 4,7 Milliarden Dollar. Das IOC entscheidet im Sommer 2017 über den Olympia-Gastgeber 2024.

Konkurrent für 2024

ham/dpa



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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
sunnyberlin73 24.03.2015
1.
Wurden da auch wieder 1500 von 600.000 Einwohner gefragt und es dann als repräsentativ hingestellt?
Ottokar 24.03.2015
2. Ganz einfach
nur die Bürger fragen die dafür sind. So kann man es auuch in Hamburg machen, sollte es zu einer Bürgerbefragung kommen. Passt schon.
derandersdenkende 24.03.2015
3. Es ist ein Unding,
daß überhaupt Olympische Spiele ins Land des Menschenrechtsverletzers, Staatsterroristen und Rassismusstaates Nr. 1 auf der Welt vergeben werden. Schon damit wird dem olympischen Gedanken Hohn gesprochen.
Marianne Rosenberg 24.03.2015
4. #1 Böse ;-)
das passt schon mit der Repräsentativität, allerdings muss man die Stichprobe sorgfältig auswählen. Inzwischen werden sogar die Fehlertoleranzen ausgewiesen. Spannend finde ich immer die Frage nach der Nachhaltigkeit: am nachhaltigsten ist das immer noch für das IOC.
ginger64 24.03.2015
5. die Olympiade (vs Urban Gardening) ...
.. kann stattfinden wo sie will. Dort, wo kurzfristig viel Geld gemacht werden soll, meinetwegen Athen? Geld das in wenigen Taschen verschwindet. Verschont uns vor der Stadienarchitektur!
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