Olympische Sommerspiele 2024 Bund erteilt Scholz' Milliarden-Wunsch eine Absage

Es ist ein Pokerspiel: Wie viel Geld ist der Bund bereit, für die Olympia-Planungen Hamburgs zu bezahlen? Bürgermeister Olaf Scholz will 6,2 Milliarden Euro - doch das ist dem Innenministerium zu viel. Damit gerät die Bewerbung in Gefahr.

Hamburgs Erster Bürgermeister Scholz: Keine Schulden für Olympia
DPA

Hamburgs Erster Bürgermeister Scholz: Keine Schulden für Olympia


Hamburgs Senat scheint ein Finanzierungsproblem für die Olympischen Sommerspiele 2024 zu bekommen. Wie das "Hamburger Abendblatt", die "Welt" sowie das "Handelsblatt" übereinstimmend berichten, ist der Bund nicht bereit, die von Scholz geforderte Summe von 6,2 Milliarden Euro beizusteuern.

"In den bisherigen Gesprächen wurden Hamburg großzügige Angebote des Bundes unterbreitet, die weit über die in der Vergangenheit zugesagten Beteiligungen hinausgingen", heißt es laut "Hamburger Abendblatt" seitens des Innenministeriums. Eine Einigung "konnte bisher noch nicht erreicht werden".

Der Hamburger Senat kalkuliert mit Gesamtkosten für das Sportfest in Höhe von 11,2 Milliarden Euro. Abzüglich voraussichtlicher Gewinneinnahmen soll die öffentliche Hand demnach rund 7,4 Milliarden Euro bezahlen. Bürgermeister Scholz hatte bei der Präsentation des Finanzberichtes in der vergangenen Woche gesagt, dass Hamburg 1,2 Milliarden davon tragen würde - den Rest müsse der Bund übernehmen.

Scholz' Ankündigung: Keine Schulden für Olympia

Hamburg tritt im Rennen um die Ausrichtung der Spiele gegen Los Angeles, Paris, Rom und Budapest an, der Hansestadt werden aber eher mäßige Chancen zugeschrieben. Zudem gibt es Ende November noch ein Referendum, in dem die Hamburger über die Bewerbung abstimmen.

Was die Absage des Bundes für die Zukunft der Hamburger Olympia-Bewerbung bedeutet, ist unklar. Scholz hatte mehrfach betont, für die Olympischen Spiele keine Schulden machen zu wollen. Auch eine höhere Investition als 1,2 Milliarden Euro schloss er aus. Er hatte angedeutet, eher aus dem Rennen auszusteigen, als die Hamburger Finanzen zu ruinieren.

Die Verhandlungen über die Bund-Beteiligung werden sich noch hinziehen, aus dem Innenministerium hieß es laut "Abendblatt": "Die Gespräche zwischen Bund und Hamburg laufen weiter." Scholz hatte jüngst bei einer Olympia-Präsentation gesagt: "Ich hätte kein Problem damit, wenn es noch ein Gutachten zu den Kosten geben sollte." Bis zum Frühjahr wolle er das Thema jedoch abschließen.

bka

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insgesamt 54 Beiträge
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Seite 1
bristolbay 15.10.2015
1. Nur eine Frage
Und wieviel zahlt der IOC oder kassiert der nur ab?
marathonaxel 15.10.2015
2.
Ist doch egal, selbst wenn das Geld alles zusammenkommt und die Hamburger beim Bürgerentscheid sich positiv entscheiden, nicht demokratisch legitimierte Vereine wie BUND und Konsorten werden schon alles daran setzen, Olympia in Deutschland zu verhindern. Wäre doch noch mal schöner, wenn man keine öffentlichkeits- und somit spendenwirksame Kampagne starten könnte. Mein Herzenswunsch jedenfalls ist, die Spiele herzuholen. Geld sollte für das zu gewinnende Image keine Rolle spielen und kommt langfristig zurück!
winkler00 15.10.2015
3. Alles nur Traeume
Das in letzter Zeit nur Verluste mit solchen Grossveranstaltungen praktiziert wurden, sollte man sich eines besseren besinnen. Mal in Rio nachfragen, was da so ueber bleibt. Außer Spesen nichts gewesen. Ohne Schulden keine Olymbia. Die 8 Mrd sind doch wohl ohne Nachtrag kalkuliert. Also der Mindestbetrag des Investitionsvolumens.
pefete 15.10.2015
4.
Zitat von bristolbayUnd wieviel zahlt der IOC oder kassiert der nur ab?
Der kassiert nur ab!
pefete 15.10.2015
5. Bravo
Wenn Herr Scholz realistisch ist, wird er erkennen, dass Hamburg es allein nicht schafft und die Bewerbung absagen...
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