Sommerspiele 2024 Paris schlägt Breakdance für Olympia vor

Erst ein "Baby Freeze", dann ein "Air Chair" - und dafür am Ende Gold? 2024 könnte Breakdance erstmals eine Olympische Sportart sein. Die Veranstalter schlugen noch weitere Sportarten vor.

Breakdancer bei den Olympischen Jugendspielen 2018 in Buenos Aires
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Breakdancer bei den Olympischen Jugendspielen 2018 in Buenos Aires


Wettbewerbe im "Breakdance" könnten bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris ihre Premiere feiern. Die Hip-Hop-Tanzform gehört zu den vier Sportarten, die das Pariser Organisationskomitee dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zur Aufnahme in sein Programm vorgeschlagen hat. Olympia solle "urbaner" werden.

Zwar ist noch unklar, wie viele der vorgeschlagenen Sportarten am Ende tatsächlich zugelassen werden. Diese Entscheidung wird erst auf der IOC-Session im Dezember 2020 getroffen. Für die Sommerspiele im kommenden Jahr in Tokio hatte das IOC allerdings alle fünf Empfehlungen der Organisatoren akzeptiert.

Neben Sportklettern, Skateboard und Surfen - die auch von Paris wieder vorgeschlagen wurden - werden in Japan auch in den dort populären Sportarten Karate und Baseball/Softball Medaillen vergeben.

Breakdance schon bei Jugendspielen 2018 olympisch

Die Veranstalter der Spiele in Paris wollen sich durch die Neuaufnahmen "mit den Sportarten dieser Welt verbinden, um den Spielen eine urbanere Dimension zu verleihen", sagte der Komitee-Chef Tony Estanguet bei der Präsentation. Das Ziel seien "mehr Sport in der Natur" sowie "mehr Kunst und Artistik". Weil die Organisatoren die Athletenanzahl bei den Spielen dabei insgesamt auf 10.500 begrenzen wollen, hatten Teamsportarten diesmal geringere Chancen.

Breakdance hatte bereits bei den Olympischen Jugendspielen 2018 in Buenos Aires erstmals zum Programm gehört. Die Teilnehmer mussten sich dabei in sogenannten "Dancebattles" messen, die von einer Jury bewertet wurden. Qualifizieren konnten sich die Tänzer durch die Einsendung eines Online-Videos. Als Sportart ist Breakdance offiziell der Welttanzsportvereinigung (WDSF) zugeordnet, die seit Langem für eine Aufnahme diverser Tanzsport-Disziplinen ins Olympia-Programm kämpft.

Der Weg für eine Erweiterung des Disziplinen-Angebots war durch die Agenda 2020 von IOC-Präsident Thomas Bach im Dezember 2014 geebnet worden. Das bisherige Limit von 28 Sommersportarten wurde de facto aufgehoben, die Olympia-Gastgeber können seitdem Vorschläge für weitere Sportarten machen.

bam/sid



insgesamt 5 Beiträge
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whitewisent 21.02.2019
1.
Nichts gegen Breakdance, aber es wirkt skuril, wenn man den Widerstand des IOC gegen die Verbindung von Wettkämpfen mit dem Begriff Olympia durch Andere anschaut. Hier gehts also letztendlich weiterhin nur um Geld. Wobei damit Geld fürs IOC gemeint ist, je größer diese Veranstaltung wird, umso weniger refininanzierbar ist es, und je mehr Wettkämpfe und Sieger, umso weniger Respekt für den einzelnen Athleten. Zum Glück nur alle 4 Jahre solch Desaster, obwohl für viele Sportler sicher noch ein Lebenstraum, den nur keiner mehr im TV verfolgen will, und kann, wenn man an die merkwürdige Auswahl des ÖR in Deutschland denkt, wo zuerst das Scheitern der eigenen Athleten gezeigt und wiederholt wird, anstatt solche Wettkämpfe zu zeigen.
jens109 21.02.2019
2. wenn schon denn schon
Wenn Breakdance olympisch wird, dann auch Pfahlsitzen und Boßeln! Ich will die sportliche Leistung der Breakdancer damit nicht schmälern aber der olympische Gedanke bezieht sich aus meiner Sicht mehr auf "klassische" Sportarten. Auch Synchronschwimmen paßt da nicht wirklich hinein.
viceman 21.02.2019
3. schwachsinn ,
aber wenn es geld bringt, dann werden bach & konsorten auch das mitmachen... olympia ist doch eigentlich schon tot ...oder ?
hoppelkaktus 21.02.2019
4. Na, logisch. Das IOC hebt sich mal wieder 'nen peinlichen Bruch...
Aha, Olympia soll "urbaner" werden, wie? Da hätte ich auch 'nen feinen Vorschlag bei der Hand: Leergut sammeln nämlich als weitere olympische Disziplin. Hält bekanntlich allein in Deutschland mittlerweile hunderttausende Menschen tagtäglich (und oft sogar nachts) regelmäßig über Stunden in Bewegung; und es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn jemand behaupten wollte, es handele sich bei der Jagd nach Flaschen- und Dosenpfand nicht schon lange und ganz ohne Zweifel um einen etablierten urbanen Volkssport. Dem großartigen, in vielfältiger Weise immer auf's Neue erstaunlichen IOC sei diese Idee drum also wärmstens ans Herz gelegt.
aschu0959 21.02.2019
5. Nicht das mich,
als überzeugtem Nicht - Sportler die Olympischen Spiele je besonders interessiert hätten (ausgenommen vielleicht beim Geschichtsunterricht), oder Breakdance und ähnliches mich jucken würde (soll jeder tun was er für richtig hält) sehe ich bei dem Thema nur noch Kommerz und den Versuch Geld aus Schei... zu machen. Ich hoffe doch sehr, das sich die Idee, nicht jeden Mist zu kaufen, anzusehen und zu konsumieren. durchsetzen wird. Spätestens dann wird Homo Sapiens hoffentlich erkennen,daß er wahrlich größere Baustellen zu bearbeiten hat.
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