Olympia in Rio Wada stellt schwere Verfehlungen in Anti-Doping-Arbeit fest

Im Kampf gegen Doping hat es bei Olympia in Rio schwere Fehler gegeben. Laut der Wada mangelte es unter anderem an geschultem Personal. Viele geplante Untersuchungen seien deshalb unmöglich gewesen.

Dopingkontrolle in Rio de Janeiro
DPA

Dopingkontrolle in Rio de Janeiro


Bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ist es bei der Anti-Doping-Arbeit offenbar zu "schwerwiegenden logistischen Verfehlungen" gekommen. Das geht aus dem Independent Observers Report hervor, den die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) veröffentlichte.

Darin ist unter anderem von einem erheblichen Mangel an geschultem Anti-Doping-Personal die Rede. Dabei geht es auch um die Personen, welche die Athleten zur Entnahme der Probe begleiten (Chaperons). Die Zielmarke von Tests im Olympischen Dorf sowie in den Wettkampfstätten sei deshalb deutlich verfehlt worden. "Oft wurden nur 50 Prozent oder weniger der geplanten Tests durchgeführt", hieß es in dem Bericht.

Die unabhängigen Beobachter, die durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) nach Rio eingeladen worden waren, schilderten zahlreiche Fälle, in denen der zu testende Athlet "einfach nicht gefunden werden konnte". Auch soll den Chaperons in vielen Arenen der Zugang zu bestimmten Zonen verweigert worden sein.

Dennoch kam Kommissionschef Jonathan Taylor zu dem Schluss, dass das Anti-Doping-Programm in der Lage gewesen sei, "eine Reihe positiver Ergebnisse zu erzielen." Auch lobte der Bericht die Verbesserungsmaßnahmen in Rios Anti-Doping-Labor. Das war von der Wada nur sechs Wochen vor den Spielen für die Nichtbeachtung internationaler Standards zwischenzeitlich suspendiert worden.

aev/sid



insgesamt 7 Beiträge
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akkzent 28.10.2016
1.
Witziges Wortspiel einer leider nicht ernstzunehmenden Organisation. Wer will eigentlich wirklich gegen systematisches Doping ankämpfen? Das IOK jedenfalls nicht. Und die vielen NOKs in der Mehrzahl auch nicht.
malu501 28.10.2016
2. Und
wo war Hajo Seppelt, der Chef-Dopingjäger? Ach ja, Russland war ja nicht in Rio. Also konnte es ja praktisch kein Doping geben. Nichts zu tun also,alles sauber.
ptb29 28.10.2016
3. Gute Formulierung
"eine Reihe positiver Ergebnisse zu erzielen." Die paar, die erwischt wurden, hatten natürlich ein ärztliches Attest und dürften dopen. Was für eine Farce.
JoachimFranz 29.10.2016
4.
Zitat von malu501wo war Hajo Seppelt, der Chef-Dopingjäger? Ach ja, Russland war ja nicht in Rio. Also konnte es ja praktisch kein Doping geben. Nichts zu tun also,alles sauber.
Und da ist sie wieder die Leier von Russland, das von der Welt so ungerecht behandelt wird. So so, Russland war also nicht in Rio dabei. In welche rParallelwelt denn? Aber wenn Sie schon suggerieren, dass Seppelt nicht in Rio war, weil Russland Ihrer Meinung nach bei den Spielen auch nicht dabei gewesen ist, und damit Seppelt unterstellen, dass er nur an Dopingverstößen von Russen interessiert sei, so sollten Sie sich beim nächsten Mal etwas besser über die Thematik informieren, weil Ihre Aussagen reichlihc enig mit der Realität zu tun haben. Tatsache ist jedenfalls, dass trotz des nachgewiesenen russischen Staatsdopings nur dir russischen Leichtathleten und Gewichtheber in Rio gesperrt waren. Die meisten von Russland gemeldeten Sportler konnten aber starten und Russland mit Fahne einlaufen. Ihr Aussage, Russland sei nicht in Rio dabei gewesen, ist also kompletter Unsinn. Genauso wenig ist es wahr, dass sich Seppelt nur mit dem russischen Doping befasst hat. Seppelt hat auch schon intensiv über Doping im DDR-Schwimmsport, im deutschen Wintersport, unter kenianischen Leichtathleten, über spanische und deutsche Dopingärzte im Radsport, über Mängel im deutschen Kontrollsystem und andere Dopingthemen, die mit Russland nichts zu tun haben, recherchiert und informiert. Dass sich Seppelt nur f´ür Doping im russischen Sport interessiert ist also genauso Unsinn. Ach ja, bleibt noch Ihre Frage, wo Hajo Seppelt während des Olympischen Spielen in Rio war. Vielleicht hilft Ihnen dieser Artikel weiter: http://www.bild.de/sport/olympia/olympia-2016/schwere-vorwuerfe-gegen-die-dopingjaeger-in-rio-47420092.bild.html. Übrigens Gemeinsamkeiten zu dem Spiegelartikel hier sind nicht ganz zufällig. Und insbesondere wegen der Kritik Seppelts an den Dopingtests in Rio, ist Ihr Versuch, aus diesem Spiegelartikel einen Vorwurf gegenüber Seppelt zu basteln, auf ganzer Linie gescheitert.
espet3 29.10.2016
5.
Als Baron Coubertain in den 1920er-Jahren merkte, wie die Sache wegen Kommerz aus dem Ruder lief, hat er angewidert seiner eigenen Organisation den Rücken gekehrt.
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