Nach dritter Pleite Madrid verzichtet auf weitere Olympia-Bewerbung

Dreimal angetreten, dreimal gescheitert: Madrid hat jetzt von Olympia-Bewerbungen die Nase voll. Die Bürgermeisterin der spanischen Hauptstadt teilte mit, dass man sich nicht mehr an einer Kandidatur beteiligen werde.

Enttäuschung in Madrid: Ab sofort keine Bewerbung mehr
AFP

Enttäuschung in Madrid: Ab sofort keine Bewerbung mehr


Hamburg - Nach drei gescheiterten Anläufen in Serie will Madrid auf eine Kandidatur für die Olympischen Sommerspiele 2024 verzichten. Die Bürgermeisterin der spanischen Hauptstadt, Ana Botella, erklärte am Donnerstag, sie habe König Juan Carlos und Ministerpräsident Mariano Rajoy von ihrer Entscheidung in Kenntnis gesetzt. Das Rennen um die Ausrichtung der Spiele habe Madrid bereits "allen Nutzen gebracht, den man erwarten konnte", fügte sie an.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte am Samstag Tokio zum Ausrichter der Spiele 2020 gewählt. Die japanische Hauptstadt setzte sich in Buenos Aires im Finalwahlgang gegen Istanbul durch, Madrid scheiterte schon in der ersten Runde.

Man sei nun traurig und enttäuscht, räumte Botella auf einer Pressekonferenz ein. Die Verantwortlichen wollten aber weiter arbeiten, um Madrid zu "einer Stadt der Freiheit und der Kultur zu machen". Zudem habe man in Buenos Aires "nicht alles verloren", denn einige der für 2020 vorgesehenen Anlagen würden verwirklicht werden.

Unter anderem soll nach amtlichen Angaben das Olympiastadion, dessen Bauarbeiten laut Medien wegen finanzieller Engpässe zuletzt nur sehr langsam vorangekommen waren, zu Ende gebaut und von Fußball-Erstligist Atlético Madrid ab 2016 benutzt werden. Das geplante neue Wassersportzentrum soll den Bewohnern der Hauptstadt zugutekommen.

aha/dpa



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insgesamt 6 Beiträge
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demophon 12.09.2013
1. Kluge Entscheidung
Finanziell waren die Olympischen Spiele in der Vergangenheit für fast alle Austragungsorte ein riesiger Verlust, deren Schuldenberge noch von den nachfolgenden Generationen abgetragen werden mussten. Milliardenteure Sportanlagen verödeten, weil sie nicht mehr gebraucht wurden oder weil der Unterhalt zu teuer wurde, Infrastrukturmaßnahmen waren zu großspurig gebaut und waren nach den Spielen nicht mehr ausgelastet. Statt mehr Touristen anzulocken, kamen wegen der überhöhten Preise weniger als vorher, wie in London. Das alles hat sich Madrid mit seinem klugen Verzicht auf weitere Bewerbungen erspart.
elwu 12.09.2013
2. Da Olympiaden
stets zu absurd hohen Kosten für die Ausrichter und also Steuerzahler führen, ist die Entscheidung gegen Madrid als Ausrichter aus Sicht der Bürger Madrids und Spaniens nur zu begrüßen, die Entscheidung der Stadt, sich künftig nicht mehr zu bewerben ebenso. Wenn nur auch die deutschen Städte für immer einer Bewerbung an diesem kommerziellen Großspektakel abschwören würden...
mastermatter 12.09.2013
3. IOC = die Macht des Geldes !
Nach der FIFA trifft nun also auch der IOC Entscheidungen, die weder politisch, noch wirtschaftlich Sinn machen. Wobei: wirtschaftlich Sinn für die Stimmberechtigten schon... Nur wenn die Basis der Entscheidungsträger breiter (sehr sehr viel breiter) wird, könnten solche Entscheidungen demokratisch getroffen werden. Aber das ist erstens nicht erwünscht und zweiten wenn überhaupt, nur sehr umständlich umsetzbar. Also bleibtm an schön bei den Bakschisch Wahlen.
daddy_felix 12.09.2013
4. optional
Dieses Konzept "Solange bewerben, bis man die Spiele bekommt" ist doch auch Murks. Man sollte sich frühestens für die übernächsten Spiele wieder bewerben dürfen.
aurichter 12.09.2013
5. Afrika?
Sollte doch auch einmal eine Olympiade ausrichten. Mit tatkräftiger Unterstützung der vielen Profiteure dieser äusserst werbewirksamen Veranstaltung müsste es doch möglich sein, dort ein Land zu animieren eine Bewerbung einzureichen. Jetzt könnte doch ein Hr.Bach sich dafür stsrk machen und sich in den Geschichtsbüchern mit der von Ihm ersten afrikanischen Olympiade umgesetzt zu haben. I have a dream ;-) Wird wohl nicht passieren, da gibt es nichts zu verdienen.
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