Hamburg - Nadine Müller ist im olympischen Diskuswurf-Finale ohne die erhoffte Medaille geblieben. Die WM- und EM-Zweite schleuderte in London die ein Kilogramm schwere Scheibe nur auf 65,94 Meter und erreichte damit Rang fünf.
Gold gewann Europameisterin Sandra Perkovic mit dem Landesrekord von 69,11 Metern - die ehemalige Dopingsünderin ist damit die erste Leichtathletik-Olympiasiegerin aus Kroatien. Im Urin von Perkovic war bei den Diamond-League-Meetings im Mai 2011 in Rom und Shanghai Methylhexanamin gefunden worden. Silber sicherte sich die Jahres-Weltbeste Darja Pischtschalnikowa aus Russland (67,56 Meter), die bis April 2011 ebenfalls wegen Dopings gesperrt war. Bronze ging an Weltmeisterin Li Yanfeng aus China (67,22).
Junioren-Weltmeisterin Anna Rüh belegte mit 61,36 Metern Rang zehn, Julia Fischer war als dritte deutsche Starterin mit 60,23 Meter in der Qualifikation gescheitert.
Dreimalige Weltmeisterin Dietzsch hatte eine Medaille gefordert
Die Weltranglistenzweite Müller wollte der Konkurrenz gleich im ersten Versuch eine kaum lösbare Aufgabe hinlegen - doch 65,71 Meter konnten Perkovic, Yi und auch Yarelys Barrios nicht beeindrucken. Anschließend versuchte sie, die Ruhe zu bewahren.
Die dreimalige Weltmeisterin Franka Dietzsch hatte vor dem Finale noch gefordert. "Für Nadine ist eine Medaille Pflicht. Auch wenn die Konkurrenz sehr groß ist", sagte sie, Müller habe auf jeden Fall die Form, um ganz vorne zu landen. Doch Dietzsch lag falsch: Angesichts der Weiten, die ihr vor allem Perkovic vorlegte, hatte die deutsche Medaillenanwärterin ihre Nerven nicht im Griff.
Gleichzeitig verpasste es Müller, die mittlerweile 16 Jahre währende Durststrecke der Frauen im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) bei Sommerspielen zu beenden. Seit dem Gold-Triumph von Ilke Wyludda 1996 in Atlanta sind die deutschen Diskuswerferinnen leer ausgegangen.
Bayer fehlen zwei Zentimeter für Bronze
Weitsprung-Europameister Sebastian Bayer hat eine Medaille knapp verpasst. Der 26-Jährige musste sich mit 8,10 Metern und dem fünften Platz begnügen. Olympiasieger wurde der Brite Greg Rutherford 8,31 Meter vor dem Australier Mitchell Watt (8,16) und Will Claye aus den USA (8,12).
Bayer war als Zwölfter der Qualifikation nur mit viel Glück überhaupt ins Finale gerutscht. Christian Reif, der wie Bayer bei mäßigen 7,92 gelandet war, verpasste dagegen als 13. seine Chance auf den Final-Vorkampf.
leh/sid
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