Olympia-Sensation im Schwimmen: Ye Shiwens unglaublicher Weltrekord

Die chinesische Schwimmerin Ye Shiwen hat mit ihrem Fabel-Weltrekord über 400 Meter Lagen für Aufsehen gesorgt - und für kritische Fragen. Denn vor einem Jahr war die 16 Jahre alte Olympiasiegerin noch sieben Sekunden langsamer. Wie ist das möglich?

Foto: DPA

Hamburg - Es ist eine Sensation, die Fragen aufwirft: Die 16 Jahre alte Schwimmerin Ye Shiwens sicherte sich am Samstag über 400 Meter Lagen in Weltrekordzeit die Goldmedaille. Mit ihrer Zeit von 4:28,43 Minuten überraschte die Chinesin dabei nicht nur die Schwimmwelt. Doch wie lässt sich dieser Erfolg erklären? "Wir haben ein sehr gutes, wissenschaftlich gestütztes Training", sagte die Olympiasiegerin: "Aber, wir sind keine Roboter."

In beeindruckender Manier war Ye auf den letzten 100 Metern an der Weltmeisterin und Top-Favoritin Elizabeth Beisel vorbeigezogen - auf der vorletzten Bahn schwamm sie 13 Hundertstelsekunden schneller als zuvor bei den Männern Rekord-Olympiasieger Phelps, auf den letzten 50 Metern sogar 17 Hundertstel schneller als dessen Bezwinger Lochte. Nach dem Turbo-Finale zeigte die Videowand 4:28,43 Minuten an - mehr als eine Sekunde unter dem alten Weltrekord der Peking-Olympiasiegerin Stephanie Rice aus Australien.

"Dieser Schlussspurt war schon unglaublich", sagte Dopingexperte Fritz Sörgel. Sein Kollege Werner Franke, als kritischer Beobachter chinesischer Sportler bekannt, bezeichnete Yes Leistung als "ungewöhnlich, auffällig und überprüfungswürdig, aber physiologisch nicht unmöglich".

Auf Doping könne man in diesem Fall nicht automatisch schließen, selbst wenn man auf die belastete chinesische Geschichte schaue, sagte Franke: "Gerade junge, früh trainierte Athleten sind mitunter zu außergewöhnlichen Leistungen fähig, weil sie von ihren spezifischen Gewichtsverhältnissen profitieren."


Doch die Leistungsexplosion der Chinesin scheint unglaublich: Bei der WM vor einem Jahr in Shanghai war Ye als Fünfte noch sieben Sekunden langsamer gewesen. Kein Wunder, dass nach dem ersten Frauen-Weltrekord im Anschluss an die Ära der Hightech-Anzüge nach den Gründen für die Leistungsexplosion gefragt wurde. "Wir haben von der Kindheit an ein wissenschaftliches Training", sagte die 16-Jährige noch einmal, "da ist es für mich jetzt nicht mehr sehr schwer."

Auch ein anderer Schwimmer aus der chinesischen Kaderschmiede hatte nur wenige Minuten zuvor knapp den zweiten Weltrekord seiner jungen Karriere verpasst: Sun Yang, der vor einem Jahr den Rekord von Grant Hackett über 1500 Meter Freistil gebrochen hatte, krönte sich zum Olympiasieger und blieb über 400 Meter nur sieben Hundertstel über der Bestmarke von Paul Biedermann.

Schon in den neunziger Jahren hatten chinesische Schwimmer durch eine Leistungsexplosion auf sich aufmerksam gemacht. Nach mehreren positiven Dopingtests vor der WM 1998 kündigte die Regierung an, den Sport neu aufzubauen.

Erste Erfolge dieses neuen Systems wurden bereits vor vier Jahren in Peking sichtbar, als Liu Zige Olympia-Gold über 200 Meter Schmetterling gewann und ihre Teamkollegen weitere fünf Medaillen hinzufügten. Bei der Heim-WM im vergangenen Jahr in Shanghai waren es bereits fünfmal Gold, zweimal Silber und siebenmal Bronze.

mib/sid

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insgesamt 208 Beiträge
town621903 29.07.2012
Schon die Sowjetunion dopte ihre Sportler bis zum menschenmöglichen, um für das glorreiche Vaterland Medaillen zu gewinnen. Manche Dinge ändern sich doch nie.
Schon die Sowjetunion dopte ihre Sportler bis zum menschenmöglichen, um für das glorreiche Vaterland Medaillen zu gewinnen. Manche Dinge ändern sich doch nie.
shark65 29.07.2012
Schauen wir uns doch einmal an wie geschickt in China Doping betrieben wird. Unterstützt durch Politik und Funktionäre. China nutzt sportliche Erfolge gerne dazu, dem Westen zu zeigen das China mindestens genauso gut ist, [...]
Zitat von sysopDie chinesische Schwimmerein Ye Shiwen hat mit ihrem Weltrekord über 400 Meter Lagen für Aufsehen gesorgt. Auch einen Tag nach dem Sensations-Olympiasieg der erst 16 Jahre alten Schwimmerin, fragt sich die Sportwelt, wie sie diese Leistung vollbringen konnte. Olympia-Sensation im Schwimmen: Ye Shiwens Weltrekord wirft Fragen auf - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,847007,00.html)
Schauen wir uns doch einmal an wie geschickt in China Doping betrieben wird. Unterstützt durch Politik und Funktionäre. China nutzt sportliche Erfolge gerne dazu, dem Westen zu zeigen das China mindestens genauso gut ist, am liebsten sogar besser. Sportler, die bei WM's oder Olympia Gold gewinnen, haben finanziell ausgesorgt. Ihre Familien auch. Allerbester Nährboden für die Bereitschaft sich zu quälen und verbotene Substanzen einzusetzen. Es hat Gründe warum, verstärkt in den letzten Jahren, unbekannte chinesische Wunderkinder bei Großereignissen abräumen. Dazu muss man sich zuerst mit den Dopingmethoden befassen. Immer beliebter wurde das Blutdoping. Um diese Form des dopens kontrollieren zu können, muss der Athlet eine Blutprobe abgeben, sobald er offiziell im Verband gelistet wird. Anhand dieser Probe können die Kontrolleure Veränderungen im Blut erkennen. Also gehen die Chinesen hin, nehmen talentierte Kinder und beginnen sofort mit dem Blutdoping, ohne sie offiziell als Verbandsangehörige zu registrieren. So muss auch keine Blutprobe abgegeben werden. Ein paar Monate vor dem Großereignis wird der Sportler dann offiziell registriert und die Blutprobe wird abgeben. Dann kommt ein so großartiger Erfolg wie gestern, ein Dopingtest wird gemacht und oh Wunder, keine Veränderung im Blutbild wird festgestellt. Ergo kann kein Doping festgestellt werden. Gerne wird der Sportler nach einer sehr kurzen und sehr erfolgreichen Karriere seine karriere beenden. Er hat seine Schuldigkeit getan und andere Kinder stehen schon in den Startlöchern. Zum besseren Verständnis. Ich weiß, das auch in Deutschland gedopt wird. Ich komme selber aus der Leichtathletik und habe bei Mannschaftskollegen plötzliche und unerklärbare Leistungssteigerungen erlebt, die allen, ausser den Trainern, äusserst seltsam vorkamen. Natürlich muss auch der gedopte Sportler genauso hart trainieren und auch talentiert sein wie jeder andere Leistungssportler. Aber diesen Ausdauer- und Kraftvorteil gegenüber dem "sauberen" Sportler, den kann der ungedopte nicht wettmachen. Ich erinnere gerne an die griechischen Gewichtheber. Nachdem bekannt wurde, das 11 von 14 Sportlern gedopt waren, wurde das Bauernopfer, der Trainer entlassen und ein erfolgloses Rumpfteam nach Peking entsand. Die Chinesen hat es sehr gefreut. Kamen sie so doch etwas aus der Schusslinie.
BouvardPecuchet 29.07.2012
Aha, es sind also die "wissenschaftlichen Traningsmethoden" der chinesischen Mannschaft, die diese Leistungsexplosion möglich gemacht haben sollen? Diese Methoden scheinen demnach in anderen Staaten wie den USA, [...]
Zitat von sysopDie chinesische Schwimmerein Ye Shiwen hat mit ihrem Weltrekord über 400 Meter Lagen für Aufsehen gesorgt. Auch einen Tag nach dem Sensations-Olympiasieg der erst 16 Jahre alten Schwimmerin, fragt sich die Sportwelt, wie sie diese Leistung vollbringen konnte. Olympia-Sensation im Schwimmen: Ye Shiwens Weltrekord wirft Fragen auf - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,847007,00.html)
Aha, es sind also die "wissenschaftlichen Traningsmethoden" der chinesischen Mannschaft, die diese Leistungsexplosion möglich gemacht haben sollen? Diese Methoden scheinen demnach in anderen Staaten wie den USA, Australia oder auch in Europa unbekannt zu sein. Hier scheint die Entwicklung der Wissenschaft weit zurückzuhinken. Wer das glaubt, der soll selig werden! Ich denke, solche Wettkämpfe sind ein Grund, bei Olympia abzuschalten!
totalmayhem 29.07.2012
Wenn Experten diese Leistungexplosion schon als unglaublich einstufen, warum soll der unbedarfte Rest der Welt es dann glauben? Alte Weisheit: Wenn etwas zu schoen ist, um wahr zu sein dann ist es in der Regel auch nicht wahr. [...]
Wenn Experten diese Leistungexplosion schon als unglaublich einstufen, warum soll der unbedarfte Rest der Welt es dann glauben? Alte Weisheit: Wenn etwas zu schoen ist, um wahr zu sein dann ist es in der Regel auch nicht wahr. Nicht dass ich dem Maedel den Erfolg nicht goenne, aber wenn sie selbst einen gestandenen Olympioniken wie Ryan Lochte (der seinerseits auf Weltrekordkurs lag) auf den letzten 50 metern schlaegt, dann hat hat das schon etwas Surreales.
Prupur 29.07.2012
"Wir haben ein sehr gutes, wissenschaftlich gestütztes Training" Die weiß doch selbst nicht ob sie gedopt ist, oder nicht. Als wenn ihre Betreuer / Sportmediziner sie darüber aufklären würden. Die obige Antwort ist [...]
"Wir haben ein sehr gutes, wissenschaftlich gestütztes Training" Die weiß doch selbst nicht ob sie gedopt ist, oder nicht. Als wenn ihre Betreuer / Sportmediziner sie darüber aufklären würden. Die obige Antwort ist ihr auch von diesen Leuten vorab in den Mund gelegt worden, und brav wie ein Roboter spult sie die bei jeder Nachfrage eines Reporters ab. "Aber, wir sind keine Roboter."
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  • Sonntag, 29.07.2012 – 13:24 Uhr
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Medaillenspiegel

Platz Land Ges.
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Die erfolgreichsten Sportler bei Olympischen Sommerspielen
Name Disziplin Gold Silber Bronze
Michael Phelps Schwimmen 18 2 2
Larissa Latynina Turnen 9 5 4
Paavo Nurmi Leichtathletik 9 3 0
Mark Spitz Schwimmen 9 1 1
Carl Lewis Leichtathletik 9 1 0
Birgit Fischer Kanu 8 4 0
Sawao Kato Turnen 8 3 1
Jenny Thompson Schwimmen 8 3 1
Matt Biondi Schwimmen 8 2 1
Ray C. Ewry Leichtathletik 8 0 0
London 2012: Die Twitter-Reporter





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