Testlauf für Olympia 2020 Delfinshow sorgt für Ärger beim Segel-Weltverband

Es war die Eröffnungsshow für die World Cup Series der Segler: Weil Delfine auf engstem Raum gehalten wurden, hat der Weltverband den japanischen Organisator kritisiert.

Teilnehmer des Wettbewerbs in Japan
AFP

Teilnehmer des Wettbewerbs in Japan


Bei der Eröffnungszeremonie der World Cup Series im Segeln, die als Testlauf für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio gilt, ist es im japanischen Enoshima zu einem Protest der Segler gekommen. Die Teilnehmer bekamen laut der britischen Zeitung "The Guardian" eine Delfinshow präsentiert, bei der die Tiere nicht artgerecht gehalten wurden. Auf einem Foto ist zu sehen, wie die Delfine in einem deutlich zu kleinen Wasserbecken ihre Kunststücke vorführen sollten.

Noch während der Veranstaltung äußerte der britische Segler Luke Patience per Twitter seinen Unmut. Patience teilte mit, dass Segeln für ihn ein grüner Sport sei und er sich für die Vorkommnisse schäme, die er dort gesehen habe. Einen Tag später schwächte er seine Äußerungen etwas ab und ergänzte, dass er hoffe, dass der Segelsport in Zukunft mehr Moral zeigen könne.

Der Weltverband der Segelsportarten, "World Sailing", kritisierte den Vorfall ebenfalls und betonte, dass die Show zu keinem Zeitpunkt mit dem Verband abgestimmt gewesen sei. Die Nachhaltigkeitskommission des Verbands hatte erst vor wenigen Wochen beschlossen, sich noch aktiver für den Umweltschutz einzusetzen.

Hirobumi Kawano, Chef des japanischen Segelverbands, entschuldigte sich für die Vorkommnisse. Zugleich wies er jedoch darauf hin, dass der Umgang mit den Delfinen sich von Land zu Land unterscheide und man das auseinanderhalten müsse.

leo

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insgesamt 2 Beiträge
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aurichter 12.09.2018
1. Aussage
"Die Haltung der Tiere unterscheide sich von Land zu Land". Das soll dann als Entschuldigung für die Nicht-Artgerechte Haltung herhalten? Angesichts der Delphin Schlachtungen und dem Walfang der Japaner, der jetzt durch die Wahlkommission und der Tagungen in Brasilien noch weiter in den Focus gerät, ist es nur noch widerlich. Jetzt soll mir keiner mit Tradition kommen. DA fehlt der nötige Respekt gegenüber der Natur. Ich hoffe, dass Paul Watson wieder eine schlagkräftige Truppe zum Kampf gegen das Abschlachten findet.
rambuteau 12.09.2018
2. Richtig
Genau das ist die richtige Art und Weise - auf in unserem Verständnis - Missstände hinzuweisen. Hier hat jemand in Japan sein Gesicht verloren und wird anfangen nachzudenken. Dafür sind internationale Veranstaltungen sehr gut geeignet. In Deutschland über Walfang nur zu meckern bringt gar nichts.
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