Olympiateilnahme von Kickern Werder und Schalke setzen sich gegen Fifa durch

Überraschendes Urteil des internationalen Sportgerichtshofs: Der Cas hat entschieden, dass Fußballclubs ihren Spielern die Teilnahme an den Olympischen Spielen verweigern dürfen. Ob Werder-Profi Diego und Schalkes Rafinha jetzt aus Peking abreisen müssen, ist noch offen.


Hamburg - Für die brasilianischen Bundesliga-Profis Diego (Werder Bremen) und Rafinha (Schalke 04) besteht keine Abstellungspflicht seitens der Vereine für das olympische Fußballturnier. Diese endgültige Entscheidung gab der Internationale Sportgerichtshof Cas in Peking bekannt.

Schalke-Spieler Rafinha: Olympiateilnahme wieder zweifelhaft
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Schalke-Spieler Rafinha: Olympiateilnahme wieder zweifelhaft

Der Fußball-Weltverband Fifa hatte zuvor entschieden, dass Spieler unter 23 Jahren zu den Olympischen Spielen abgestellt werden müssen - auch gegen den Willen ihrer Vereine. Fifa-Präsident Joseph Blatter war von der Cas-Entscheidung "überrascht und enttäuscht", der Weltverband wolle das Urteil aber akzeptieren.

Offen ist nun, ob Rafinha (22 Jahre alt) und Diego (23) mit sofortiger Wirkung von ihren Vereinen nach Deutschland zurückbeordert werden. "Ich appelliere ich an die Clubs: Lasst eure Spieler an den Olympischen Spielen teilnehmen! Es wäre ein Akt der Solidarität in perfekter Harmonie mit dem olympischen Geist. Es wäre wunderbar für die Spieler, die Fans und für das Spiel selbst", sagte Blatter.

Cas-Generalsekretär Matthieu Reeb betonte, dass die Clubs ihre Spieler durchaus bestrafen könnten, falls die Profis sich weigern, während des olympischen Turniers zu ihren Vereinen zurückzukehren: " Die Spieler müssen zurück. Ansonsten drohen ihnen Strafen durch die Vereine", so Reeb.

Für Rafinha hatte Schalke bereits ein Bußgeld in Höhe von 25. 000 Euro vorgesehen - pro Tag. Der Außenverteidiger hatte seine Interessen rigoros durchgesetzt und zuletzt jeglichen Kontakt zu seinem Arbeitgeber abgebrochen. Dagegen hatten sich Werder und Mittelfeldmann Diego gegenseitig zugesichert, das Cas-Urteil akzeptieren zu wollen.

Diego und Rafinha waren von Brasilien für die Olympischen Spiele nominiert worden, obwohl sie von ihren Clubs nicht die Spielerlaubnis erhalten hatten. Daraufhin hatten Bremen und Schalke ebenso wie der FC Barcelona im Fall des argentinischen Nationalspielers Lionel Messi den Cas angerufen.

Das olympische Fußballturnier wird nicht im Spielkalender des Weltverbandes Fifa geführt. Sollten Diego und Rafinha von ihren Clubs zurückbeordert werden, stehen sie Bremen beziehungsweise Schalke zum Bundesliga-Auftakt vom 15. bis zum 17. August zur Verfügung. Die Entscheidung betrifft zunächst nur die drei Clubs, die Einspruch eingelegt haben. Andere Vereine können sich allerdings mit einem Widerspruch anschließen.

hut/sid



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