Olympia-Gastgeber Wada suspendiert Anti-Doping-Labor in Rio

Die Probleme in Rio de Janeiro häufen sich: Die Wada hat das Anti-Doping-Labor in der brasilianischen Metropole suspendiert - dort, wo bald die Olympischen Sommerspiele stattfinden.

Büro der Wada
REUTERS

Büro der Wada


Sechs Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele hat die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) das Anti-Doping-Labor in Rio de Janeiro gesperrt. Damit darf das Labor in der brasilianischen Metropole unter anderem keine Blut- und Urinproben mehr analysieren.

Wie die Wada mitteilte, wurde die Suspendierung der Akkreditierung wegen "einer Nichtübereinstimmung mit dem Internationalen Standard für Laborartorien (ISL)" verhängt. Der noch amtierende Wada-Boss David Howman sprach gegenüber neuseeländischen Medien von "ziemlich verstörenden" Problemen, offenbar technischer Art, die zu dem drastischen Schritt führten. Das Labor wurde nach Wada-Angaben bereits am Mittwoch informiert. Innerhalb von 21 Tagen kann das Labor gegen die Entscheidung Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof Cas einlegen.

"In der Zwischenzeit wird die Wada mit dem Rio-Labor eng zusammenarbeiten, um das erkannte Problem zu lösen", wurde der angehende Wada-Generaldirektor Olivier Niggli in einem Statement zitiert. Er versicherte, dass die Sperre nur dann aufgehoben werde, wenn das Labor optimal arbeite, sodass "die beste Lösung geschaffen werde, um sicherzustellen, dass die Untersuchung der Proben für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Rio verlässlich ist."

Untersuchungen, die planmäßig im Labor von Rio durchgeführt werden sollten, werden bis auf weiteres von anderen Einrichtungen mit Wada-Akkreditierung weltweit durchgeführt. Die Agentur will gewährleisten, dass die Proben sicher und zeitnah transportiert werden. Die Wada wird nun einen Disziplinarausschuss einsetzen, der den Fall überprüft und Empfehlungen zum Akkreditierungsstatus des Labors gibt. Die Sperre gilt zunächst für sechs Monate oder bis die Wada-Exekutive nach der Überprüfung eine Entscheidung trifft.

Das Labor, in dem rund 5000 Olympia-Proben analysiert werden sollten, macht nicht zum ersten Mal Probleme. Bereits bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 waren die Proben aus Brasilien für immense Kosten quer über den Atlantik zu einem Labor im schweizerischen Lausanne geschickt worden, weil die Wada der Einrichtung in Rio de Janeiro im August 2013 wegen Unregelmäßigkeiten die Zulassung entzogen hatte. Für den Olympia-Gastgeber häufen sich indes die Probleme. Vor knapp einer Woche hatte der Bundesstaat Rio de Janeiro bereits den Finanznotstand ausgerufen.

aev/sid



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
RugbyLeaguer 24.06.2016
1. Diese WADA...
kann man nicht Ernst nehmen.. Fragen Sie mal beim Essendon Bombers Football Club nach...
zoon.politicon 24.06.2016
2.
Schon immer ein Problem: "wer kontrolliert die Kontrolleure?" Zusätzliches Problem: je länger der Weg von der Gewinnung einer Urin- /Blutprobe bis zum entgültigen verkündeten Ergebnis ist, desto mehr Manipulation ist möglich. Wir werden wohl damit leben müssen, dass es keine perfekte Kontrolle gibt.
cyoulater 25.06.2016
3. Die WADA
fängt langsam an, mir zu gefallen...
Valvik 25.06.2016
4. Wada ?
Wenn Problem seit 2014 bekannt ist, warum wird erst jetzt 6 Wochen vor die Spielen gehandelt ? Wollen die Spiele ganz kaputt machen ? Und wir müssen auch wachsam bleiben, wo der nächste Krieg während oder kurz vor beginn die Spielen ausbricht, wie das schon 2008 und 2014 passierte.
Freidenker10 25.06.2016
5.
Wer glaubt denn den Spitzensportorganisationen auch nur noch ein Wort? Vertuschtes Doping, Korruption, Vetterleswirtschaft, undemokratische Knebelverträge mit Ausrichterländern, Manipulation und und und. Der Spitzensport um Olympia, Fifa, Uefa usw. gräbt fleißig weiter am eigenen Grab! Gut so!
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