Hamburg - Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele in London (LOCOG) hat wegen der vielen leeren Plätze in den Wettkampfstätten am Samstag eine Untersuchung eingeleitet. "Es ist beschämend, dass das passiert ist, aber wir werden alles tun, um sicherzustellen, dass die Plätze gefüllt werden", sagte Olympia-Minister Jeremy Hunt.
"Wir glauben, das waren Plätze für Sponsoren. Wenn sie nicht kommen, wollen wir, dass diese Tickets der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen", sagte Hunt: "Wir nehmen das sehr ernst und werden das sehr genau untersuchen." Aus dem Besuch der Spiele 2008 in Peking habe er die Lehre gezogen, dass "volle Stadien die beste Atmosphäre erzeugen".
LOCOG-Chef Sebastian Coe widersprach den Aussagen Hunts und führte die leeren Plätze darauf zurück, dass Vertreter internationaler Verbände und Offizielle des Internationalen Olympische Komitees (IOC) sowie deren Freunde und Familien an den ersten Tagen ihre Karten nicht genutzt haben. "Es ist nicht offensichtlich, dass es ein Problem der Sponsoren ist", sagte Coe. Die Organisationen wollen jetzt verstärkt Tickets an Schulkinder, Lehrer und das Militär verteilen, um die Ränge zu füllen. Zudem sollen mehr Karten in den Verkauf gehen.
Vor allem beim Tennis in Wimbledon, im Aquatics Centre, beim Basketball und bei den Turnern in der North Greenwich Arena waren am ersten Wettkampftag zahlreiche Plätze leer geblieben. Gleichzeitig bildeten sich außerhalb der Austragungsorte zum Teil lange Schlangen von Fans, die sich allerdings vergeblich um Tickets bemühten.
Die Aufteilung der Ticketkontingente wird in Großbritannien seit Monaten diskutiert. Viele Briten haben das Gefühl, dass Sponsoren und Funktionäre bei der Vergabe der Eintrittskarten unverhältnismäßig bevorzugt werden.
mib/sid
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