Olympia 2016 in Rio Großrazzia wegen möglichem Stimmenkauf

Elf Anwesen wurden kontrolliert: Die brasilianischen Behörden haben nach Beweisen für einen Stimmenkauf für das Olympia-Turnier in Rio 2016 gesucht. Auch der damalige Bewerbungschef geriet ins Visier der Fahnder.

Brasilianische Bundespolizisten untersuchen das Haus des brasilianischen Organisations-Chefs Nuzman
DPA

Brasilianische Bundespolizisten untersuchen das Haus des brasilianischen Organisations-Chefs Nuzman


Waren die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro gekauft? Das wird nun untersucht: Die brasilianische Polizei hat wegen der Vergabe mehrere Korruptionsverfahren eingeleitet. Nach ihren Angaben durchsuchten Ermittler in Rio Häuser von Mitgliedern des Nationalen Olympischen Komitees.

Wie die brasilianische Mediengruppe Globo berichtete, gingen die Fahnder dabei auch gegen den damaligen Bewerbungs- und Organisationschef Carlos Nuzman vor. Er ist auch Präsident des brasilianischen Verbands.

Die Polizei teilte mit, sie habe wegen des Verdachts auf Stimmenkauf vor der Vergabe der Sommerspiele Ermittlungen gegen ein "internationales Korruptionsnetzwerk" eingeleitet. Demnach durchsuchten 70 Beamte elf Anwesen und stellten zwei Haftbefehle aus. Unterstützt wurden die brasilianischen Ermittler von Fahndern aus Frankreich und den USA.

Rio setzte sich gegen Madrid, Tokio und Chicago durch

Nach Angaben der Mediengruppe Globo steht Nuzman unter Verdacht, an den Bestechungen von korrupten Mitgliedern im Wahlkongress des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) beteiligt gewesen zu sein - er soll demnach den Kontakt zwischen den Bestochenen und ihren Geldgebern hergestellt haben. Nuzman werde noch dazu von den Ermittlern befragt, berichtete Globo.

Berichten zufolge soll unter anderem die Stimme des langjährigen Chefs des Weltleichtathletik-Verbands und IOC-Mitglieds Lamine Diack aus dem Senegal gekauft worden sein. Rio hatte sich bei der Abstimmung 2009 gegen die Mitbewerber Madrid, Tokio und Chicago durchgesetzt.

Das IOC sagte zu den Medienberichten, es werde "alles unternehmen, um an alle Informationen zu kommen". Aufklärung habe "oberste Priorität". Für den Weltverband um Präsident Thomas Bach kommt der mögliche Korruptionsskandal zu einem heiklen Zeitpunkt: In der kommenden Woche kommt das IOC in der peruanischen Hauptstadt Lima zu seiner Vollversammlung zusammen, dabei soll am 13. September die Vergabe der Spiele 2024 nach Paris und für 2028 nach Los Angeles festgelegt werden.

jan/AFP/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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Tante_Frieda 05.09.2017
1. Was soll das?
Was soll das eigentlich?Falls da irgendwas mit unkeuschem Finanzgebaren sein sollte,müssen die Fahnder vermutlich in Genf nachsehen,wo lateinamerikanische Reiche traditionell ihr Geld verstecken.Die einschlägigen Unterlagen dafür haben sie wohl kaum brav im Leitz-Ordner im Wohnzimmer archiviert...
dasbeau 05.09.2017
2. Grammatik
Aua... Genitiv? Schon mal gehört? Verbindlichsten Dank
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