Olympische Spiele 2024 und 2028 "Der Deal war zu gut, um ihn abzulehnen"

Los Angeles lässt Paris den Vortritt - natürlich nicht ganz freiwillig. Finanzielle Anreize halfen bei der Entscheidung, bis 2028 zu warten. Auch Präsident Donald Trump ist mal wieder begeistert.

Eric Garcetti (M.)
AFP

Eric Garcetti (M.)


Vorfreude in Los Angeles auf die Olympischen Spiele: Die kalifornische Metropole habe "den allerbesten Preis" gewonnen, sagte Bürgermeister Eric Garcetti über die Vereinbarung, die Großveranstaltung im Jahr 2028 auszurichten. Der Deal sei einfach zu gut gewesen, um ihn abzulehnen.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte zuvor eine entsprechende Vereinbarung bestätigt, wonach Los Angeles als Gastgeber der Sommerspiele 2028 vorgesehen ist und damit Paris den Vortritt für die Olympischen Spiele 2024 gibt. Nach 1932 und 1984 werden die Spiele zum dritten Mal in Los Angeles stattfinden. Paris wird vier Jahre zuvor nach 1900 und 1924 ebenfalls zum dritten Mal die Sommerspiele ausrichten. Für Frankreich hatte die Austragung 100 Jahre nach den letzten Spielen in Paris eine besondere Bedeutung.

US-Präsident Donald Trump begrüßte die Entscheidung. "Zum ersten Mal seit einer Generation kehren die Olympischen Spiele in die USA zurück, und ich bin stolz darauf, LA 2028 zu unterstützen", sagte Trump. Der Präsident hob die bisherigen Erfolge von US-Athleten bei Olympischen und Paralympischen Wettbewerben hervor. "Kein Land hat mehr Olympische Medaillen gewonnen. Amerika glänzt stets bei diesen Spielen, und LA 2028 wird dabei keine Ausnahme sein."

1,8 Milliarden Dollar Warteprämie

Ihre Geduld lassen sich die Amerikaner allerdings bezahlen: Die Organisatoren in Los Angeles erhalten laut IOC-Mitteilung eine Zuwendung in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro). Ein Teil der Gelder werde in Programme fließen, um den Jugendsport zu fördern, sagte Garcetti. Er sprach von rund 160 Millionen Dollar, die dafür in den kommenden Jahren investiert werden sollen. Dies sei eine einmalige Chance, Kinder und Jugendliche in Los Angeles zu fördern.

Der Bürgermeister bezifferte das Budget für die Spiele mit insgesamt 5,3 Milliarden Dollar. Neben dem IOC-Zuschuss setzt er auf Sponsoren und Einkünfte aus dem Kartenverkauf, um den Betrag aufzubringen. In Los Angeles waren die Spiele schon zweimal zu Gast. 1984 hatten in Los Angeles die ersten rein privat finanzierten Spiele stattgefunden.

Die Organisatoren begrüßten die lange Vorlaufzeit bis 2028. "Noch nie hatte ein Organisationskomitee 11 Jahre zur Vorbereitung", sagte Casey Wasserman, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Los Angeles 2024.

Was kann Los Angeles 2028 jetzt noch verhindern?

Der Stadtrat von Los Angeles muss dem Deal noch zustimmen. Eine entsprechende Anhörung sei für Freitag festgesetzt worden, sagte Herb Wesson, Vorsitzender des Stadtrats. Er rechne mit einer Abstimmung und einem positiven Bescheid in der kommenden Woche. Der Vertrag muss zudem noch von der Vollversammlung der IOC-Mitglieder am 13. September in der peruanischen Hauptstadt Lima gebilligt werden. Ein Beschluss gilt jedoch als Formsache.

chh/dpa/sid



insgesamt 4 Beiträge
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ansv 01.08.2017
1. Olympischer Gedanke?
Bei Milliarden "Warteprämie" ist der Sport doch nur noch eine Randerscheinung, oder?
briancornway 01.08.2017
2. Wer zahlt
"Ihre Geduld lassen sich die Amerikaner allerdings bezahlen: Die Organisatoren in Los Angeles erhalten laut IOC-Mitteilung eine Zuwendung in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro). Ein Teil der Gelder werde in Programme fließen ..." Hab's noch nicht ganz verstanden: Von wem erhalten die Organisatoren diese Zuwendung ? Doch wohl nicht vom Mitbewerber ? Und aus welchen Gründen/Motiven ?
SvenausRbeiHH 01.08.2017
3. @#2
na diese Zuwendung kommt vom IOC. Einfach als Zuschuss zur Durchführung der Spiele. Auch Hamburg hätte (ich meine) 1,2 Milliarden dazu bekommen für die Spiele. DAS IOC selber wird diese Gelder im wesentlichen durch Sponsoring und TV Rechte einnehmen.
briancornway 01.08.2017
4. Deal?
Zitat von SvenausRbeiHHna diese Zuwendung kommt vom IOC. Einfach als Zuschuss zur Durchführung der Spiele. Auch Hamburg hätte (ich meine) 1,2 Milliarden dazu bekommen für die Spiele. DAS IOC selber wird diese Gelder im wesentlichen durch Sponsoring und TV Rechte einnehmen.
Okay, aber dann gäb's diesen Zuschuss ja auch für 2024 oder für Paris, das ist doch immer noch kein finanzieller Anreiz ... Naja, vielleicht wird das ja noch aufgeklärt.
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