Doping: IOC erkennt Hamilton Olympiasieg ab, 5000-Meter-Läufer ausgeschlossen

Nun ist es offiziell: Tyler Hamilton verliert seinen Titel im Zeitfahren bei den Athen-Spielen 2004. Außerdem bestätigte das IOC die positive Dopingprobe von Alex Schwazer. Einen aktuellen Dopingverdacht gibt es hingegen in der französischen Olympia-Mannschaft.

Ehemaliger Radprofi Hamilton bei Olympia 2004: Medaille nachträglich aberkanntZur Großansicht
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Ehemaliger Radprofi Hamilton bei Olympia 2004: Medaille nachträglich aberkannt

Hamburg - Das Internationale Olympische Komitee IOC hat dem ehemaligen Radprofi Tyler Hamilton seinen Sieg im Zeitfahren in Athen 2004 nachträglich aberkannt. Die Goldmedaille wird dem Russen Wjatscheslaw Jekimow zugesprochen, teilte das IOC mit. Silber geht an den US-Amerikaner Bobby Julich, Bronze an Michael Rogers aus Australien.

Hamilton war nach den Spielen in Athen des Blutdopings überführt worden, durfte sein Gold aber knapp acht Jahre behalten, weil seine B-Probe durch falsche Lagerung zerstört wurde. Nach seinem insgesamt dritten Dopingvergehen war Hamilton im April 2009 für acht Jahre gesperrt worden und hatte seine Karriere beendet. Nach jahrelangem Leugnen gab er im Vorjahr Doping zu und seine Goldmedaille bereits zurück.

Im Rahmen seines Dopinggeständnisses sagte Hamilton umfassend gegen seinen früheren Teamkollegen Lance Armstrong aus und bezichtigte diesen des Dopings. In der laufenden Ermittlung der US-amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada soll Hamilton zu den zehn Kronzeugen zählen, die die Anklage gegen Armstrong aufbieten will. Von 1999 bis 2001 war Hamilton als Helfer an drei von sieben Toursiegen des Texaners beteiligt.

Einen aktuellen Dopingverdacht gibt es in der französischen Olympia-Mannschaft. 5000-Meter-Läufer Hassan Hirt soll wegen eines Dopingvergehens aus dem Team ausgeschlossen worden sein. Eine Probe Hirts vom 3. August, die vor seiner Anreise nach London in Rouen in Nordfrankreich entnommen worden war, wies ihm offenbar Epo-Missbrauch nach. Einen entsprechenden Bericht der französische Sporttageszeitung "L'Equipe" bestätigte eine Quelle im Olympiateam der Nachrichtenagentur AFP. Der 32-jährige Hirt war in London im 5000-Meter-Vorlauf gescheitert.

Zudem hat das IOC bestätigt, dass der italienische Geher-Olympiasieger von 2008, Alex Schwazer, bei einer vorolympischen Dopingkontrolle am 30. Juli positiv getestet wurde. Schwazer, der am Samstag für das 50-Kilometer-Gehen in London gemeldet worden war, hat offenbar das verbotenen Blutdopingmittel Epo genommen. Der Fall Schwazer war bereits am Montag publik geworden. Nun hat das IOC Schwazer offiziell von den Spielen ausgeschlossen. Mittlerweile wurde sein Haus in Calice von der italienischen Polizei untersucht. Laut Staatsanwalt Guido Rispoli sollen Kontakte zwischen Schwazer und dem umstrittenen italienischen Sportarzt Michele Ferrari nachgewiesen werden. Nach Angaben Schwazers ist die Zusammenarbeit mit dem Mediziner seit einiger Zeit beendet.

jar/sid/dpa

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  • Freitag, 10.08.2012 – 15:12 Uhr
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Kampf gegen Doping
Am 10. November 1999 wurde auf Initiative des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die unabhängige Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Lausanne gegründet. Zusammen mit den nationalen NOKs und staatlichen Organisationen will die Wada die internationale Dopingbekämpfung fördern und einheitliche Standards für Kontrollen in allen Ländern schaffen. Das Anti-Doping-Programm der Wada wurde im März 2003 von allen Delegierten der internationalen Sportverbände, der Regierungen und dem IOC auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Kopenhagen angenommen. Der Welt-Anti-Doping-Codex löste im darauffolgenden Jahr den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung ab und gilt seit den Spielen in Athen 2004 auch für die Olympischen Spiele.
Dopingsubstanzen und ihre Wirkung
Die Ausdauerleistung ist wesentlich davon abhängig, wie gut der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Das Hormon Erythropoetin (Epo) stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl der im Organismus zirkulierenden Erythrozyten verbessert die Kapazität des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen und steigert damit Ausdauerleistungsfähigkeit.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet den Gebrauch von Epo seit langem. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, die an Blutarmut leiden.

Das Wachstumshormon HGH wird bei Kleinwüchsigkeit eingesetzt. HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, das führt zu langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. (mit dpa)






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