Hamburg - Dwain Chambers und weitere britische Athleten erhalten offiziell zwar erst am Montag Gewissheit, doch die Entscheidung sickerte bereits am Sonntag durch. Der britische Topsprinter und andere frühere Dopingsünder dürfen an den Olympischen Sommerspielen im eigenen Land in London teilnehmen. Das will der Internationale Sportgerichtshof Cas nach Informationen des "Daily Telegraph" am Montagnachmittag verkünden. Damit würde der lebenslange Bann, den die British Olympic Association (BOA) über die betroffenen Sportler verhängt hat, aufgehoben.
Das BOA befindet sich im Dauerzwist mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), weil der Olympia-Bann gegen deren Kodex verstößt. Im vergangenen Dezember hatten die Briten angekündigt, vor den Cas zu ziehen. Als einziges Olympisches Komitee der Welt verhängt das BOA lebenslange Olympia-Sperren gegen Doping-Betrüger. Die Regel war 1992 eingeführt worden.
Chambers, der am Donnerstag 34 Jahre alt wird, hatte im März bei der Hallen-WM in Istanbul Bronze über 60 Meter gewonnen. Gold holte im gleichen Rennen Justin Gatlin aus den USA, der als Olympiasieger 2004 und Weltmeister 2005 vier Jahre wegen Dopings gesperrt war, und im Falle einer Qualifikation in London starten dürfte.
Chambers hatte wegen Dopings rückwirkend zweimal EM-Gold von München 2002 verloren, war 2006 als Staffel-Europameister zurückgekehrt und 2009 Hallen-Weltmeister über 60 Meter geworden. Nach WM-Bronze 2012 hatte Chambers gesagt: "Nun hoffe ich, dass der Cas mir den Weg zu Olympia in London öffnet."
Neben Chambers ist auch der schottische Radprofi David Millar von dem Cas-Urteil betroffen. Der 35 Jahre alte Straßenweltmeister von 2003 war ein Jahr später als als Dopingsünder entlarvt worden. Der WM-Titel war ihm daraufhin nachträglich aberkannt worden.
aha/sid/dpa
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