Kritik an Olympia-Segelrevier vor Rio "Hausmüll, Fäkalien, tote Ratten und Präservative"

Die Kritik an dem Segelrevier für die Olympischen Spiele reißt nicht ab - nun hat Deutschlands Segler des Jahres sogar einen Boykott ins Spiel gebracht. Doch an der miesen Wasserqualität wird sich kaum etwas ändern.

REUTERS

Die Kritik am Segelrevier für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro wird immer lauter. Rund fünf Monate vor Beginn des Sportereignisses (5. bis 21. August) hat nun auch Deutschlands Segler des Jahres Heiko Kröger deutliche Worte gefunden: "Hausmüll, Fäkalien, tote Ratten und Fische und Präservative - das ist schon sehr ekelig", sagte der 49-Jährige nach Testfahrten in der Guanabara Bucht dem NDR.

Kröger, der ohne linken Unterarm geboren wurde, kämpft bei den Paralympischen Spielen (7. bis 18. September) um eine Medaille. Der Athlet des Kieler Yacht-Clubs hatte bei den Paralympics 2000 in Sydney die Goldmedaille in der 2.4mR-Klasse gewonnen, 2012 in London Silber geholt und zudem 2004 in Athen die deutsche Flagge getragen.

Bei den Testfahrten habe er auch Stühle, große Kisten, Äste und Baumstämme gesehen, die das Segeln richtig gefährlich machen, sagte Kröger: "Es würde viele gute Gründe für einen Boykott geben, aber den müsste der DOSB beschließen." Kröger ist enttäuscht von den Weltsportverbänden und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), er wisse aber, "dass sie Olympia niemals absagen würden".

Mit einer Verbesserung ist nicht zu rechnen

Die 380 Quadratkilometer große Guanabara-Bucht steht wegen ihrer Verschmutzung, verursacht unter anderem durch jahrzehntelange Einleitung ungeklärter Abwässer, schon lange in der Kritik. Die Bucht ist nicht nur voller Müll, sondern auch mit Krankheitserregern verseucht, zudem wurden antibiotikaresistente Superbakterien gefunden.

Mit einer deutlichen Verbesserung bis zu den Spielen ist dennoch nicht zu rechnen. Der Bürgermeister von Rio, Eduardo Paes, hatte bereits angekündigt, die Bucht bis zu den Wettbewerben nicht komplett sauber zu bekommen.

Auch deutsche Segler hatten die ekligen Verhältnisse in der Bucht bereits beklagt: Der Olympia-Kandidat Erik Heil etwa war nach einer Rio-Testregatta im August im Krankenhaus mit einem bakteriellen Infekt an den Beinen und an der Hüfte behandelt worden.

Segler Kröger hat sich nun vor der Reise nach Rio "gegen alles impfen lassen, was möglich ist". Zudem habe er versucht, während des Trainings so wenig Wasser wie möglich in den Mund zu bekommen. Nach den Tests habe er alles desinfiziert. "Ich denke, dass das Risiko zu erkranken, relativ hoch ist", sagte Kröger. "Aber ich gehe davon aus, dass die Chance, die Wettkämpfe gesund über die Bühne zu bringen, höher ist."

bka/sid/dpa/AFP/Reuters



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insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
jotha58 23.02.2016
1. widerlich
absolut widerlich und extrem gesundheitsgefährdend. Es ist mir unbegreiflich wie man dorthin die olympischen Spiele vergeben konnte. Da müssen einem doch die Geldbündel die Augen verklebt haben! Anscheinend gibt es aber auch keine Standards was die Wasserqualität angeht.
Umbriel 23.02.2016
2. ein guter grund
die Verschmutzung der Weltmeere sofort zu stoppen egal wo. Macht dem Dreck endlich ein Ende und zwar mit Erfolg.
themistokles 23.02.2016
3.
In der Tat sehr eklig. Aber erstmal abwarten: Das Gleiche hat man bei Peking auch schon gesagt. Schlechte Wasserqualität, Smok, etc. Letzendlich war es dann doch alles nicht so schlimm. P.S. Nichtdestotrotz ist es trotzdem ein Skandal, Spiele unter solchen Voraussetzungen zu vergeben. But money makes the world go round...
Koana 23.02.2016
4. Wünsche den Segelsportlern....
.... viel Spaß an der Freud mit dem Gift. (Werden die gezwungen nach Rio zu fliegen?) Aber so eine Olympiade, das ist halt das "Lebensziel" eines wahren Sportmenschen.
butzibart13 23.02.2016
5. siehe Angela
Dilma Rousseff könnte jetzt auch sagen: Wir schaffen das. Vielleicht haben sich die Brasilianer mit den Olympischen Spielen auch verhoben.
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