Sommerspiele in London Olympisches Feuer entzündet

An seiner griechischen Ursprungsstätte ist das olympische Feuer entfacht worden. Es wird in gut einer Woche in England eintreffen, Ende Juli soll die englische Königin Elizabeth II. damit die Olympischen Sommerspiele in London eröffnen.

REUTERS

Hamburg - Es brennt: Das olympische Feuer ist am Donnerstagvormittag im griechischen Olympia entfacht worden. Es wurde im Beisein von IOC-Präsident Jacques Rogge traditionell von einer Hohepriesterin in den Ruinen des Hera-Tempels mit einem Hohlspiegel angezündet. Königin Elizabeth II. wird mit der Flamme am 27. Juli bei der Eröffnungsfeier der 30. Olympischen Sommerspiele das Feuer im Olympiastadion von London anstecken.

Nach einem etwa 3000 Kilometer langen Fackellauf durch Griechenland wird das Feuer am 17. Mai im alten Olympiastadion von Athen ankommen. Der erster Fackelträger dieses Jahres ist der griechische Schwimmweltmeister Spyros Gianniotis. Er wird sie an den britischen britischen Boxer Alex Loukos übergeben.

Am Austragungsort der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit (1896) wird die Fackel an das Organisationskomitee von London übergeben. Die Flamme landet am 18. Mai am südwestlichsten Zipfel der englischen Hauptinsel im Landesteil Cornwall und wird dann an 70 Tagen durch rund 8000 Läufer über 12.000 Kilometer transportiert. Sie passiert 1018 Orte, die 95 Prozent der Bevölkerung mit geringem Aufwand erreichen können.

Kürzere Strecke für mehr Sicherheit

Stationen des Feuers, das zu Lande, zu Wasser und in der Luft transportiert wird, sind die Hauptstädte aller britischen Landesteile: das walisische Cardiff, das nordirische Belfast und das schottische Glasgow. Besucht werden auch das sagenumwobene Loch Ness und die Megalithstruktur Stonehenge, die Kanalinseln, die Isle of Man, die Orkneyinseln, die Shetlandinseln und die Hebriden. Zudem macht die Flamme einen kurzen Abstecher in die irische Hauptstadt Dublin.

"Das olympische Feuer wird ein Licht in jede Nation und Region unseres Landes bringen. Wir wollten so viele Menschen wie möglich erreichen", sagte der Chef des Organisationakomitees, Sebastian Coe. Wie auch Rogge hatte er sich wegen der politischen Tumulte rund um den Beijinger Fackellauf 2008 für einen kleineren Kurs stark gemacht. Vor vier Jahren war das Feuer an 130 Tagen von 21.880 Läufern 137.000 Kilometer weit getragen worden. Es war sogar bis auf den Mount Everest hinauf gegangen.

Ausschreitungen mit Verletzten hatte es damals auch in London gegeben, wo Dutzende Menschen die Absperrungen entlang der Straßen durchbrochen hatten und sich den Läufern in den Weg warfen. Über 1000 Bürgerrechtler hatten 2008 gegen die Tibet-Politik Chinas protestiert. Gilbert Felli, zuständiger Direktor für Olympische Spiele beim IOC, sagte: "Es ist besser, den Fackellauf auf das Gastgeberland zu beschränken. Das macht es für die Organisatoren und die Regierung einfacher, alles zu kontrollieren."

Die Kosten des Fackellaufes in Griechenland haben Sponsoren, Städte und Gemeinden übernommen. Ohne diese Unterstützung hätte der Fackellauf in dem finanziell gebeutelten Land nicht stattfinden können.

psk/dpa/sid

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
felk 10.05.2012
1.
wird das Feuer am 17. Mai im alten Olympiastadion von Athen ankommen" WOW, ich wusste gar nicht, dass Griechenland so groß ist!
Humboldt 10.05.2012
2. Die pervertierte olympische Idee
Zitat von sysopREUTERSAn seiner griechischen Ursprungsstätte ist das Olympische Feuer entfacht worden. Es wird in gut einer Woche in England eintreffen, Ende Juli soll die englische Königin Elizabeth II. damit die Olympischen Sommerspiele in London eröffnen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,832418,00.html
Das ist also vom olympischen Gedanken übrig geblieben. Was für eine Perversion! Es waren also die Demonstranten am Fackellauf vor vier Jahren der Fehler im System, nicht etwas die Vergabe nach Peking!
felk 10.05.2012
3. φλόγα πωλείται (Flamme zu verkaufen)
Griechenland sollte sich nicht nur den Transport sponsern lassen, sondern gleich die Flamme um ein paar Millionen verkaufen. schließlich ist die City-of-London (mit)verantwortlich für die aktuelle desaströse Situation im Land. und was ist aus der großartigen Idee geworden, für das Abhalten dieser Zeremonie die Rückgabe der seinerzeit nach Großbritannien verschleppten Kulturgüter aus dem British Museum für das Athener Akropolis Museum zur Bedingung zu machen? sehr kleinlaut sind sie geworden, die stolzen Griechen; ein Jammer, was (fehlendes) Geld mit uns anstellt...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.