Neuer Hilfsfonds DDR-Dopingopfer erhalten Entschädigung

An den Folgen des Dopings aus DDR-Zeiten leiden ehemalige Sportler noch heute. Zumindest auf eine einmalige Entschädigungszahlung können sie hoffen. Die Bundesregierung will einen neuen Hilfsfonds auflegen.

Dopingtest: Die Opfer aus DDR-Zeiten werden entschädigt
DPA

Dopingtest: Die Opfer aus DDR-Zeiten werden entschädigt


Für die DDR-Dopingopfer wird ein neuer Fonds durch das Bundesinnenministerium aufgelegt. Im November hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags die Neuauflage des Fonds in 2016 und 2017 mit insgesamt zehn Millionen Euro ermöglicht. Nun soll die dafür erforderliche Gesetzesgrundlage geschaffen werden.

Nach Mitteilung des Ministeriums sollen in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres die Zahlungen an die Opfer des DDR-Dopings beginnen. Jeder Einzelne soll etwa 10.500 Euro als Einmalhilfe erhalten.

"Wir dürfen die Augen vor dem Schicksal vieler ehemaliger DDR-Leistungssportler nicht verschließen, die bis heute an den Spätfolgen des Dopings leiden", wird Innenminister Thomas de Maizière in der Mitteilung zitiert. Er sprach von einem gesellschaftlichen Anliegen und forderte, "dass auch der organisierte Sport seinen Beitrag leistet".

2002 hatte die Bundesregierung den ersten Fond aufgelegt. 194 DDR-Dopingopfer erhielten nach Angaben des Ministeriums eine finanzielle Unterstützung von jeweils knapp 10.500 Euro. Allerdings seien nicht alle Betroffenen erfasst worden.

Der Doping-Opfer-Hilfeverein (DOH) spricht von etwa tausend Sportlern. DOH-Chefin Ines Geipel hatte sich schon im November für die finanzielle Hilfe bedankt, zugleich aber um deutlich mehr Unterstützung geworben. Wie de Maizière hatte sie auch mehr Engagement vom Deutschen Olympischen Sportbund gefordert.

aha/dpa



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insgesamt 3 Beiträge
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imlattig 17.12.2015
1. die erhalten...
entschaedigung. conterganopfer mussten jahrzehntelang klagen. ddr unrecht wird von der brd anerkannt und durchgewunken. opfer der west pillenindustrie muessen jahrelang kaempfen. was ist das fuer ein staat?
Lankoron 17.12.2015
2. Als Dopingopfer
bekommt man ne Entschädigung, als Dopingtäter bekommt man Geldstrafe oder wird wegen Verjährung freigesprochen. Als Opfer von Medikamentenversuchen, Zwangsarbeiten, Kindesmissbrauch musst du klagen und wirst von der Justiz nur veralbert. Als 18jähriger DDR-Jugendlicher, der 6 Monate für die Stasi tätig war, wirst du schlimmer behandelt als ein gleichaltriger Massenmörder. Stigmatisiert fürs Leben, Berufs- oder Beschäftigungsverbote, und nicht von "der war jung und hatte ne schwere Kindheit..."
mrdhero 18.12.2015
3. komisch
ich bin nach der Wende als Kind auf die Sportschule gegangen und hatte auch komisches Zeugs bekommen. nach ein paar jahren kam raus, was das für n zeug war. ich würde heute nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, das es nach wie vor sowas gibt.
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