Hamburg - Der Abschied vom Sport-Sommer mit Olympischen und Paralympischen Sommerspielen in London ist gelungen. Mit einer mitreißenden Feier wurden die Paralympics beendet. Vom Präsidenten des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), Sir Philip Craven, gab es das höchste Lob: "Der paralympische Geist war in den vergangenen zwölf Tagen in extremer Form zu spüren", sagte der Brite, "das hat die Paralympics 2012 in London einzigartig gemacht und ohne Zweifel - meiner Meinung nach und der der Athleten - zu den größten Paralympics aller Zeiten."
Die Abschlussfeier der 14. Sommerspiele stand unter dem Motto "Festival der Flammen" und war eine spielerisch dargestellte Reise durch die Jahreszeiten. Der im Krieg versehrte Rory Mackenzie eröffnete die Zeremonie mit den Worten: "Heute feiern wir den Glauben, und wenn es zwischen uns auch viele Unterschiede gibt, ist da eine Eigenschaft, eine Sache, die wir alle gemeinsam haben: den menschlichen Geist. Lasst die Liebe, die die Paralympics in unseren Herzen entzündet haben, hell strahlen."
Organisationschef Sebastian Coe zumindest ist von der Nachhaltigkeit der Weltspiele für Behindertensportler überzeugt. "Haben wir nicht wundervolle Tage zusammen verbracht? Wir werden in diesem Land den Sport von nun an mit anderen Augen sehen, und wir werden Behinderungen mit anderen Augen sehen", sagte Coe.
Zuvor hatten sich die Athleten im Stadioninnenraum und 80.000 auf den Zuschauerrängen versammelt. Deutscher Fahnenträger war Tischtennisspieler Thomas Schmidberger, der mit der Mannschaft Silber und im Einzel Bronze gewonnen hatte. Großbritannien hatte in Radsportlerin Sarah Storey, die in London dreimal Gold gewann, und Rennrollstuhlfahrer David Weir gleich zwei Fahnenträger aufgeboten.
Ire und Kenianerin verkörpern Geister der Paralympics am besten
Danach begann die Show erst richtig. Craven und Prinz Edward, der jüngste Sohn von Königin Elizabeth II., fuhren in einem endzeitmäßig anmutenden Auto durch das Stadion. Zuvor hatten Phantasiegeschöpfe das paralympische Symbol Agitos in den Nachthimmel geblasen. Die Feier wurde von den Superstars Coldplay und Rihanna musikalisch begleitet. Emotionaler Höhepunkt war ein Rückblick auf die bewegendsten Momente der Paralympics.
Die Whang-Youn-Dai-Auszeichnung, die seit 1988 an die Athleten vergeben wird, die den Geist der Paralympics am besten verkörpern, ging an den Iren Michael McKillop, in London Sieger über 800 und 1500 Meter, und die Kenianerin Mary Zakayo.
Um 22.29 Uhr Ortszeit erklärte IPC-Präsident Craven die Spiele für beendet, zwei Minuten später löschten der britische 100-Meter-Sieger Jonnie Peacock und die zweifache Olympia-Siegerin im Schwimmen, Eleanor Simmonds, das paralympische Feuer.
Bei den größten Paralympics der Geschichte hatten über 4200 Sportler um 503 Goldmedaillen gekämpft. Mit 2,7 Millionen verkauften Tickets stellten die Organisatoren einen Rekord auf, in Peking waren es 1,29 Millionen gewesen, in Athen 2004 850.000. Am 12. August hatte sich London an gleicher Stätte von den Olympischen Spielen verabschiedet. Die nächsten Paralympics finden vom 7. bis 18. September 2016 in Rio de Janeiro statt.
max/sid
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