Paralympics in London Graf gewinnt Silber, Neumaier holt Bronze

Josef Neumaier hat für das nächste deutsche Edelmetall bei den Paralympics gesorgt: Der Sportschütze sicherte sich mit dem Luftgewehr Bronze. Bahnradsportler Tobias Graf gewann Silber in der Verfolgung. Henrike Handrup ist im Zeitfahren dagegen ohne Medaille geblieben.

Bahnradfahrer Graf: Zweite Medaille in London
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Bahnradfahrer Graf: Zweite Medaille in London


Hamburg - Der Sportschütze Josef Neumaier hat dem deutschen Team zum Auftakt des zweiten Wettkampftages bei den Paralympics eine Bronzemedaille beschert. Der 54-Jährige, der an der Glasknochenkrankheit leidet, setzte sich im Kampf mit dem Luftgewehr aus zehn Metern im Stechen gegen den Koreaner Lee Seungchul durch. Gold ging an Dong Chao aus China vor dem Schweden Jonas Jakobsson. Für Neumaier ist es bereits die zweite Medaille bei Paralympics, 1996 hatte er Gold gewonnen.

Judoka Matthias Krieger hat sich in London die Bronzemedaille erkämpft. In der Klasse bis 81 Kilogramm besiegte Krieger seinen russischen Gegner Anatoli Schewtschenko durch Ippon. Für den 28-jährigen sehbehinderten Athleten war es die erste Medaille bei den Sommerspielen der Behindertensportler. In Athen und Peking war er jeweils im Kampf um Bronze gescheitert.

Bahnradsportler Tobias Graf hat bei den Paralympics seine zweite Medaille gewonnen. Der linksseitig oberschenkelamputierte Graf musste sich im Finale der 3000-Meter-Einzelverfolgung nur dem Chinesen Liang Guihua geschlagen geben, der in Weltrekordzeit siegte. Graf hatte bereits am Auftakttag der Bahnwettbewerbe im Londoner Velodrom Edelmetall erobert, als er im 1000-Meter-Zeitfahren Dritter wurde.

Grafs Teamkollege Michael Teubert verpasste indes in seiner Klasse im kleinen Finale die Bronzemedaille. "Ich bin schon enttäuscht", räumte der teilweise querschnittsgelähmte Sportler ein, erhob aber zugleich schwere Vorwürfe gegen den Weltverband UCI, der ihn bei der Klassifizierung seiner Behinderung seit langem deutlich benachteilige. "Ich habe die Schnauze voll", so Teubert.

Auch die blinde Radsportlerin Henrike Handrup hat zum Auftakt des zweiten Wettkampftages eine Medaille verpasst. Die 29-Jährige belegte im Zeitfahren über 1000 Meter mit ihrer Tandempilotin Ellen Heiny den sechsten Platz. Die Goldmedaille ging an die Australierin Felicity Johnson, die sich vor Aileen McGlynn aus Großbritannien und Phillipa Gray aus Neuseeland durchsetzte.

Kugelstoßer Frank Tinnemeier und Weitspringerin Maike Hausberger haben zum Auftakt der Leichtathletik-Wettbewerbe im Londoner Olympiastadion ebenfalls die Medaillenränge verfehlt. Die erst 17 Jahre alte linksseitig körpergelähmte Hausberger sprang beim Sieg der Russin Margarita Gontscharowa auf den neunten Platz. Hinter Gontscharowa belegten Inna Stryzhak (Ukraine) und Cao Yuanhang (China) die weiteren Plätze.

Der linksseitig oberschenkelamputierte Tinnemeier belegte beim Sieg des Dänen Jackie Christiansen (Dänemark) den zehnten Platz. Silber ging an Darko Kralj aus Kroatien. Der Brite Aled Davies holte die Bronzemedaille.

Judoka Sebastian Junk ist bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Im Kampf gegen den Türken Ibrahim Halil Onel fiel der 28-Jährige unglücklich auf sein Knie und verdrehte es. Durch die Wertung schied der sehbehinderte Junk aus dem Wettbewerb aus, er hätte jedoch ohnehin nicht weiterkämpfen können. Junk hatte sich sechs Wochen vor den Spielen in London einen Kreuzbandriss zugezogen. In Absprache mit dem Arzt nahm er trotz der Verletzung teil und verschob den Operationstermin.

mib/dpa/sid



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