Paris - Dakar Sainz fährt dem Feld davon

Er ist zwar Debütant bei diesem Rennen, bringt aber die Arrivierten früh ins Schwitzen. Carlos Sainz beherrscht bisher die Rallye Paris – Dakar wie kein anderer. Der Spanier gewann auch die zweite Etappe. Für Jutta Kleinschmidt lief es diesmal nicht so gut.


Lissabon - Sainz führt im VW-Touareg die Gesamtwertung bereits nach zwei Wertungsprüfungen deutlich an und bringt die sieggewohnten Mitsubishi-Piloten in Bedrängnis. Der 43 Jahre alte Spanier liegt 3:45 Minuten vor dem ehemaligen Ski-Weltcupsieger Luc Alphand (Frankreich/Mitsubishi), der am zweiten Tag als Zweiter ins Ziel fuhr. Die erste Etappe hatte Sainz vor dem Nissan-Pilot Carlos Sousa (Portugal) gewonnen. "Das war ein richtig runder Auftakt. Beide Prüfungen in Europa zu gewinnen, ist natürlich ein sehr schöner Start in meine erste Rallye Dakar", sagte Sainz, der 1990 und 1992 Rallye Weltmeister geworden ist und bei der "Dakar" zum ersten Mal antritt.

Nicht so gut wie am Vortag verlief das zweite Teilstück in Portugal für die anderen VW-Fahrer Bruno Saby und Jutta Kleinschmidt, die zum Auftakt noch die Plätze drei und vier belegt hatten. Diesmal reichte es nur für die Ränge sieben und zehn. In der Gesamtwertung hat Saby nun auf Rang vier einen Rückstand von 4:22 Minuten auf seinen neuen Markenkollegen. Jutta Kleinschmidt, die 2001 die "Dakar" gewonnen hatte, folgt auf Platz sieben (5:49 Minuten zurück). Der Franzose Stephane Peterhansel, Dakar-Sieger der vergangenen beiden Jahre, liegt im Mitsubishi vorerst nur auf Rang neun (6:47 Minuten zurück).

Trotz des Rückschlages zeigte sich Jutta Kleinschmidt erstaunlicherweise zufrieden: "Das war eine ganz tolle Wertungsprüfung. Sie war anspruchsvoll, einige Ecken waren nur schwer einsehbar. Wo es unübersichtlich wurde, haben wir erneut nichts riskiert. Nun liegen wir auf einer guten Ausgangsposition für Afrika."

VW-Motorsportdirektor Kris Nissen warnte trotz aller Freude über den Start nach Maß vor voreiligen Prognosen: "Über diesen zweiten Tagessieg freuen wir uns, aber wir wissen ihn auch einzuschätzen: Die Rallye hat gerade erst begonnen, noch liegen insgesamt 8100 Kilometer vor uns. Mitsubishi liefert sich schon jetzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Volkswagen bei einer Rallye, die bis zum Schluss spannend bleiben dürfte."

Die "Dakar" machte in ihrer langen Geschichte erstmals in Portugal Station. Von dort geht es über Spanien, Marokko, Mauretanien, Mali und Guinea in den Senegal, wo traditionell am Lac Rosé vor den Toren von Dakar das Ziel ist. Insgesamt werden auf den 15 Etappen mit 4813 Wertungskilometern 748 Fahrzeuge unterwegs sein. Eingeschrieben sind 240 Motorräder, 188 Autos, 80 Lastwagen sowie 240 Servicefahrzeuge aus 40 Nationen.

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