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Paris-Siegerin Li Na Ehemann gefeuert, French Open gewonnen

Grand-Slam-Turnier: Chinesischer Triumph in Paris
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AP

Die beste Sandplatz-Tennisspielerin der Welt kommt aus China: Li Na gelang bei den French Open in Paris eine Sensation, sie gewann als erste Asiatin überhaupt ein Grand-Slam-Turnier. Dabei war sie vor wenigen Wochen noch sportlich am Tiefpunkt.

Mit dem Ehemann lief es einfach nicht mehr. Das musste sich auch Li Na im Frühjahr schweren Herzens eingestehen. Sie hatte gute Jahre mit Shan Jiang, ihrem Gatten. Aber im April war es an der Zeit, Schluss zu machen. Für Li Na kein leichter Moment. "Ich würde meinem Mann nie sagen: Du bist gefeuert", so die Chinesin. Doch ihre Worte werden ähnliche gewesen sein müssen, schließlich setzte sie ihn vor die Tür.

Vor die Kabinentür wohlgemerkt. Denn Shan Jiang war auch ihr Trainer. "Es war mir einfach zu viel. Wir haben uns drei Jahre lang 24 Stunden am Tag gesehen", begründete die 29-Jährige ihre rein sportliche Trennung. Ende April heuerte sie den Dänen Michael Mortensen als Coach an. Shan Jiang muss sich seither auf die Rolle als Ehemann und Zuschauer beschränken.

Mit dem neuen Trainer kam der Erfolg zurück, der nun in Li Nas - vorerst - größtem Triumph mündete: Sieg bei den French Open in Paris. "Heute ist ein Traum wahr geworden", sagte die Chinesin nach ihrem Zweisatz-Sieg gegen Titelverteidigerin Francesca Schiavone aus Italien. Der Erfolg ist eine logische Konsequenz in der Karriere von Li Na, die immer die Erste gewesen ist.

Seit 1999 schon ist Li Na auf der Profi-Tour unterwegs, gewann im Oktober 2004 als erste Chinesin ein WTA-Turnier. 2006 zog sie in Wimbledon als erste Chinesin ins Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers ein. 2010 gelang ihr der Sprung unter die Top Ten der Weltrangliste, 2011 erreichte sie bei den Australian Open in Melbourne das Endspiel eines Grand-Slam-Turniers - beides als erste Chinesin. "Das ist immer so, weil noch nicht viele chinesische Tennisspielerinnen vor mir da waren", kommentierte sie ihre vielen Premieren humorvoll. Doch nach Lachen war ihr zu Beginn dieses Jahres gar nicht zumute.

Nach dem Erfolg in Melbourne kam der sportliche Tiefpunkt

Dabei hatte 2011 sehr gut für Li Na begonnen. Im Finale des WTA-Turniers von Sydney bezwang sie Kim Clijsters. Anschließend standen sich beide im Endspiel der Australian Open erneut gegenüber, dieses Mal mit dem besseren Ende für die Belgierin. Für Li Na war der Januar dennoch ein herausragender Monat - dann kam der Absturz.

Im Februar und März gewann die Chinesin kein einziges Spiel mehr, schied bei vier Turnieren in Folge in der ersten Runde aus. Li Na befand sich sportlich am Tiefpunkt, nur noch die Trennung von ihrem Trainer Shan Jiang half.

Mortensen übernahm und brachte den Erfolg zurück. Weil er eine andere Art der Ansprache als Li Nas Ehemann fand, "eine positive Art, mir etwas zu sagen". Der Neu-Coach gibt das Kompliment gerne zurück: "Mit ihr zu arbeiten, ist sehr dankbar, weil sie mit ganzem Herzen dabei ist, Ratschläge annimmt und gut umsetzt."

Flinke Beinarbeit und gute Antizipation sind das Erfolgsgeheimnis

Die neue chinesisch-dänische Tennis-Beziehung fruchtete sofort. In Madrid und Rom erreichte Li Na jeweils das Halbfinale. Auf Sand, ausgerechnet. Schließlich hatten die Menschen in ihrem früheren Umfeld ihr jahrelang eingeredet, "dass ich keine gute Sandplatzspielerin wäre. Nach dem zehnten Mal glaubt man es".

Zu was Li Na auf diesem Belag tatsächlich imstande ist zu leisten, konnten die Zuschauer in Paris bestaunen. Im Achtelfinale lag sie im dritten Satz bereits 0:3 gegen die Tschechin Petra Kvitová zurück. Ihr nervöser Mann hielt es auf der Tribüne nicht mehr aus, verließ das Stadion - und plötzlich lief es bei Li Na. Sie gewann sechs Spiele in Folge, siegte 2:6, 6:1, 6:3.

Im Halbfinale traf sie auf die Russin Maria Scharapowa, die gerne auf alles draufhaut, was nach Tennisball aussieht. Mit ihren harten Schlägen hatte sie es bis an die Spitze der Weltrangliste geschafft. Gegen Li Na waren sie nicht hart genug. Weil die Chinesin mit ihrer flinken Beinarbeit und ihrer guten Antizipation immer eine Antwort auf Scharapowas Schläge parat hatte. Das ist die Russin selten gewohnt und verlor 4:6, 5:7. Li Na sagte anschließend: "Ich mag es, gegen sehr hart schlagende Spielerinnen anzutreten."

Im Finale gegen Schiavone war es allerdings die Chinesin selbst, die mit druckvollen Schlägen das Spiel bestimmte. Abgesehen von einer Schwächephase in der Mitte des zweiten Satzes, als ihre italienische Gegnerin die Partie von 2:4 auf 5:4 kurzzeitig drehen konnte, war Li Na das gesamte Endspiel über besser. Eindrucksvoller Beleg ihrer Form war der Tie-Break des zweiten Satzes, als sie keinen einzigen Punkt abgab und 7:0 gewann.

"Sie hat den Sieg verdient", sagte Schiavone anerkennend. Li Nas Erfolg war der erste Grand-Slam-Triumph einer Chinesin, natürlich. Es war sogar der erste Einzelsieg einer asiatischen Tennisspielerin bei einem der vier großen Turniere überhaupt.

Mit ihrem Trainer Michael Mortensen hatte sie Ende April eine Testphase über drei Turniere vereinbart. "Man weiß nie, wie man harmoniert", begründete Li Na die Abmachung. Rom, Madrid und Paris: Anschließend wollten Coach und Spielerin Bilanz ziehen. Man darf davon ausgehen, dass Mortensen der Mann an ihrer Seite bleibt. Rein sportlich natürlich.

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insgesamt 8 Beiträge
scott.h.rott 05.06.2011
Wenn man sich vorstellt, welchen Medienhype seinerzeit die 64 Millionen BR-Deutschen entfacht haben bei Steffi und Boris, dann kann man sich ausrechnen was abgeht, wenn 1,4 Milliarden Chinesen in Zukunft beim Thema Tennis genauso [...]
Wenn man sich vorstellt, welchen Medienhype seinerzeit die 64 Millionen BR-Deutschen entfacht haben bei Steffi und Boris, dann kann man sich ausrechnen was abgeht, wenn 1,4 Milliarden Chinesen in Zukunft beim Thema Tennis genauso ausrasten. Als Erstes werden die Schlägerhersteller in aller Welt vermutlich vom Chinesischen Tennisbund angefragt werden wegen Preis und Lieferezeit für eine Milliarde Schläger ...
Sapientia 05.06.2011
Sie hat nicht ihren Mann gefeuert, sondern sie nahm sich einen neuen Trainer.
Zitat von sysopDie beste Sandplatz-Tennisspielerin der Welt kommt aus China: Li Na gelang bei den French Open in Paris eine Sensation, sie gewann als erste Asiatin überhaupt ein Grand-Slam-Turnier. Dabei war sie vor wenigen Wochen noch sportlich am Tiefpunkt. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,766683,00.html
Sie hat nicht ihren Mann gefeuert, sondern sie nahm sich einen neuen Trainer.
steamiron 05.06.2011
Danke, ich war total in die Irre geführt!! :-D Scherz beiseite, Tennis ist ein super Sport, den ich für mich vor kurzem entdeckt habe. Dabei ist Frauentennis mit Männertennis nicht zu vergleichen. Frauentennis kann man kaum [...]
Zitat von SapientiaSie hat nicht ihren Mann gefeuert, sondern sie nahm sich einen neuen Trainer.
Danke, ich war total in die Irre geführt!! :-D Scherz beiseite, Tennis ist ein super Sport, den ich für mich vor kurzem entdeckt habe. Dabei ist Frauentennis mit Männertennis nicht zu vergleichen. Frauentennis kann man kaum vorraussagen, dennoch wußte ich, dass Na Li es machen wird. Schauen wir mal aufs heutige Männerfinale. Ich denke Federer wird es diesmal machen.
anselmi 05.06.2011
Wohl wahr. Li Na hat in Paris in jedem Match clever und geduldig die Schwächephasen ihrer Gegnerinnen genutzt und ihre einzige Weltklasseleistung im Finale gezeigt. Hätte im Achtelfinale die sonst so nervenstarke Petra [...]
Zitat von steamironFrauentennis kann man kaum vorraussagen
Wohl wahr. Li Na hat in Paris in jedem Match clever und geduldig die Schwächephasen ihrer Gegnerinnen genutzt und ihre einzige Weltklasseleistung im Finale gezeigt. Hätte im Achtelfinale die sonst so nervenstarke Petra Kvitova nicht im zweiten Satz gepennt und im dritten die große Flatter bekommen, könnte ich mich heute vieleicht über einen Sieg der böhmischen Blondine freuen. Grmpf! Mein Tipp auf Vika Azarenka als Turniersiegerin hatte sich dann auch schnell erübrigt. Aber das macht den Reiz der WTA-Tour aus. Bei den Herren kann man sich in der Regel die ersten Runden sparen, da im Halbfinale eh immer dieselben Nasen stehen. Wenn man bedenkt, dass es außer Date und Sugiyama noch nie Topspielerinnen aus Asien gab, ist das wenig überraschend. Bemerkenswerter ist die Tatsache, dass die Ära der Teenager vorüber ist. Vor zehn Jahren dominierten 17- und 18-Jährige die WTA-Tour. Bei den letzten fünf Grand Slams war keine Finalteilnehmerin jünger als 25. Das gestrige Finale, mit einem kombinierten Alter der beiden Spielerinnen von 60 Jahren, war das älteste seit 1998.
Medien-Kritiker 05.06.2011
Auch wenn Li Na noch weitere Grand Slam Titel gewinnt werden die Chinesen weiterhin bei "ihrem" Tischtennis bleiben und Timo Boll wird im "Reich der Mitte" weiterhin bekannter sein als Roger Federer, Lionel [...]
Zitat von scott.h.rottWenn man sich vorstellt, welchen Medienhype seinerzeit die 64 Millionen BR-Deutschen entfacht haben bei Steffi und Boris, dann kann man sich ausrechnen was abgeht, wenn 1,4 Milliarden Chinesen in Zukunft beim Thema Tennis genauso ausrasten. Als Erstes werden die Schlägerhersteller in aller Welt vermutlich vom Chinesischen Tennisbund angefragt werden wegen Preis und Lieferezeit für eine Milliarde Schläger ...
Auch wenn Li Na noch weitere Grand Slam Titel gewinnt werden die Chinesen weiterhin bei "ihrem" Tischtennis bleiben und Timo Boll wird im "Reich der Mitte" weiterhin bekannter sein als Roger Federer, Lionel Messi und Michael Schumacher zusammen.Und das ist auch gut so... sagt ein Tischtennisspieler ^^ Finden Sie das jetzt gut oder schlecht, dass bei den Herren quasi schon vor dem Turnier weiß, dass 5-6 Spieler garantiert ins Viertelfinale einziehen werden? Ich würde mir mehr Konkurrenz und Vielfalt wünschen.Zu Zeiten von Steffi Graf und Becker war es übrigens genau anders herum.Da wusste man bei den Damen vor den Grand Slams quasi schon die Halbfinaleteilnehmer, während es bei den Herren eine sehr große Zahl an "Spezialisten" gab.Spieler wie Tomas Muster, Sergi Bruguera oder Pat Rafter, die nur auf bestimmten Belägen absolute Weltklasse waren.Federer, Djokovic, Nadal und Murray sind leider "zu gut" für den Rest und das führt nicht gerade zu viel Spannung in den frühen Runden.
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2011 Rafael Nadal Li Na
2010 Rafael Nadal Francesca Schiavone
2009 Roger Federer Swetlana Kusnezowa
2008 Rafael Nadal Ana Ivanovic
2007 Rafael Nadal Justine Henin
2006 Rafael Nadal Justine Henin
2005 Rafael Nadal Justine Henin
2004 Gastón Gaudio Anastassija Myskina
2003 Juan Carlos Ferrero Justine Henin
2002 Alberto Costa Serena Williams
2001 Gustavo Kuerten Jennifer Capriati
2000 Gustavo Kuerten Mary Pierce

Die French Open 2011 der Herren
R. Nadal - R. Federer 7:5, 7:6 (7:3), 5:7, 6:1




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